„Das war Rufmord!“ Ex-Nachtclub-Chef Megger soll Diebesgut aus abgelegter Hose zurückerhalten

dzVerfahren um Diebstahl rechtskräftig

Ein Urteil aus einem skurrilen Gerichtsverfahren um einen Diebstahl aus einer abgelegten Hose hat nun Rechtskraft erlangt. Unnas Ex-Nachtclub-Chef war wohl um 700 Euro bestohlen worden.

Kamen, Unna

, 08.06.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die skurrile Geschichte rund um Achim Megger, schillernde Persönlichkeit aus Unnas Rotlichtmilieu, erreichte 2018 die Öffentlichkeit. Vor dem Amtsgericht Kamen war zu dem Zeitpunkt eine Verhandlung angesetzt, in der es darum ging, dass dem Nachtclub-Chef mutmaßlich Tageseinnahmen über 700 Euro aus seinem damaligen Haus in Heeren-Werve gestohlen wurden – aus einer über einem Sessel abgelegten Hose.

Achim Megger ist wieder da. Der schillernde Ex-Nachtclubbetreiber will als Einzelkandidat Bürgermeister werden. Nach einem Herzinfarkt reift die Erkenntnis: „Ich will noch einmal durchstarten!“

Achim Megger ist wieder da. Der schillernde Ex-Nachtclubbetreiber will als Einzelkandidat Bürgermeister werden. Nach einem Herzinfarkt reift die Erkenntnis: „Ich will noch einmal durchstarten!“ © Stefan Milk

Amtsgericht setzt nun Zwangsvollstreckung in Gang

Als das Ganze im Februar 2018 vor dem Amtsgericht verhandelt wurde, erhielt der damalige Betreiber des Clubs „Mirabelle“ bzw. „Bad Königsborn“ an der Kamener Straße Recht – es war aber noch nicht rechtskräftig. Zwei Jahre später steuert die abenteuerliche Story auf ihr Ende zu. Nachdem dem Urteil am 7. Januar dieses Jahres vom Amtsgericht Kamen Rechtskraft beschieden wurde, geht es nun in die Zwangsvollstreckung. Der Streitwert beträgt ca. 1600 Euro.

„Ich bin froh, dass das jetzt abgeschlossen ist“, sagt der jetzt 56-Jährige im Gespräch mit der Redaktion, in dem er auch seine Bürgermeister-Kandidatur für Unna ankündigte. „Das war Rufmord. Der Vorfall hat mich richtig mitgenommen.“

Mit Rolex und teuren Schuhen nicht nötig gehabt, zu stehlen

Rückblick: Eine damals 24-Jährige soll die Tat am 13. Mai 2017 in Meggers Privathaus begangen haben. Sie bestritt das indes vor dem Amtsgericht. „Ich habe nichts getan. Ich schwöre es“, so die Ehefrau eines Juwelenhändlers damals. Sie habe es gar nicht nötig zu stehlen. Schließlich trage sie eine teure Rolex, Schuhe für 800 Euro und eine Jacke für 2000 Euro. Am fraglichen Tag sei sie im Etablissement des Geschädigten gewesen, um ihn davon abzuhalten, ihre 18-jährige Schwester zu prostituieren. Ein Zuhälter-Vorwurf, der im Gerichtssaal damals nicht weiter erörtert wurde und danach auch nicht mehr erneuert wurde.

Gericht bewertet gegensätzliche Aussagen

In dem Haus in Kamen soll sich die mutmaßliche Diebin, so ihre Aussage damals, geweigert haben, mit einem Freund Meggers ins Bett zu steigen. Daraufhin sei der Clubbetreiber wütend geworden und habe sie beschuldigt, das Geld gestohlen zu haben. Megger erklärte hingegen, die Frau sei zu ihm gekommen, weil sie sich um eine Stelle in der Geschäftsführung beworben habe. Dann seien sie mit mehreren Personen in sein Haus gefahren und hätten gefeiert.

Die Angeklagte habe allerdings nicht mehr gehen wollen und sogar seine Zimmertür zerstört. „Sie war völlig apathisch, rannte herum wie eine Verrückte“, so Megger damals als Zeuge. Schließlich habe er den Ehemann der Frau angerufen und ihn gebeten, seine Frau abzuholen und nach dem Geld zu durchsuchen. Das habe dieser aber verweigert. Stattdessen seien beide schnell weggefahren.

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Richter verhängte Ordnungsgeld während der Verhandlung

Immer wieder hatte die Angeklagte während der Gerichtsverhandlung dazwischen geredet. Mehrfach hatte der Richter ihr deswegen mit einem Ordnungsgeld gedroht. Als sie schließlich auch bei der Urteilsbegründung ihren Mund nicht halten konnte, machte der Vorsitzende die Drohung wahr und verhängte ein Ordnungsgeld von 300 Euro.

Was den Diebstahl betraf, glaubte der Richter der Aussage Meggers. Andernfalls sei es unlogisch, den Ehemann dazu aufzufordern, die Frau zu durchsuchen. „Ihre Geschichte kommt mir komisch vor“, hatte sich der Richter an die Angeklagte gewandt und sein Urteil gefällt.

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„Ich sagte nur: Gib mir die Kohle wieder“

Megger, der jetzt gegenüber unserer Redaktion ankündigte, als parteiloser Einzelkandidat bei der Bürgermeisterwahl in Unna anzutreten, hat den besagten Tag, als er bestohlen wurde, noch deutlich vor Augen. „Ich sagte nur: Gib mir die Kohle wieder.“ Die Aussichten darauf sind gestiegen.

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