Zwölf Notfallsanitäter und Rettungsassistenten sorgen dafür, dass der neue Satelliten-Standort der Hauptwache rund um die Uhr besetzt ist. Im Notfall können sie vom Hemsack schneller in Methler sein.

Kamen

, 03.10.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rund um die Uhr ist die neue Rettungswache West im Gewerbegebiet Hemsack in Kamen besetzt. Wenn der Funkmeldeempfänger ein Alarmsignal sendet, eilen Notfallsanitäter Hendrik Lutter und Rettungsassistent Axel Podobedow zum Rettungswagen. Der RTW 6, so die Rufbezeichnung, steht startklar in einer großen Fertiggarage aus Sichtbeton. Nebenan liegen eine Waschanlage und der Aldi-Markt.

Die tonnenschwere, aber dennoch mobile Garage hat aus Sicht von Rainer Balkenhoff, Leiter der Feuer- und Rettungswache Kamen, einen praktischen Vorteil. „Die kann man auch mal versetzen, wenn man das möchte“, sagt der Oberbrandrat. Die Garage ist ein Provisorium, genauso wie der benachbarte Containerpavillon, in dem die RTW-Besatzung arbeitet, wohnt und schläft. Denn die Rettungswache West wird in der jetzigen Form nur so lange stehen bleiben, bis ein Grundstück gefunden und ein Neubau errichtet ist.

Das ist die neue Rettungswache im Kamener Westen

Hendrik Lutter (l.) und Axel Podobedow vertreiben sich die Zeit bis zum nächsten Alarm mit Lesen oder Fernsehgucken. Im Ernstfall holen sie noch den Alarmdruck – dann geht es los. © Stefan Milk

Neuer Standort

Die Rettungswache

Die neue Rettungswache West am Hemsack 4 wurde eingerichtet, um die sogenannte Hilfsfrist von acht Minuten für den Ortsteil Methler sicherzustellen. Auch andere Stadtteile sollen in Zukunft profitieren. „Weiterhin kann dieser Standort, mit der Fertigstellung der Südkamener Spange, zeitliche Vorteile für den Bereich Südkamen und auch Heeren bieten“, heißt es in einem Ratsbeschluss. Die Errichtung der Rettungswache kostete laut Haushalt rund 190.000 Euro. Dazu kommen die Kosten für das zusätzliche Fahrzeug und die medizinische Ausstattung von bis zu 330.000 Euro.

„Wir haben den Interims-Standort für zwei, drei Jahre installiert, weil das vom Zeitplan her das schnellste war“, erklärt Balkenhoff. „Ein endgültiger Standort steht noch nicht fest, soll aber in diesem Bereich gefunden werden, damit wir die Anforderungen des Rettungsdienstbedarfsplans erfüllen und die Hilfsfrist erreichen können.“

Schnell gehen muss es, wenn jemand den Notruf 112 wählt und medizinische Hilfe braucht. Innerhalb von acht Minuten muss das erste Rettungsmittel am Einsatzort eintreffen, so lautet die Vorgabe. Bei der Auswertung der Einsatzzeiten und des -aufkommens kam heraus, dass das Kamener Stadtgebiet nicht optimal von der Feuer- und Rettungswache am Mersch abgedeckt werden kann. Diese Erkenntnis floss in den neuen Rettungsdienstbedarfsplan des Kreises Unna ein. Zusätzliche Standorte für Rettungswachen wurden aufgenommen, darunter die neue Rettungswache West am Hemsack 4 in Kamen und die Rettungswache Alte Heide in Unna. „Da stecken ein paar Minuten drin, die wir wettmachen können“, erklärt Rettungsdienst-Chef Balkenhoff.

Die Rettungswache besteht außer aus der Garage aus dem Containerpavillon, der in einen Arbeits- und Aufenthaltsraum, zwei Ruheräume und zwei Sanitärräume unterteilt ist. Notfallsanitäter Hendrik Lutter und Rettungsassistent Axel Podobedow zeigen bei einem Ortstermin die vorhandene Ausstattung: darunter Mikrowelle, Herd, Kühlschrank, Fernseher, Essecke, Sitzecke, Büroarbeitsplätze mit Computer und Telefon, zwei Betten, „wo man sich ein paar Minuten hinlegen kann, wenn es das Einsatzaufkommen zulässt“.

Das ist die neue Rettungswache im Kamener Westen

In der Nachtschicht legt sich Axel Podobedow aufs Ohr. Die beiden getrennten Schlafräume der Wache sind klimatisiert. © Stefan Milk

Insgesamt zwölf Rettungsdienst-Mitarbeiter teilen sich die beiden Schichten im Westen auf, täglich von 7 bis 19 Uhr und von 19 bis 7 Uhr. Zehn neue Stellen wurden für die Rettungswache benötigt. Refinanziert werden die anrechenbaren Kosten über Gebühren. Der neue RTW 6 ergänzt die fünf RTW, die an der Feuer- und Rettungswache am Mersch stationiert sind – vorhandene Reservefahrzeuge nicht mitgerechnet.

Der kleine Satellit der Hauptwache ging bereits Mitte Juli in Betrieb. Ob die angestrebten Verbesserungen bei den Einsatzzeiten tatsächlich erreicht wurden, lässt sich jetzt noch nicht sagen. Eine erste Bilanz soll noch im Oktober gezogen werden.

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