„Das wird eine Herausforderung“: Neubau an der Bahnhofstraße in Kamen startet

dzVolksbank Kamen-Werne

Die Villa neben der Hauptstelle der Volksbank Kamen-Werne ist mittlerweile Geschichte. An ihre Stelle kommt ein Holzhaus. Das ist sogar für die Zimmerer etwas Besonderes.

Kamen

, 25.07.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Das ist eine seltene Konstruktion. In Teilbereichen haben wir das schonmal gebaut. Aber das hier ist einmalig. Auch zumal es dreigeschossig ist.“ Paul Koch ist Zimmermeister der Zimmerei Meiko aus Lünen. Er wird mit seinem Team den Neubau neben der Hauptstelle der Volksbank Kamen-Werne an der Bahnhofstraße bauen. Und zwar auf eine besondere Weise.

Denn das Gebäude wird zum größten Teil aus Holz bestehen. Die massiven Wände, die Decken sowie Türen und Fenster werden dafür fertig geliefert und vor Ort „nur noch“ aufgestellt. Doch so einfach wie das klingen mag, ist es nicht. Im Gegenteil. Denn bei dieser Bauweise muss man vor allem bei der Vorplanung sehr genau arbeiten, damit am Ende nichts schief geht.

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Das hat auch der Kamener Architekt Peter Tillmann erklärt, der das Haus geplant hat. Alles muss genau zusammenpassen, weil die Teile schon fertig geliefert werden. Wo kommen die Fenster hin, wo die Steckdosen? Jedes Detail muss vorher feststehen. Die Planung dauert bei solchen besonderen Bauweisen also dementsprechend lange – dafür steht das Haus aber im Nu. Bis Ende dieses Jahres bzw. spätestens im Januar 2021 soll es schon bezugsfertig sein. Unten entsteht eine große Gewerbeeinheit und in den beiden Stockwerken darüber vier Wohnungen.

Lkw liefern am laufenden Band Wände für das neue Gebäude

Wie genau beim Bau vorgegangen wird, kann Koch wohl am besten erklären. Lkw liefern ab Montag nach und nach genau das an, was gebraucht wird. Koch hat Skizzen, auf denen er genau sieht, welche Wände wo im Lkw liegen. Die Wand, die ganz oben liegt, wird als erstes aufgestellt, dann die darunter etc. Vor Ort werden die Wände aufgestellt und zusammengeschraubt.

Wo die Wände einmal stehen werden kann man übrigens bereits erahnen, denn Kochs Firma ist schon am Samstag dabei, auf dem Fundament der einstigen Villa, welches ausgegossen worden ist, Vorbereitungen zu treffen. Koch und sein Team bringen unter anderem Winkel auf die Fläche auf. Auch hierbei müssen sie freilich sehr genau vorgehen.

So soll der Neubau neben der Volksbank einmal aussehen. Dass es ein Holzhaus ist, sieht man am Ende nicht mehr, denn es wird verklinkert.

So soll der Neubau neben der Volksbank einmal aussehen. Dass es ein Holzhaus ist, sieht man am Ende nicht mehr, denn es wird verklinkert. © Architekturbüro Tillmann

Dieser besondere Bau mit seiner Millimeterarbeit ist etwas, was für Koch und auch für Architekt Tillmann etwas Besonderes und teils Einmaliges ist. Doch beide werden möglicherweise künftig mehr Übung darin bekommen, denn Tillmann sieht darin die Zukunft. Die Ressourcen wachsen nach, es geht schnell und Holz muss im Gegensatz zu Beton nicht trocknen. Und stabil ist das Material, das extra aus dem Süden angeliefert wird, freilich auch. Wie dick die Wände sein werden, das sehen die Kamener dann ab Montag an der Bahnhofstraße.

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