Erst kürzlich entfachte in den Sozialen Medien wieder mal eine Diskussion über Hundehaufen. Es ist kein neues Thema, aber ein wichtiges. Denn die unschönen Häufchen schaden nicht nur dem, der hineintritt.

Kamen

, 19.05.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Sie sind lästig und sie werden wohl auch noch in vielen Jahren Menschen auf die Palme bringen – spätestens, wenn jemand nichtsahnend hineintritt in den Hundehaufen. „Das Thema beschäftigt uns seit Jahren, es ist immer wieder im Gespräch, weil es immer uneinsichtige Hundehalter gibt, die den Kot ihrer Tiere nicht entfernen“, sagt Stadtsprecher Peter Büttner über das Thema Hundekot.

Erst kürzlich ploppte das Thema wieder einmal in den Sozialen Medien auf, weil in Heeren-Werve offenbar jemand seinen Hund direkt neben einem Hundekot-Mülleimer „machen“ lassen hat ohne das Häufchen dann zu entfernen. Von einer Verschlimmerung der Lage in Heeren-Werve sei nichts bekannt, sagt Büttner.

Besser geworden ist es aber offenbar auch nicht – und das obwohl das Thema Umweltschutz, weniger Plastik etc. seit vergangenem Jahr doch in aller Munde ist – Plastik passt deshalb zum Thema, weil manch ein Hundehalter den Kot zwar in einen Plastikbeutel packt, aber diesen dann in die Umwelt wirft.

Hundekotbeutel waren schon vor einem Jahr Thema in Kamen

Ebendiese Beutel waren vor etwa einem Jahr auch Thema im Umwelt- und Klimaausschuss. Klaus-Bernhard Kühnapfel, der für den Naturschutzbund als sachverständiger Bürger im Kamener Umwelt- und Klimaausschuss sitzt, sagte damals, dass vermehrt Hundekot-Beutel in der Natur landen. Vor einem Jahr gründete sich das Aktionsbündnis gegen Plastik, um das Umweltbewusstsein zu schärfen – freilich nicht nur in Bezug auf Hundekot-Beutel.

Doch offenbar hat sich seitdem beim Thema Hundekot nichts getan. „Es ist keine Tendenz festzustellen, es ist nach wie vor an vielen Feldwegen, wo man spazieren geht, Hundekot zu finden. Hin und wieder liegen dort auch die leidigen Plastikbeutel. Nach wie vor“, sagt Kühnapfel heute.

Hundehaufen liegen zu lassen ist das eine. Den Haufen erst in einen Beutel zu packen und den dann in die Umwelt zu werfen das andere. Denn Plastik schadet der Natur sehr und auf diese Weise wird der Kot quasi konserviert.

Hundehaufen liegen zu lassen ist das eine. Den Haufen erst in einen Beutel zu packen und den dann in die Umwelt zu werfen das andere. Denn Plastik schadet der Natur sehr und auf diese Weise wird der Kot quasi konserviert. © Claudia Pott

Doch daran kann man nur schwer ablesen, ob sich manche Hundehalter nicht doch gebessert haben. „Vielleicht sind das nur einzelne, die sich daneben benehmen, aber es dauerhaft immer wieder machen. Die sind schwer zu bekommen und schwer zugänglich“, sagt Kühnapfel.

Hundekot schadet den Pflanzen an Feldwegen

Wenn also die meisten Hundehalter aufpassen, aber einige wenige völlig uneinsichtig sind, dann kann das schon böse Auswirkungen haben – und zwar in vielerlei Hinsicht. Freilich schadet Plastikmüll der Umwelt und Hundekot – egal ob eingetütet oder nicht – ist nicht schön anzusehen. Doch nicht nur die Haufen selbst verunstalten einen Feldweg, sondern auch die vielen Nährstoffe, die sie enthalten.

Jetzt lesen

Sie sind ein Grund dafür, dass die Wegränder nicht mehr bunt blühen, wie Kühnapfel erklärt. Während der Otto Normalbürger Nährstoffe als etwas Gutes betrachtet, weiß der Botaniker, dass zu viel Nährstoffe schädlich sein können. „Die meisten Pflanzen sind auf einen niedrigen Nährstoffgehalt angepasst. Wenn es zu viel wird, bedrängen die wenigen dominanten Pflanzen andere. Nährstoffe sind in der Botanik nicht unbedingt gut“, erklärt Kühnapfel. Früher seien die Wegränder schön bunt gewesen, heute sei das nirgendwo mehr der Fall. Meist wachsen dort nur noch Brennnesseln oder Disteln.

Auf den ersten Blick sieht man manch einen Hundehaufen gar nicht – und manchmal bemerkt man ihn erst dann, wenn man schon hineingetreten ist. Viele Hundehalter entsorgen den Kot ihres Vierbeiners zwar, aber einige eben nicht. Und das sorgt immer wieder für Diskussionsstoff.

Auf den ersten Blick sieht man manch einen Hundehaufen gar nicht – und manchmal bemerkt man ihn erst dann, wenn man schon hineingetreten ist. Viele Hundehalter entsorgen den Kot ihres Vierbeiners zwar, aber einige eben nicht. Und das sorgt immer wieder für Diskussionsstoff. © Claudia Pott

Die Sünder werden nur selten ertappt

Was ist also das Beste, das Hundehalter tun können? Den Kot einsammeln und wegschmeißen – „damit kann man niemandem schaden“, sagt Kühnapfel. Man sollte also nicht müde werden, an jene Hundehalter, die das noch nicht eingesehen haben, zu appellieren – freilich ohne alle in einen Topf zu werfen. Einen anderen Weg als an die Vernunft zu appellieren gibt es bei diesem Thema nicht wirklich.

Denn obwohl theoretisch Bußgelder verhängt werden, sind die Sünder nur schwer zu erwischen, wie Peter Büttner erklärt. Da die Mitarbeiter des Ordnungsamts gut zu erkennen seien, sei es extrem schwierig einen Hundehalter auf frischer Tat zu ertappen. Eine Bestrafung komme häufig nur dann zustande, wenn die Stadt konkrete Hinweise erreichten.

Jetzt lesen

Wie hoch dann die Strafe ist, kommt dabei auf „die Schwere der Schuld an“, erklärt Büttner. Die Bußgelder für diese Vergehen – die übrigens als illegale Müllablagerung gewertet werden – liegen laut Büttner zwischen 25 und 80 Euro. „Wenn ein großer Hund mitten auf die Straße macht oder ein kleiner Hund in einen Graben, dann ist das ein Unterschied“, erklärt er, wie die Spanne zustande kommt.

Lesen Sie jetzt

Jetzt zieht es die Menschen nach draußen. Warum die vom Brot gefallene Wurst nicht liegen bleiben darf und Hunde nicht auf der Weide ihr Geschäft machen sollten, sagt der Landwirte-Sprecher

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Katholischer Friedhof Methler
Aggressiv und nicht gesprächsbereit: Polizei löst Beerdigung mit 150 Trauernden auf
Hellweger Anzeiger Kommunalwahl
Für zwei aktuelle Ratsmitglieder wird es eng: Bündnisgrüne legen Liste zur Kommunalwahl vor
Hellweger Anzeiger Corona-Krise
Einbruch im Tourismus: Allein Hoteliers in Fröndenberg verlieren zwei Drittel ihrer Gäste
Hellweger Anzeiger Eröffnung im Bahnhof Kamen
Wie eine Tankstelle ohne Sprit: Mit dem DB Service-Store alles neu im Bahnhof Kamen