Der Südkamener Kindergarten „Unter dem Regenbogen“ steht vor dem Abriss. Mindestens ein Jahr lang läuft die Betreuung in benachbarten Containern. Der aufwendige Umzug ist in vollem Gange.

Kamen

, 27.01.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Generationen von Kindern sind hier groß geworden, seitdem es die Kindertagesstätte „Unter dem Regenbogen“ gibt. Das Gebäude, das im März 1977 eröffnet wurde, steht jetzt kurz vor dem Abriss, weil dort ein neuer Kindergarten gebaut wird. Die Kinder ziehen derweil um in Container, die an der Südkamener Straße postiert sind.

Mit dem Neubau wird der südliche Stadtteil fit gemacht für die steigenden Anforderungen in der Betreuungswelt. Das neue Haus soll nicht nur hochmodern werden, es können dort auch mehr Kinder betreut werden als bisher – statt bisher drei Gruppen vier. Und statt 65 Kinder 75. Die zusätzliche Gruppe mit zehn Plätzen ist für Kinder ab dem ersten Lebensjahr bestimmt. Investor ist die Volksbank Kamen-Werne.

Das Aus für den Kindergarten: Das Regenbogen-Gebäude steht vor dem Abriss

Leiterin Ingelore Schraad mit dem symbolischen Schlüssel, der bei der Einweihungsfeier am 18. März 1977 übergeben wurde. Schraad ist schon seit 1976 in der Gemeinde als Erzieherin tätig. Der Abschied vom Haus fällt ihr schwer. „Es ist ein Gebäude, das einfach zu Südkamen gehörte.“ © Stefan Milk

Mit Neubau den Einzugsbereich erweitert

Ingelore Schraad war schon vor 44 Jahren dabei, als Südkamens erster Kindergarten gebaut wurde. „Bis dahin wurden die Kinder noch in Methler, Heeren-Werve und Methler betreut“, erinnert sich die Leiterin des Regenbogen-Kindergartens.

Mit dem Neubau wird der Südkamener Kindergarten seinen Einzugsbereich erweitern. Dann könnten dort auch Kinder aus dem neuen Wohngebiet an der Seseke aufgenommen werden. Mit dem Ausbau der Betreuungskapazität bereitet sich die Stadt auch auf die neuen Mitbürger aus dem Hemsack vor. Auch der Kath. Kindergarten St. Christophorus an der Hegelstraße wird um eine Gruppe auf dann vier vergrößert.

Das Aus für den Kindergarten: Das Regenbogen-Gebäude steht vor dem Abriss

Während der Ev. Kindergarten mit seinen markanten grünen Fenstern abgerissen und neu gebaut wird, werden die Kinder in Containern neben dem Perthes-Zentrum untergebracht. © Stefan Milk

Ingelore Schraad – eine Institution in Südkamen

Schraad, nach so vielen Arbeitsjahren eine Institution in Südkamen, hat ihre Karriere 1976 im Ev. Kindergarten am Schwesterngang begonnen.

Die Trennung vom alten Gebäude fällt ihr noch etwas schwer. In den Händen hält sie den großformatigen Schlüssel, der bei der Einweihungsfeier am Freitag, 18. März 1977, an die damalige Leiterin Luise Knapstein übergeben wurde. Und sie zeigt den Bericht unserer Zeitung, der am Tag darauf erschienen war.

„Beim Umzug kommen jetzt solche und auch andere Dinge zum Vorschein, die mit unendlich vielen Erinnerungen verbunden sind“, sagt die 63-jährige Erzieherin, die Knapstein im Jahr 1983 als Leiterin ablöste. „Es sind so viele Kinder, die hier gewesen sind. Kinder, die jetzt als Erwachsene wiederum ihre Kinder bringen.“

Das Aus für den Kindergarten: Das Regenbogen-Gebäude steht vor dem Abriss

Neben dem Perthes-Zentrum sind mehrere Container aufgestellt worden, in die der Kindergarten für mindestens ein jahr umzieht. Das Außengelände wird zurzeit gestaltet und noch mit Rollrasen versehen. © Stefan Milk

Unendlich viele Dinge sortiert, verstaut und ausgemistet

In den vergangenen Wochen haben die neun Erzieherinnen schon unendlich viele Dinge sortiert, verstaut und ausgemistet. „All jene Dinge, die wir erst einmal nicht benötigen, haben wir in zwei Schiffscontainern verstaut“, berichtet Erzieherin Martina Gutjahr, die den Umzug koordiniert.

Ansonsten pendelt sie mit ihren Helfern ständig zwischen dem Kindergarten und der Südkamener Straße hin und her, um den neuen Standort für den Kindergarten-Alltag auszustatten. Die Wohncontainer, die vor einigen Tagen aufgestellt wurden, stehen direkt neben dem Perthes-Zentrum. Die Lercher Gartenbaufirma „Untermann“ bereitet dort gerade das Außengelände vor. Dort wird in Kürze Rollrasen ausgelegt, damit die Kinder auch draußen spielen können.

Das Aus für den Kindergarten: Das Regenbogen-Gebäude steht vor dem Abriss

Die Räume in den Containern, die zwischen Perthes-Zentrum und Südkamener Straße aufgestellt wurden, werden jetzt eingerichtet. Von innen wirken sie wie ganz normale Räume. © Janecke

Ein großer Turnraum am neuen Container-Standort

Gutjahr, die seit 1983 in dem Kindergarten tätig ist, weiß genau, was jetzt mit rüber muss und was nicht. „Die Puppenecke darf nicht fehlen, die Bauklötze müssen mit. Und auch die Korken, Steine, Tannenzapfen. Alles, womit die Kinder kreativ werden, nicht nur zum Malen, auch zum Basteln, Schneiden und Kneten.“

Sie weiß, dass die Container, die jetzt ein Jahr lang die neue Betreuungsstätte bilden, nicht ganz so groß sind wie das jetzige Gebäude. „Aber wir haben darin auch einen großen Turnraum – und im Sommer gehen wir dann auf den benachbarten Spielplatz.“

Das Aus für den Kindergarten: Das Regenbogen-Gebäude steht vor dem Abriss

Ernst Stricker von der Männerforum-Gruppe „Rat und Tat“ hilft bereits tatkräftig beim Umzug in den Übergangs-Kindergarten. Start der Betreuung in den neuen Räumen ist am 3. Februar. © Janecke

Start am neuen Standort ist am 3. Februar

Der eigentliche Umzug wird am Donnerstag und Freitag, 30./31. Januar, abgewickelt. Die Kindertagesstätte bleibt dann für zwei Tage geschlossen. Die Kinder werden dann überwiegend zuhause betreut. Dort, wo eine Betreeung notwendig ist, springen andere Kindertagesstätten der Ev. Kirchengemeinde Kamen ein. Start am neuen Standort ist am Montag, 3. Februar.

Pfarrer Karl-Ulrich Poth, der für den Ev. Kindergarten zuständig ist, verweist darauf, dass mit den Eltern vereinbart worden ist, dass die Kinder weiter über die Perthesstraße zum Kindergarten gebracht werden – und nicht direkt zum neuen Standort an der Südkamener Straße.

Denn dort läuft morgens auch der Bringverkehr zu den Hellweg-Werkstätten, Betriebsteil Martin-Luther-King, der Ev. Perthes-Stiftung. „Da kommen morgens 18 Busse“ sagt Poth. Eltern und Kinder müssen also ein paar Meter mehr gehen. Dabei können sie auch einen Blick auf die Baustelle werfen. Schraad: „Die Kinder finden das alles spannend. Auch den Umzug. Da gibt jeden Tag etwas Neues!“

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