Der Celloherbst ist klangfarbenfroh

dzZwei Konzerte in Kamen

Malerische und kunstbeflissene Spielorte beim „Celloherbst am Hellweg“. Die Virtuosen von Split im Haus Heeren und ein Streicherduo in der Bildergalerie.

Kamen

, 05.10.2018, 16:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Celloherbst ist nicht nur streichzart und klangfarbenfroh. Die raumfüllenden Klangfarben des mittelgroßen Streichinstruments erklingen in der Sesekestadt auch an zwei besonderen Orte: Im Haus Heeren am Sonntag, 4. November, und in der Galerie „Zeitlos“ am Donnerstag, 15. November. Die beiden Konzerte stehen unter den Leitmotiven „Venezianische Nacht“ und „Junge Cellosterne“.

Dirigent Wladimir Kossjanenko, Solistin Felicitas Stephan, Prof. Cihat Askin und Intendant Uli Bär: Vier Protagonisten der außergewöhnlichen Konzertreihe legten am Freitag einen Stopp im malerischen Haus Heeren ein, ein Prachtbau mit Wassergraben, der so viel Strahlkraft besitzt, das er auch oft als Schloss bezeichnet wird. Gastgeber und Freiherr Christian von Plettenberg bietet den Virtuosen von Split, so der Name des Ensembles, ein repräsentatives Forum, in dem die Musik kroatischer Künstler farbenprächtig aufstrahlen kann – das Doppelkonzert g-moll für zwei Violoncelli von Antonio Vivaldi soll Bilder „von goldenen Kuppeln des Markusdoms, der Piazza San Marco, dem hell schimmernden Wasser der Lagune und der Kanäle“ vor den Augen der Zuhörer aufleuchten lassen, wie es in der Ankündigung heißt. Die Virtuosen von Split würden sich als aktives Bindeglied zwischen den europäischen und internationalen Kulturzentren und der kroatischen Musiktradition verstehen – sie verkörperten damit geradezu ideal das Schwerpunktthema der diesjährigen Konzertreihe, das unter dem Motto „Klangreise durch Europa“ steht.

„Wir freuen uns schon sehr auf das Konzert im Haus Heeren“, so Uli Bär, der zwei exzellente Künstlerinnen für den Abend ankündigen kann. „Felicitas Stephan ist die künstlerische Leiterin des Festivals Celloherbst am Hellweg und seit mehr als 20 Jahren im In- und Ausland als Solistin und Kammermusikerin erfolgreich.“ Pauline Stephan, ein „Junger Cellostern“, studiert an der Musikhochschule Münster bei Prof. Matias de Oliveira Pinto. Sie konzertiert gemeinsam mit dem Gitarristen Julian Richter als Duo Giussani und ist Mitglied der 12 Hellweger Cellisten.

Leuchtende Klangfarben, nicht besser könnte das Thema in einer Bildergalerie aufgehoben sein. Und so ist die Galerie „Zeitlos“ wieder Spielort für die Reihe, die bis zum 24. November mit Konzerten zwischen Ahlen bis Wickede/Ruhr aufwartet. In der Kamener Galerie am Alten Markt werden Konstantin Bruns (Violoncello) und Mayumi Kanagawa (Violine) auftreten. Sie bringen ein besonderes Instrument mit: Das französische Cello von Paul Bailly aus dem Jahre 1902, das aus dem Besitz engagierter Mitglieder des Kulturkreises der Unnaer Wirtschaft stammt. Und Bruns wird darauf vermutlich Klangfarben erzeugen, die man förmlich sehen kann.

info@celloherbst.de

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