Das zahlt die Musterfamilie aus Kamen: Die neuen Gebühren für das nächste Jahr

dzNach Grundsteuerschock

Die Kamener haben noch immer den Grundsteuerschock der vergangenen Jahre zu verdauen, als um mehr als die Hälfte erhöht wurde. Stadtkämmerer Ralf Tost legt nun das Zahlenwerk fürs kommende Jahr vor.

Kamen

, 07.11.2019, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für Kamener Bürger wird das Leben im kommenden Jahr nicht teurer – zumindest was die Grundbesitzabgaben an die Stadt Kamen betrifft. Etwa 43.000 Bürger in 15.000 Haushalten werden diese Nachricht ab Montag, 13. Januar, schwarz auf weiß erhalten, wenn die neuen Gebührenbescheide der Stadt Kamen in die Post gehen.

Nach Jahren teilweise drastischer Aufschläge, angetrieben durch die Erhöhung der Grundsteuer (insgesamt 56,8 Prozent in zwei Erhöhungsstufen 2013 und 2018), dürfte das für Kamener Steuerzahler eine gute Nachricht sein.

Und die Aussichten bleiben gut: Zurzeit sieht es danach aus, dass die Grundsteuer auch in den kommenden drei Jahren stabil bleibt, wie Bürgermeisterin Elke Kappen auf Anfrage der Redaktion prognostizierte, ohne sich abschließend festzulegen: „Nach dem jetzigen Stand ist eine Erhöhung in der mittelfristigen Finanzplanung bis einschließlich 2023 nicht vorgesehen.“

Das zahlt die durchschnittliche Familie aus Kamen

Doch was zahlt die durchschnittliche Kamener Familie, die gern als Familie Mustermann bezeichnet wird, nun tatsächlich? Ein Vier-Personen-Haushalt muss übers Jahr gesehen mit Steuern und Gebühren von 1475 Euro rechnen.

In der Praxis bedeutet das bei vierteljährlichem Einzug 368,75 Euro in den Monaten Februar, Mai, August und November. Oder bei monatlicher Zahlung eine Belastung von 122,91 Euro.

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In dem Rechenbeispiel schlüsseln sich die Abgaben wie folgt auf: Den größten Batzen bildet die Grundsteuer B mit 478,10 Euro, knapp gefolgt von der Schmutzwassergebühr, die bei einem Wert von 160 Kubikmetern 467,20 Euro beträgt. Dann folgt die Gebühr für Niederschlagsabwasser (140 Kubikmeter) mit 232,40 Euro. Die Restmülltonne (80 Liter) fällt mit 180 Euro ins Gewicht, die ebenso große Biotonne mit 59 Euro. Die Straßenreinigung bei einer Anliegerstraße von 22 Metern schlägt mit 58,30 Euro zu Buche.

Wie gesagt, das gilt alles für Familie Mustermann. Die Werte liegen in jedem Haushalt anders, weil jeder Wert naturgemäß variiert.

Das zahlt die Musterfamilie aus Kamen: Die neuen Gebühren für das nächste Jahr

Bürgermeisterin Elke Kappen, Stadtkämmerer Ralf Tost und Christian Völkel, Fachbereichsleiter Finanz-Service stellen die Gebührenkalkulation fürs kommende Jahr vor. © Carsten Janecke

Gebühren können binnen vier Jahren verrechnet werden

Die Gebührenstabilität in diesem Jahr hat damit zu tun, dass die Stadt die jeweiligen Mehreinnahmen bzw. Mehrausgaben, die im Jargon des Kämmerers als Überdeckungen und Unterdeckungen bezeichnet werden, untereinander ausgleichen kann – und das in einem Zeitraum von vier Jahren. „Uns geht es darum, eine möglichst große Stabilität zu erzeugen, sodass wir große Sprünge nach oben vermeiden“, so Stadtkämmerer Ralf Tost.

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Sprich: Wenn er einmal mehr Gebühren einnimmt als geplant, muss er das Geld nicht gleich an die Bürger zurückgeben. Sondern kann es dann dort reinbuttern, wo er mehr zahlen musste als erwartet. Demnach hat der Kämmerer gut gerechnet. Tost ist zufrieden: „Wir lagen sehr nahe an der Realität mit unserer Prognose.“

Das zahlt die Musterfamilie aus Kamen: Die neuen Gebühren für das nächste Jahr

Eigentlich stellt Kämmerer Ralf Tost das Rechenbeispiel für Grundbesitzabgaben immer mit zwei Säulen dar, um den Vergleich zum jetzigen Jahr darzustellen. In diesem Jahr kann er darauf verzichten. Es gibt nur eine Säule, weil sich nichts verändern soll. Für etwa 43.000 Kamener Bürger in ca. 15.000 Haushalten eine gute Nachricht. © Janecke

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