Paul Koch (r.) ist Zimmermeister der Firma Meiko aus Lünen, mit seinem Sohn Daniel Koch und seinem Team wird er in den nächsten Wochen und Monaten ein einmaliges Holzhaus neben die Volksbank setzen. © Claudia Pott
Volksbank Kamen-Werne

„Das wird eine Herausforderung“: Neubau an der Bahnhofstraße in Kamen startet

Die Villa neben der Hauptstelle der Volksbank Kamen-Werne ist mittlerweile Geschichte. An ihre Stelle kommt ein Holzhaus. Das ist sogar für die Zimmerer etwas Besonderes.

„Das ist eine seltene Konstruktion. In Teilbereichen haben wir das schonmal gebaut. Aber das hier ist einmalig. Auch zumal es dreigeschossig ist.“ Paul Koch ist Zimmermeister der Zimmerei Meiko aus Lünen. Er wird mit seinem Team den Neubau neben der Hauptstelle der Volksbank Kamen-Werne an der Bahnhofstraße bauen. Und zwar auf eine besondere Weise.

Denn das Gebäude wird zum größten Teil aus Holz bestehen. Die massiven Wände, die Decken sowie Türen und Fenster werden dafür fertig geliefert und vor Ort „nur noch“ aufgestellt. Doch so einfach wie das klingen mag, ist es nicht. Im Gegenteil. Denn bei dieser Bauweise muss man vor allem bei der Vorplanung sehr genau arbeiten, damit am Ende nichts schief geht.

Das hat auch der Kamener Architekt Peter Tillmann erklärt, der das Haus geplant hat. Alles muss genau zusammenpassen, weil die Teile schon fertig geliefert werden. Wo kommen die Fenster hin, wo die Steckdosen? Jedes Detail muss vorher feststehen. Die Planung dauert bei solchen besonderen Bauweisen also dementsprechend lange – dafür steht das Haus aber im Nu. Bis Ende dieses Jahres bzw. spätestens im Januar 2021 soll es schon bezugsfertig sein. Unten entsteht eine große Gewerbeeinheit und in den beiden Stockwerken darüber vier Wohnungen.

Lkw liefern am laufenden Band Wände für das neue Gebäude

Wie genau beim Bau vorgegangen wird, kann Koch wohl am besten erklären. Lkw liefern ab Montag nach und nach genau das an, was gebraucht wird. Koch hat Skizzen, auf denen er genau sieht, welche Wände wo im Lkw liegen. Die Wand, die ganz oben liegt, wird als erstes aufgestellt, dann die darunter etc. Vor Ort werden die Wände aufgestellt und zusammengeschraubt.

Wo die Wände einmal stehen werden kann man übrigens bereits erahnen, denn Kochs Firma ist schon am Samstag dabei, auf dem Fundament der einstigen Villa, welches ausgegossen worden ist, Vorbereitungen zu treffen. Koch und sein Team bringen unter anderem Winkel auf die Fläche auf. Auch hierbei müssen sie freilich sehr genau vorgehen.

Der Kamener Architekt Peter Tillmann stellt die Pläne für den Neubau neben der Volksbank an der Bahnhofstraße vor. Was man auf den Bildern allerdings nicht sieht: Das Haus wird komplett aus Holz bestehen und damit in der Bauweise eine Besonderheit in der Region sein.
Der Kamener Architekt Peter Tillmann stellt die Pläne für den Neubau neben der Volksbank an der Bahnhofstraße vor. Was man auf den Bildern allerdings nicht sieht: Das Haus wird komplett aus Holz bestehen und damit in der Bauweise eine Besonderheit in der Region sein. © Architekturbüro Dipl.-Ing. Peter Tillmann BDB Kamen © Architekturbüro Dipl.-Ing. Peter Tillmann BDB Kamen

Dieser besondere Bau mit seiner Millimeterarbeit ist etwas, was für Koch und auch für Architekt Tillmann etwas Besonderes und teils Einmaliges ist. Doch beide werden möglicherweise künftig mehr Übung darin bekommen, denn Tillmann sieht darin die Zukunft. Die Ressourcen wachsen nach, es geht schnell und Holz muss im Gegensatz zu Beton nicht trocknen. Und stabil ist das Material, das extra aus dem Süden angeliefert wird, freilich auch. Wie dick die Wände sein werden, das sehen die Kamener dann ab Montag an der Bahnhofstraße.

Über die Autorin
Jahrgang 1991. Vom Land in den Ruhrpott, an der TU Dortmund studiert, wohnt jetzt in Bochum. Hat zwei Katzen, liest lieber auf Papier als am Bildschirm. Zu 85 Prozent Vegetarierin, zu 100 Prozent schuhsüchtig.
Zur Autorenseite
Avatar
Lesen Sie jetzt