Buddeln für eine bleibende Erinnerung: Das Pflanzfest im Kamener Bürgerwald zieht viele Interessierte an. 52 neue Bäume finden ihren Weg ins Erdreich, am beliebtesten ist die Rotbuche.

von Niklas Mallitzky

Kamen

, 18.11.2018, 14:31 Uhr / Lesedauer: 2 min

Orell, Raya und Frieda sind voll und ganz mit dem Eingraben beschäftigt, der kalte Schlamm und schneidend kühler Wind scheinen den Dreien nichts auszumachen. Nachdem der Baum fest im Erdreich steht, betrachtet der elfjährige Orell stolz sein Werk. Ob es schwierig ist, einen Baum einzupflanzen? Jedenfalls nicht für ihn, so der Schüler: „War total easy!“

Das Pflanzfest im Kamener Bürgerwald hinter dem Südkamener Friedhof geht in die zweite Runde, auch am Samstag erschienen wieder zahlreiche Bürger, um die jungen Bäume in ihr neues Zuhause einzubetten. Der Baum, den Orell, Raya und Frieda gemeinsam eingepflanzt haben, ist auch für sie bestimmt. Die Drei sind die Enkelkinder von Brigitte und Hartmut Schulte, der Baum ein Geschenk anlässlich eines besonderen Jubiläums. „Wir haben im vergangenen Jahr Goldene Hochzeit gefeiert“, erklärt Hartmut Schulte stolz, „also wollten wir ein Zeichen setzen.“ Mit diesem Zeichen wollen sie auch ihre Enkel erreichen. „Die können in Zukunft hierher kommen und haben ein Andenken an den Tag und natürlich auch an uns.“ Eine Eberesche sollte es sein. Warum, das ist für Schulte klar: „Die Vögel sollen doch auch etwas zu fressen haben!“

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Pflanzfest im Südkamener Bürgerwald

Buddeln für eine bleibende Erinnerung: Das Pflanzfest im Südkamener Bürgerwald zieht viele Interessierte an. 52 neue Bäume finden ihren Weg ins Erdreich, am beliebtesten ist die Rotbuche.
18.11.2018
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52 neue Bäume haben beim Pflanzfest im Südkamener Bürgerwald ein neues Zuhause gefunden. Der Wald wächst rasch heran, insgesamt stehen dort nun 123 Bäume. Diejenigen Pflanzen, die den heißen Sommer dort nicht überlebt hatten, hat die Stadt bereits ausgetauscht.© Borys Sarad
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© Borys P. Sarad
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Insgesamt ist der Bürgerwald um 52 neue Bäume reicher, 123 Stück sind es jetzt insgesamt. Wie auch im vergangnen Jahr ist die Rotbuche wieder das beliebteste Gewächs. 16 Stück werden am Samstag verpflanzt, auf Platz zwei liegt die Stieleiche mit 14 Exemplaren in diesem Jahr. Der stellvertretende Bürgermeister Manfred Wiedemann ist zufrieden mit der Beteiligung. „Wir haben einige hundert Leute hier. Die Stimmung ist gut und das Wetter sonnig.“ Die Band „Das Quadrat“ hat die Akustik-Instrumente mit auf den Acker gebracht und sorgt für beste Unterhaltung.

Dass am Samstag alles so reibungslos verläuft, ist auch der Firma Wegmann und ihren Angestellten zu verdanken. Bereits am Mittwoch hat Daniel Rohn dort die Löcher für die Bäume mit einem Minibagger ausgehoben. Die Temperaturen haben seine Arbeit nicht behindert, erklärt er: „Kalt war es natürlich, aber nicht zu kalt. Solange der Boden nicht gefroren ist, gibt es da keine Probleme.“ Am Samstag ist Rohn mit seinen Kollegen bereits vor dem offiziellen Start vor Ort. Gemeinsam schaffen sie die Bäume an die entsprechenden Standorte. Nachdem die Bäume dann eingegraben sind, kontrolliert Rohn noch einmal die Bindungen zu den Pfählen, danach kommt das Unternehmen regelmäßig zum Wässern der Bäume. Trotz dieser Vorkehrungen sind einige der Gewächse vom vergangenen Jahr bei den hohen Temperaturen im Sommer vertrocknet. Die hat die Stadt allerdings bereits wieder ersetzt.

Damit nicht auch ihr Baum einem heißen Sommer zum Opfer fällt, will Jürgen Primbsch seine Stieleiche regelmäßig gießen. „Die Eiche steht doch für Unvergänglichkeit“, erklärt er, „dafür sorgen wir natürlich.“ Das dürfte Primbsch leichter als anderen fallen, denn der Baum, den ihm die Familie zum 60. Geburtstag geschenkt hat, liegt in Sichtweite seines Hauses. „Meine Frau und ich werden hier immer ein Auge drauf haben.“ Nach gut einer Stunde sind die meisten Bäume verpflanzt, in den nächsten Tagen kommen dann die Gedenktafeln, deren Aufschrift schon jetzt auf wetterfesten Karten an den Bäumen angebracht sind. Das Fest geht an diesem Tag aber weiter, unweit vom Friedhof gibt es noch Würstchen und Getränke und mehr Musik von „Das Quadrat“.

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