Der Bahnhof vor der Haustür: Mit Lärmschutz in zentraler Lage wohnen

dzNeue Wohnungen geplant

Wohnen mit direkter Anbindung zum Bahnhof mit Blick auf die Schienen. Die beiden Wohnhäuser, die an der Borsigstraße gebaut werden, sollen sich durch besonderen Lärmschutz auszeichnen.

Kamen

, 11.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Dort, wo an der Borsigstraße alte Gewerbehallen abgerissen worden sind, sollen jetzt Wohnhäuser entstehen. 22 Wohneinheiten sollen die beiden mehrstöckigen Gebäude bieten.

Der Stadtverwaltung liegen der Bauantrag und die Baupläne für das Projekt, das im weiteren Sinne unter dem Leitmotiv „Bauland an der Schiene“ steht, vor. „Die Besonderheit ist, dass die Wohnungen in zentraler städtischer Lage nah zum Bahnhof liegen, aber auch direkt an der Bahnlinie sind“, schildert Kamens Erster Beigeordnete Dr. Uwe Liedtke. Die Borsigstraße läuft in etwa von der Einmündung Schäferstraße bzw. von der Unterführung zum Bahnhof parallel zur Bahnstrecke Dortmund-Hamm, bevor sie am Buschweg nach links abknickt und zur Dortmunder Allee anschließt. Die Straße ist als Fahrradstraße ausgewiesen, eine von vier Fahrradstraßen in Kamen – der Mühlentorweg, die Lenbachstraße und die Bahnhofstraße.

Zuschnitt der Wohnungen angepasst

Die direkte Lage an der Bahnstrecke hat Auswirkungen auf den Zuschnitt der Wohnungen. Vorgesehen sind besonders lärmschützende Fenster der Schallschutzklasse 4. Schlaf- und Kinderzimmer werden nicht zur Bahnlinie geplant. Balkone, die zur Bahnstrecke liegen, sollen zusätzlich abgeschirmt werden. „Die Empfehlungen eines Immissionsschutzgutachtens sind bei den Planungen eingeflossen“, so Liedtke. Eingeplant sind, so berichtete er, zudem ein Spielplatz, ausreichend Pkw-Stellplätze und 30 Fahrradstellplätze. Die Mietwohnungen der barrierefreien Wohnungen sollen dem Vernehmen nach Größen zwischen 73 und 110 Quadratmeter haben.

Areal der Polizeikaserne als neues Wohngebiet

In direkter Nachbarschaft liegt bekanntlich die leer stehende Polizeikaserne, die schon lange als potenzieller Bauplatz für Wohnungen im Gespräch ist. Bereits bevor das Areal als Flüchtlingsunterkunft genutzt wurde, gab es konkrete Vorstellungen, wie das Gelände entwickelt werden könnte. Sie reichten von barrierefreiem Wohnen über die Pflege für jüngere Menschen mit Behinderung bis zur Schaffung von sozialem Wohnraum mit besonderer Ausrichtung auf studentisches Wohnen. Das war Thema, bevor die Bezirksregierung Arnsberg Ende 2014 beim Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) im Rahmen des Amtshilfeersuchens das Gebäude als Notunterkunft anforderte. Die Stadt hatte damals bereits darüber nachgedacht, das ganze Areal zu erwerben; allerdings nicht zu dem Preis von 800.000 Euro, den das BLB aufgerufen hatte. Eine unklare Altlastenbewertung und denkmalgeschützte Bereiche erzeugten Diskussionsbedarf. Nach der Aufgabe des Hauses als Flüchtlingsunterkunft steht das Thema nun wieder auf der Agenda von Politik und Verwaltung.

Lesen Sie jetzt

Hellweger Anzeiger Geburt während Mondlandung

Erster Schritt und erster Schrei: Wie das „Astronautenbaby“ zur Welt kam

Meistgelesen