Das historische Stadtbild unter Schutz

Neuer Vorstoß der Ortsheimatpfleger

Nach ihrem Vorstoß im vorigen Jahr, die Altstadt per Satzung unter Schutz zu stellen, unternehmen die Ortsheimatpfleger einen neuen Anlauf - jetzt in Abstimmung mit Politik und Verwaltung.

Mitte

, 26.04.2019, 12:35 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das historische Stadtbild unter Schutz

Die Arbeitsgemeinschaft der Ortsheimatpfleger richtete sich voriges Jahr mit einem Appell an die Öffentlichkeit: (v.l.) Karl-Ernst Böhm, Peter Resler, Wilfrid Loos, Edith Sujatta, Andrea Woter, André Siegel und Karl-Heinz Stoltefuß forderten einen Ratsbeschluss, der den Schutz von Denkmalbereichen vorsieht. © Stefan Milk

Kamens Ortsheimatpfleger bleiben hartnäckig. Sie wollen sich dafür einsetzen, möglichst viel der alten Bausubstanz in der Innenstadt zu erhalten, indem sie das Stadtbild vor gravierenden baulichen Veränderungen schützen wollen. Nachdem sie ihren Vorstoß für eine sogenannte Denkmalbereichssatzung vor einem Jahr angekündigt hatten, machen sie nun Nägel mit Köpfen. „Wir sind dabei, weitere Vorschläge zu entwickeln“, kündigte jetzt Karl-Heinz Stoltefuß, sachkundiger Bürger im Planungs- und Straßenverkehrssauschuss, an. Vorbild sind Satzungen, die es beispielsweise bereits in Unna, Lünen, Schwerte und Werl gibt.

Sorge um das historische Stadtbild

Die Heimatpfleger sorgen sich um das historische Stadtbild. Sie befürchten, dass der Bereich des Marktplatzes sowie der Bahnhofstraße in Höhe des Museums auf längere Sicht sein gewohntes Erscheinungsbild verändern könnte, wenn er nicht insgesamt unter Schutz gestellt wird. Der Stadtrat soll für diese Schutzfunktion eine sogenannte Denkmalbereichssatzung erlassen – so der Vorschlag der Ortsheimatpfleger. Die Arbeitsgemeinschaft der Ortsheimatpfleger unter Wilfrid Loos und Karl-Heinz Stoltefuß hatte im Frühjahr vorigen Jahres in einer Stellungnahme angeregt, den Bereich des Alten Markts und der südlichen Bahnhofstraße unter Schutz einer Denkmalbereichssatzung zu stellen. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Politik noch zurückhaltend reagiert. Jetzt gibt es offenbar Bewegung. „Wir wollen das in Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung entwickeln“, sagte Stoltefuß. „Und wir gehen davon aus, dass nicht alles durchgesetzt wird, was wir vorschlagen werden“, signalisierte er Kompromissbereitschaft. Ziel, so kündigte er an, sei es, die Vorschläge nach den Osterferien in den jeweiligen Fraktionen des Stadtrats vorzustellen, bevor eine abgestimmte Vorlage dann die Ausschüsse erreicht. Der Beigeordnete Dr. Liedkte signalisierte Bereitschaft, sich mit dem Anliegen der Heimatpfleger zu beschäftigen. „Ich habe das mit Interesse gelesen. Es erfordert letztlich eine enge Abstimmung mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe.“ Der ist für Denkmalschutzfragen in den Städten der Region zuständig.

Das historische Stadtbild unter Schutz

Die Bahnhofstraße hat in diesem Bereich zehn Baudenkmäler. © Archiv

Denkmäler schützen, Altstadt bewahren

„Denkmäler schützen, die Altstadt bewahren“ – so war das knapp 20-seitige Heft betitelt, das 2018 an politische Entscheidungsträger verteilt wurde. Darin erläuteren die Verfasser, warum Kamen eine Denkmalbereichssatzung braucht. Laut damaliger Planungen sollten zwei räumliche Schwerpunkte gelten – im Bereich des Marktplatzes und der südlichen Bahnhofstraße zwischen Maibrücke und Rathausvilla, wo jeweils zehn Baudenkmäler auf engem Raum stehen. Zukünftige Ersatzbauten sollen sich an grundlegende Erfordernisse der Denkmalpflege anpassen und in die Strukturen der Vorgängerbauten einfügen“, hieß es. Eine zeitgenössische Bauweise ist damit nicht ausgeschlossen.

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