Das verlockende Geschäft mit gebrauchten Kleidern

dzIllegale Altkleidercontainer

Das Geschäft der Altkleidersammlungen zieht schwarze Schafe an. In Kamen und dem gesamten Kreis ist der Kampf gegen diese eine Daueraufgabe. Auf diese Merkmale sollte man achten.

Kamen

, 13.08.2018 / Lesedauer: 3 min

Wenn der Kleiderschrank entrümpelt wird, ist Wegwerfen oftmals zu schade. Kleidung, die nicht mehr gewollt aber in gutem Zustand ist, kann man zur Altkleidersammlung bringen. Mittlerweile findet man an vielen Straßenecken entsprechende Container, viele Vereine und Organisationen bieten Sammlungen an. Die Kleidung wird sortiert, verteilt und verkauft und findet häufig für kleines Geld einen neuen Besitzer.

Doch wo das Geld lockt, sind die schwarzen Schafe nicht fern, die es auch im Bereich der Altkleidersammlungen gibt. Das berichtet auch der aufmerksame Bürger Michael Ganswind, der im Kreis Unna schon einige dubiose Container und Sammlungen entdeckt habe, etwa in Heeren-Werve oder in Bönen. Nicht nur dubiose Container sind Ganswind aufgefallen, sondern auch eine Häufung von Sammlungen: „Es werden ja auch Altkleidersammlungen vor der Haustür gemacht und bis vor wenigen Monaten waren die recht aggressiv, weil man gefühlt alle zwei Wochen Zettel im Briefkasten hatte oder irgendwelche Sammelkörbe vor der Haustür“, berichtet er.

Problem in Deutschland

Doch besteht das Problem der illegalen Altkleidersammlungen tatsächlich auch in Kamen und wie erkennt man solche dubiosen Machenschaften? Die Antwort darauf kennt Andreas Hellmich, Sprecher der Gesellschaft für Wertstoff- und Abfallwirtschaft Kreis Unna (GWA).

Die GWA kooperiert seit 2012 mit den Kommunen im Kreisgebiet bei der Aufstellung von Altkleidercontainern, die man an der grünen Farbe und dem GWA-Logo erkennt. Rund 400 dieser Container stehen im Kreis Unna, etwa 40 davon, also zehn Prozent, stehen im Bereich Kamen. „Zu dem System mit den GWA-Containern gibt es legale und illegale Konkurrenz“, sagt Hellmich und betont, dass nicht jeder Container, der nicht von der GWA betrieben wird, illegal sei. Doch schwarze Schafe gebe es, nicht nur in Kamen oder dem Kreis, sondern im gesamten Land sei dies ein Problem.

Einer der wichtigsten Hinweise, ob ein Container legal oder illegal aufgestellt wurde, sei die angebrachte Telefonnummer. Fehle diese, sei es wahrscheinlich, dass es sich um einen illegalen Container handele. Doch auch wenn eine Telefonnummer gut sichtbar an dem Container prangt und sogar um einige Symbole von bekannten Einrichtungen, etwa dem Roten Kreuz, ergänzt wird, könne es sich um eine Fälschung handeln. „Im Zweifelsfall hilft nur Testen“, sagt Hellmich, in manchen Fällen sei die Nummer nämlich rein erfunden. „Da sollte man dann aber aufpassen, so eine Nummer könnte auch kostenpflichtig sein“, warnt der GWA-Sprecher.

Zudem müsse man darauf achten, ob sich ein dubioser Container auf einem öffentlichen Platz – oder in Armlänge zu einem solchen Ort – oder auf einem privaten Grundstück befindet. Bei öffentlichen Plätzen sei die Stadt gefragt, die man mit einem Anruf beim Stadtsprecher Hanno Peppmeier unter Tel. (02307)1482101 benachrichtigen kann, bei privaten Grundstücken müsse der Eigentümer die entsprechenden Schritte einleiten.

Müll an den Containern

Die Container sorgen nicht nur dafür, dass die abgegebene Kleidung an dubiose Geschäftsleute geht, sondern zum Teil auch für zusätzliche Vermüllung, wie Hellmich berichtet. Müll, der sich regelmäßig in den Container finden lasse, werde von den illegalen Anbietern häufig einfach daneben gestellt, ohne dass sich jemand um die Entsorgung kümmere. Die GWA fahre hingegen einmal pro Woche die eigenen Container ab, um nach Müll Ausschau zu halten. „Im Jahr 2011 gab es massive Probleme wegen der illegalen Altkleidersammlungen“, berichtet der GWA-Sprecher. Durch das einheitliche System im Kreis Unna sei zwar vieles besser geworden, doch mit dem Problem der illegalen Betreiber müsse man sich weiterhin beschäftigen. „Das ist eine Daueraufgabe“, sagt Hellmich.

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