Der Methleraner, der japanischer Radball-Nationaltrainer wurde

dzBundesverdienstkreuz für Kurt Erdmann

Kurt Erdmann aus Methler baute in Japan am damals längsten Eisenbahntunnel der Welt mit. Doch nicht nur Orte, sondern auch Menschen bringt der vielseitig engagierte Vereinsmensch zusammen.

Kamen

, 12.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Ob als Tunnelbauer, Sportschütze, Radballsportler oder Nationaltrainer: Kurt Erdmann blickt auf ein bewegtes Leben in zwei Ländern zurück. Viele Jahre hat der Methleraner Radballer und Schütze aus beruflichen Gründen in Japan gelebt. Weil er in der Ferne sein Hobby, den Radballsport, nicht missen wollte, machte er eben die Japaner damit bekannt. So wurde er schließlich selbst Trainer der japanischen Radball-Nationalmannschaft.

Die Verdienste Erdmanns nicht nur um den Radballsport, sondern auch um das Schützenwesen, haben sich bis auf höchste Ebene herumgesprochen. Im Haus Opherdicke in Holzwickede wurde der langjährige Vorsitzende des Schützenkreises Unna-Kamen am Freitag mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Landrat Michael Makiolla würdigte damit im Namen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, dass sich Erdmann in vielen Bereichen engagiert hat: fürs Gemeinwohl, die Stadt Kamen, die Förderung des Radsports auf Kreis-, Landes- und Bundes- sowie internationaler Ebene und für die deutsch-japanischen Beziehungen.

Der Methleraner, der japanischer Radball-Nationaltrainer wurde

Kurt Erdmann mit seiner Frau Yoshiko sowie den Gratulanten Elke Kappen (l.) und Michael Makiolla (r.). © Udo Hennes

Schon als Kind Brieftauben gezüchtet

Schon als Kind züchtete Erdmann Brieftauben und ging mit seinen Vater zum Geflügelzuchtverein. „Dort sammelte er erste ehrenamtliche Erfahrungen als Schriftführer und Ausstellungsleiter des Geflügelzuchtvereins über einen Zeitraum von zehn Jahren“, wie es in der Ordensbegründung heißt.

1955 gehörte Erdmann zu den Wiederbegründern des Schützenvereins 1830 Methler. Der Mitbegründer der Sportschützen-Abteilung ist auch im Ruhestand noch als Sportschütze aktiv und beteiligt sich an Wettbewerben und Deutschen Meisterschaften.

Chef des Dachverbands von 17 Schützenvereinen

Seit 2011 leitet Erdmann den Schützenkreis Unna-Kamen, die Dachvereinigung von 17 Traditions- und Sportschützenvereinen, und ist im Hauptausschuss des Schützenbezirks Hellweg und des Westfälischen Schützenbundes tätig. Kurt Erdmann liege das Schützenwesen besonders am Herzen, wie es in der Ordensbegründung heißt. Als Beispiele für seine Aktionen und Initiativen dienen der Bau der Gerätehalle in Methler sowie die Wiedereinführung des Kreiskönigsschießen 1986 sowie des Kreiskinderkönigsschießens 2010.

Frauenabteilung Radpolo gegründet

Der Radsport ist ein weiteres Hobby Erdmanns. Die Liste seiner Tätigkeiten ist lang: Sportwart und Trainer im Radsportverein RV Wanderlust, Radball-Schiedsrichter, Gründer und Trainer der Frauenradpoloabteilung (ab 1983), Gründer der Einradgruppe (seit 1993), Landesfachwart Radball und Radpolo im Radsportbund Nordrhein-Westfalen (seit 1975), Trainer und Ausbilder für Spielleiter. Als Landessportleiter war er nach dem Mauerfall an der Vereinigung der Radsportbünde aus dem Westen und dem Osten Deutschlands beteiligt.

Der Methleraner, der japanischer Radball-Nationaltrainer wurde

Radpolo beim RV Wanderlust in Methler. © Privat

Japanische Nationalmannschaft betreut

Vor allem aber ist Erdmann der Mann, der das Radballspielen in Japan populärer machte. Er war von 1971 bis 1975 innerhalb des Radballsports in Japan Landestrainer (Nationaltrainer). „Dort hat er den Radsport aufgebaut und das dazu erforderliche Radsportgerät anfertigen lassen“, heißt es in der Ordensbegründung. 1972 betreute Erdmann die japanische Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Münster, 1981 übernahm er die Vorbereitung und Betreuung für die Weltmeisterschaft in den Niederlanden. Erdmann fädelte auch private Begegnungen von deutschen und japanischen Nationalspielern ein, was ihm als Verdienst um die deutsch-japanische Freundschaft angerechnet wird. In Japan war er als Tunnelbauer beruflich im Auftrag eines deutschen Unternehmens tätig.

Seikan-Tunnel ist 23 Kilometer lang

Erdmann war am Bau des 23 Kilometer langen Seikan-Tunnels beteiligt, der seit 1988 die Hauptinsel Honshū mit der nördlich davon gelegenen Insel Hokkaidō verbindet. Erdmann ist mit einer Japanerin verheiratet und hat einen Sohn.

Die Liste der zahlreichen Auszeichnungen und Ehrungen Erdmanns (unter anderem das Ehrenkreuz in Bronze des Deutschen Schützenbundes) ist jetzt noch einmal länger geworden. Er erhielt das Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, so die offizielle Bezeichnung.

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