Das passiert neben Ikea und L‘Osteria: Namhafte Firmen in der Warteschlange

dzNeben dem Kamen-Karree

Nachdem das Kamen-Karree Vollauslastung vermeldet, läuft die Nachfrage im interkommunalen Gewerbegebiet heiß. Namhafte Firmen bewerben sich um die Filetstücke. So geht es dort weiter.

Kamen

, 18.10.2019, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Sportartikelhändler Decathlon wird am 24. Oktober in Neuss einen neuen Standort eröffnen, wie er am Freitagmittag bekannt gab. Ob Decathlon eines von jenen Unternehmen ist, die sich an der Stadtgrenze zu Kamen um eine Lager- oder Logistikfläche im interkommunalen Gewerbegebiet bewerben, ist zwar unwahrscheinlich. Fest steht: Aktuell sind es etwa 15 Interessenten wohl auch dieses Kalibers, die sich für eine Ansiedlung in der Toplage am Kamener Kreuz interessieren.

Interkommunales Gewerbegebiet lockt namhafte Unternehmen an

„Es sind durchaus namhafte Unternehmen, die auch ihre Deutschlandzentrale dorthin verlagern würden“, so Karin Rose, Prokuristin bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Kreis Unna (WFG), am Rande des Spatenstich-Termins für den Kamener Kaminofen-Fachmarkt „Flammenträume“.

Konkrete Namen nannte sie nicht, weil die Gespräche und Verhandlungen noch nicht abgeschlossen sind. Die nächsten Ansiedlungen könnten vermutlich schon im kommenden Jahr vermeldet werden.

Das passiert neben Ikea und L‘Osteria: Namhafte Firmen in der Warteschlange

Der Blick vom Fachmarkt Flammenträume zur Woolworth-Baustelle im interkommunalen Gewerbegebiet Unna-Kamen. © Borys Sarad

Ikea, Flammenträume, L’Osteria agieren an der Stadtgrenze

Das interkommunale Gewerbegebiet Unna-Kamen liegt direkt am Kamen-Karree auf Unnaer Stadtgebiet. Das erste Unternehmen, das von Kamen aus den Schritt auf Unnaer Stadtgebiet wagte, war der schwedische Möbelriese Ikea.

Nicht, um dort den Verkauf zu erweitern, sondern weil er für das Entwässerungssystem ein Regenrückhaltebecken bauen musste.

Gespräche über eine weitere Erweiterung Ikeas gebe es zurzeit nicht, so Rose. Flammenträume ist das zweite Kamener Unternehmen, das über die Stadtgrenze gesprungen ist, um seinen Betrieb zu erweitern.

An der Stadtgrenze baut zudem gerade die Nürnberger Systemgastronomiekette L’Osteria, die in den Wettbewerb mit ihren Nachbarn KFC und Pizza Hut einsteigt.

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89.000 Quadratmeter sind zurzeit noch frei

89.000 Quadratmeter sind laut Karin Rose zurzeit in dem interkommunalen Gewerbegebiet frei.

Genug Raum auch für Fantasien über zugkräftige Unternehmen, die mit starkem Namen versehen sind. „Die Lage ist bestechend“, sagt Rose. Deswegen sei man auch darauf bedacht, Qualitätsunternehmen anzusiedeln. „Das geht vor Quantität. Wir gehen selektiv vor, um eine hochwertige Vermarktung zu erreichen“, sagt sie.

Höchste Preise im Kreis Unna

Die Grundstücksgrößen, die zur Vermarktung stehen, haben Größen von 2000 bis 10.000 Quadratmeter zu Preisen von 151 Euro pro Quadratmeter.

Das ist eine Höchstmarke im Kreis Unna. Zum Vergleich: Im EcoPort Holzwickede mit Bestlage am Flughafen Dortmund liegt der Quadratmeterpreis etwas unter 100 Euro. Im Kreis Unna liegen die Preise ansonsten zwischen 85 und 95 Euro. „Die Firmen merken jetzt, dass Flächen knapp werden. Deswegen ist das Interesse an Kamens Stadtgrenze sehr groß“, so Rose.

Dass das Thema „Logistik“ sehr stark schon mit der dortigen Woolworth-Ansiedlung besetzt sei, versuche man bevorzugt auf Dienstleistungsunternehmen zu setzen. Rose: „Die haben auch eine höhere Wertschöpfung als die Logistik.“

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Kamen-Karree ohne weitere freie Flächen

Auch Kamens Wirtschaftsfördererin und Beigeordnete Ingelore Peppmeier blickt mit Interesse über die Stadtgrenze. Anfragen, die nach der Vollvermarktung des Kamen-Karree die Stadt Kamen erreichen, leite man nun weiter nach Unna, sagt sie.

„Natürlich – man blickt mit einem lachenden und weinenden Auge jetzt darauf“, sagt sie. Mit lachendem, weil das Kamen-Karree jetzt komplett vermarktet sei. Mit weinendem, weil man interessierten Unternehmen dort nichts mehr anbieten könne.

Für Unnas Bürgermeister Werner Kolter rücken Unna und Kamen nun noch näher zusammen: „Die Entwicklung eines solchen Gewerbegebiets ist ohne die enge Zusammenarbeit der Städte nicht möglich.“ Fest steht: Auch wenn die Ansiedlung Decathlons unwahrscheinlich ist: Ähnliche Zugnummern sollen

kommen.

Das passiert neben Ikea und L‘Osteria: Namhafte Firmen in der Warteschlange

Beim Spatenstich der Firma Flammenträume blickten die Bürgermeister Werner Kolter (Unna) und Elke Kappen (Kamen) auch über ihre Stadtgrenzen hinaus, wo eine spannende Entwicklung ihres interkommunalen Gewerbegebiets bevor steht. © Borys P. Sarad

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