Der mysteriöse Fall des verschollenen Pakets

dzPostboten unter Verdacht

Ein Nachbar soll das Paket einer Kamenerin angenommen, aber nie übergeben haben. Vor Gericht kommen Zweifel auf. Wo ist das Paket geblieben und haben die Paketboten etwas damit zu tun?

von Jana Peuckert

Kamen

, 07.11.2018, 17:51 Uhr / Lesedauer: 1 min

Im Alltag kommt es immer wieder vor, dass Menschen für ihre Nachbarn Pakete annehmen. Das soll auch ein Mann aus Kamen gemacht haben. Das Problem: Die Nachbarin hat ihr Paket bis heute nicht erhalten.

Für den 39-Jährigen zog das einen Platz auf der Anklagebank des Amtsgerichts Kamen nach sich. Am Mittwoch gab er dort an, zur Tatzeit, Oktober vergangenen Jahres, gar nicht mehr in dem Haus gewohnt zu haben. Ende September habe er die Schlüssel abgegeben und danach sei er auch nicht mehr vor Ort gewesen.

Die Nachbarin, die das Paket noch immer vermisst, bestätigte diese Aussage. Dann erklärte sie, dass ihr das Verhalten der beiden Paketboten, die an dem Tag gemeinsam unterwegs gewesen waren, nach dem Vorfall merkwürdig vorkam. Einer der beiden Boten hatte nämlich angegeben, dass sie selbst das Paket in Empfang genommen und dafür unterschrieben habe. Als Beweis dafür hatte er der Frau das Schreiben zeigen wollen. Zwar war die Nachbarin damals verhindert, ihr Ehemann erkannte aber anhand der Schrift und einer fehlerhaften Schreibweise des Namens sofort, dass es nicht die Unterschrift seiner Frau war.

Der zweite Postbote hatte bei der Polizei angegeben, das Paket sei einem Mann mit Brille übergeben worden. Auf einem Lichtbild hatte der Bote den Angeklagten als denjenigen, der das Paket in Empfang genommen hatte, erkannt.

Obwohl beide Postboten als Zeugen geladen waren, erschien am Mittwoch nur einer. Der konnte aber klar sagen, dass es sich bei dem Angeklagten nicht um den Mann handelte, dem das Paket übergeben worden sei: „Er war es mit Sicherheit nicht.“ Für den Richter kam am Ende nur ein Freispruch in Betracht. Möglicherweise könnte das Ganze aber für die Postboten noch ein Nachspiel haben.

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