Der Griff zur Säge: Stadt Kamen will 27 Bäume fällen

dzWegen Pilz und Bauvorhaben

Weil sie krank sind oder Bauvorhaben im Weg stehen, will die Stadt Kamen bei 27 Bäumen zur Säge greifen. Neupflanzungen sind geplant, Umpflanzung seien zu risikoreich und zu kostspielig.

Kamen

, 19.11.2018, 14:53 Uhr / Lesedauer: 1 min

27 Bäume sollen im Kamener Stadtgebiet gefällt werden. Teilweise geschieht dies, weil die Bäume erkrankt sind, teilweise, weil sie Bauvorhaben der Stadt weichen müssen, wie Karsten Harrach, städtischer Baumfachmann aus dem Umweltamt, im Umwelt- und Klimaschutzausschuss berichtet. Neupflanzungen seien geplant.

Die meistens der Fällungen sollen im Zuge des Umbaus des Nebenzentrums Heeren-Werve erfolgen. 17 Bäume stehen den Planungen dort im Weg und sollen deshalb bis zum Februar 2019 gefällt werden. Zehn dieser Bäume fallen unter die Baumschutzsatzung, das heißt, dass Nachpflanzungen zwingend nötig sind. Insgesamt sollen aber zwölf neue Bäume als Ersatz an neuen Standorten eingepflanzt werden. „Sind denn keine Umpflanzungen möglich?“, fragt Marian-Rouven Madeja, sachkundiger Bürger mit Parteibuch der Grünen. „Solche Umpflanzungen sind extrem teuer und auch der Transport ist bei so großen Bäumen problematisch“, antwortet Harrach, „zudem besteht immer das Risiko, dass die Maßnahme nicht funktioniert. Dann hat man das Geld umsonst ausgegeben.“ Der Erste Beigeordnete Dr. Uwe Liedkte ergänzt zudem, dass dort im Erdreich „viele Kabel und Leitungen liegen, die es zu beachten gilt.“

Gleich neun Laubbäume sollen im Zuge des Anbaus für die Offene Ganztagsgrundschule (OGGS) an der Friedrich-Ebert-Schule fallen. „Das ist leider unumgänglich“, sagt der Baumexperte, „die stehen mitten im Baukörper.“ Sechs Ahornbäume und kleinere Buchen seien von den Fällungen betroffen. Neupflanzungen sollen erfolgen, jedoch an anderer Stelle.

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Von den Fällungen betroffen ist ebenso eine Kastanie an der Westicker Straße in der Höhe des Raiffeisen-Geländes. Ein Pilz hat sich in dem Stammfuß des Baumes eingenistet. „Das ist ein umfangreicher Befall“, urteilt Harrach. Deshalb sei eine Fällung notwendig, die noch diesen Monat erfolgen soll. „Die Lücke wollen wir wieder mit einer Nachpflanzung schließen“, so der Baumexperte. Gegebenenfalls könne auch eine andere Großbaumart die Kastanie ersetzen.

In der Satzung zum Schutze des Baumbestandes in der Stadt Kamen ist unter anderem vorgegeben, wann ein Baum gefällt werden darf. Zudem ist dort festgelegt, welche ausgleichenden Maßnahmen nach der Fällung unternommen werden müssen, etwa Neupflanzungen oder Ausgleichszahlungen. Die Satzung findet man auf der Internetseite der Stadt Kamen.
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