Der neue Service aus dem Sesekepark: Jetzt ist Hochwasser-Gefahr sofort zu erkennen

dzNeue Anzeigetafel

Seit der Renaturierung der Seseke hat es kein Hochwasser mehr in der Innenstadt gegeben. Wie hoch das Wasser steht und ob Hochwasser droht, wird jetzt im Pavillon auf der Maibrücke angezeigt.

Kamen

, 19.11.2019, 19:13 Uhr / Lesedauer: 2 min

Genau 4,24 Meter. Das ist der höchste Pegelstand, der in den für die vergangenen 70 Jahre verfügbaren Aufzeichnungen des Lippeverbands verzeichnet ist. Das Hochwasser vom 5. Dezember 1960 überschwemmte damals weite Bereiche der Innenstadt.

So hoch soll der Wasserstand nie wieder klettern; ein Wasserstand, der jetzt für jeden Passanten auf der Maibrücke gut zu erkennen ist.

Denn ab sofort ist dort der Pegelstand in einem Fenster des Pavillons, der am Rande des Sesekeparks steht, ablesbar. Die große Anzeigetafel ist am Dienstagabend im Rahmen eines kleinen Festakts in Betrieb gegangen.

Bei der Eröffnung bei einem Pegelstand von 123 Zentimetern gab es Musik, Theater und Führungen durch den Park.

Der neue Service aus dem Sesekepark: Jetzt ist Hochwasser-Gefahr sofort zu erkennen

Schüler des Gymnasiums sorgten bei der Eröffnung des neuen Pegelhauses für musikalische Unterhaltung. © Stefan Milk

Fließgeschwindigkeit ist geringer geworden
Pegelstände der Seseke

Messung schon seit 1928

  • Der Pegel an der Ostenallee mit der Pegelnummer 20021 wurde am 15. November 2011 in Betrieb genommen. Grund für die Inbetriebnahme war der Umbau der Seseke in diesem Bereich im Jahr 2011.
  • Das höchste seitdem registrierte Ereignis erreichte einen Pegelstand von 285 Zentimeter und trat am 19. September 2014 auf. Das zweithöchste Ereignis trat am 1. Dezember 2015 mit einem Pegelstand von 245 Zentimetern auf.
  • Zum Vergleich: Der Mittelwasserstand beträgt 69 Zentimeter und das mittlere Niedrigwasser 39 Zentimeter. Diese Daten beziehen sich auf den Zeitraum von 2012 bis 2018.
  • Der Vorgängerpegel am gleichen Standort wurde am 1. Januar 1928 errichtet, die Daten des Pegels sind beim Lippeverband verfügbar ab dem 29. Januar 1952. In dem sehr langen Zeitraum von 1953 bis 2011 betrug das höchste Ereignis 424 Zentimeter vom 5. Dezember 1960 und das zweithöchste 376 Zentimeter vom 1. November 1998. In dem gesamten Zeitraum (60 Jahre) führte die Seseke Abwasser.

Nahezu 15 Jahre hat der Gewässerumbau an Körne, Seseke und Mühlbach gedauert, bis das Abwasser abgebunden war und der Fluss wieder wie ein ortstypischer Flachlandfluss mäandern konnte.

Die drei Flüsse können nach dem Umbau nun deutlich mehr Wasser aufnehmen, weil es zwischen Bönen, Heeren-Werve, Kamen und Methler größere Auslaufzonen gibt.

Die Fließgeschwindigkeit ist deutlich geringer, weil das Wasser nicht durch beengte Sohlschalen-Rinnen fließen muss. Die Gefahr, in der Seseke zu ertrinken, ist damit geringer geworden. Seit dem Umbau im Jahr 2011 sind Werte von vier Meter Höhe nicht im Entferntesten erreicht worden: Das höchste seitdem gemessene Ereignis liegt bei 2,85 Metern. Es trat am 19. September 2014 auf. Den zweithöchsten Wasserstand erfasste der Lippeverband am 1. Dezember 2015 mit einem Pegelstand von 2,45 Metern. Bei den starken Regenfällen am Montagabend war der Pegel kurzzeitig auf 1,70 Meter angestiegen.

Der neue Service aus dem Sesekepark: Jetzt ist Hochwasser-Gefahr sofort zu erkennen

Hochwasser der Seseke in den 60er-Jahren mit Blick auf die Westicker Straße/Ecke Ulmenplatz. Szenen wie diese sollen durch den in den vergangenen Jahren erweiterten Hochwasserschutz verhindert werden.

Mittelwert für die Seseke beträgt lediglich 69 Zentimeter

Zum Vergleich: Der Mittelwert der zwischen 2012 und 2018 gemessenen Pegelstände für die Seseke beträgt lediglich 69 Zentimenter.

Ein sogenanntes „mittleres Niedrigwasser“, ebenso zwischen 2012 und 2018 gemessen, beträgt im Durchschnitt lediglich 39 Zentimeter.

Die aktuellen Werte und auch die weitere Verläufe des Pegels über mehrere Tage und Wochen sind nun genauso auf der großen LED-Tafel abzulesen wie die Lufttemperatur. Gemessen wird im Übrigen in 250 Metern Entfernung. Die Messergebnisse werden dann über Funk übertragen.

Etwa 40.000 Euro betragen die Investitionskosten. Davon stammen 80 Prozent aus Landesmitteln. 20 Prozent trägt der Lippeverband.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Planung vorgestellt
Neue Attraktion für die Seseke: Flüsterbrücke für Gespräche quer über den Fluss
Hellweger Anzeiger Neue Wassermessanlage
Warnung vor Hochwasser an der Seseke: Neue Anlage im Sesekepark zeigt Wasserstand an
Hellweger Anzeiger Phänomen am Fluss
Dieses Tier hat soooo eine Krawatte! Fesselndes Naturschauspiel an der Seseke