Das Phänomen auf der Bühne: Dieser Künstler begeistert in Kamen

dzAutor, Poet, Sänger, Kabarettist

Manfred Maurenbrecher ist ein Phänomen, dem ein Begriff wie „Liedermacher“ allein nicht gerecht wird. Bei seinem Auftritt im Freizeitzentrum ist die Musik nur ein Teil des Gesamtkunstwerks.

von Niklas Mallitzky

Kamen

, 13.10.2019, 11:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Autor, Poet, Sänger, Kabarettist. All das und viel mehr ist Manfred Maurenbrecher, dessen Karierre mehr als drei Dekaden umspannt. Vor zwei Jahren war er zuletzt im Freizeitzentrum an der Lüner Höhe zu Gast. Immer brandaktuell verlässt sich Maurenbrecher nicht auf die ihm bekannten Wege. Denn die Zeit bleibt nicht stehen und Maurenbrecher tut es auch nicht.

Das Thema am Samstagabend lautet „Recht auf Vergessenwerden“. Das verkündet Maurenbrecher vor einem rund 50-köpfigen Publikum, eine Formulierung aus der europäischen Datenschutz-Grundverordnung. Zwei Jahrzehnte habe man die Hoffnung gehabt, dass das Internet die Menschen näher zusammenbringt. Dass jeder mit jedem friedlich diskutieren kann und alle miteinander bekannter werden.

Das Phänomen auf der Bühne: Dieser Künstler begeistert in Kamen

Mit dabei hat Maurenbrecher auch seinen neuesten Roman mit dem Titel „Grünmantel“, in dem er Erlebnisse und Anekdoten in seiner zweiten Heimat in der Uckermark verarbeitet. © Boyrs Sarad

„Die Anfeidungen nehmen zu“

Stattdessen sehe er genau das Gegenteil, so Maurenbrecher: „Die Anfeindungen nehmen zu und viele Menschen fühlen sich immer mehr allein gelassen.“ Passend zum Thema liest Maurenbrecher ein Gedicht vor, das er bereits 30 Jahre zuvor geschrieben hat, als die digitale Vernetzung noch etwas völlig Neues und Aufregendes war. Schon damals hat er erkannt, dass das digitale Geschehen schnell zu einem Selbstläufer werden könnte, in dem sich der Einzelne leicht verlieren kann.

Auch das Thema Klimawandel findet Einzug in Maurenbrechers Darbietung. Den Titel „Auf einmal geht‘s“ habe er erst vor wenigen Wochen geschrieben. Darin beschreibt der Künstler einen Blick in die Zukunft, in der Hamburg immer weiter im Meer verschwindet. Dort finden sich Taxis, die mit Erdwärme betrieben werden, elektrifizierte Tandems statt großer Autos und minutengenau getaktete Magnetschwebebahnen. „Und auf einmal geht‘s“, singt Maurenbrecher. Den Titel will er auch auf seinem neuen Album veröffentlichen, das im kommenden Jahr veröffentlicht werden soll und bisher noch namenlos ist.

Maurenbrecher präsentiert sein neues Buch

Mit dabei hat Maurenbrecher auch seinen neuesten Roman mit dem Titel „Grünmantel“, in dem er Erlebnisse und Anekdoten in seiner zweiten Heimat in der Uckermark verarbeitet. Für die erste Fassung habe er rund anderthalb Jahre gebraucht, erinnert er sich: „Bei der zweiten Fassung hat mir meine Frau Christine sehr geholfen. Gemeinsam haben wir einige Details überarbeitet, denn ich bin extrem ungeduldig.“ Obwohl er es sonst gewohnt ist, dass ihm niemand in seine Texte pfuschen kann, sei deshalb der Einfluss der Verlags-Lektoren für ihn kein Problem gewesen, so der Autor weiter: „Da wir schon so viel im voraus überarbeitet haben, gab es vom Verlag nur noch sehr wenig Verbesserungsvorschläge.“

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