Schweine auf der Autobahn: Polizei stoppt überladenen Tiertransporter

dzPolizeieinsatz auf A2

Der Tiertransporter um mehrere Tonnen überladen, der Fahrer uneinsichtig: Die Polizei stoppt den Lastwagen am Freitagmorgen auf der Autobahn 2 und verordnet einen ungeplanten Zwischenstopp.

Kamen

, 17.01.2020, 15:09 Uhr / Lesedauer: 2 min

Aufmerksame Autobahnpolizisten auf der Autobahn 2: Als sie am Freitagmorgen einen Tiertransporter sichten, der offenbar zu schwer beladen ist, winken sie ihn aus dem laufenden Autobahnverkehr in Höhe der Anschlussstelle Kamen/Bergkamen. Um 8.50 Uhr verordnen sie dem Fahrer einen ungeplanten Zwischenstopp auf dem Seitenstreifen. Resultat: Der Lastwagen ist nicht nur erheblich überladen. Auch der Fahrer zeigt sich uneinsichtig.

Laster zu einer geeichten Waage nach Bönen gelotst

Die Autobahnpolizisten lotsten den kurzzeitig angehaltenen Laster zur weiteren Kontrolle zu einer geeichten Lkw-Waage nach Bönen. „Dort bestätigte sich der erste Eindruck“, teilte am Freitag Polizeisprecher Peter Bandermann mit: Der auf drei Etagen mit einer dänischen Schweinerasse beladene 40-Tonner war um mehr als 4,6 Tonnen überladen.

Schweine auf der Autobahn: Polizei stoppt überladenen Tiertransporter

Glück im Unglück für die Schweine im Tiertransporter bei einem Unfall Mitte Dezember auf der A2: Sie wurden bei dem Zusammenstoß nicht verletzt. Jetzt ereignete sich wieder ein Vorfall mit einem Tiertransporter. © VN24/Archiv

Fahrer wenig beeindruckt von den Vorwürfen

Der Fahrer aus Petershagen, so Bandermann, habe sich im Gespräch mit der Polizei wenig beeindruckt gezeigt von dem Vorwurf, zu viele Tiere aufgeladen und das zulässige Gesamtgewicht überschritten zu haben. Außerdem: Der Mann konnte keine gültige Berufskraftfahrer-Qualifikation vorweisen. Um für die Tiere den Aufenthalt in dem Transporter nicht unnötig zu verlängern, konnte der 47-Jährige die 50 Kilometer weite Fahrt mit dem Ziel Gelsenkirchen fortsetzen.

Polizei ermittelt gegen den Fahrer und den Spediteur

Die Polizei ermittelt nun gegen den Fahrer und auch gegen den Spediteur. Bei dem Firmeninhaber besteht der Verdacht, durch die Überladung Zeit und Personal eingespart zu haben, um illegal einen höheren Gewinn zu erzielen. In diesem Fall droht die sogenannte „Einziehung von Tat-Erträgen“ in Höhe der eingesparten Frachtkosten (etwa 1150 Euro).

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EU-Verordnung regelt den Schutz von Tieren beim Transport

Eine EU-Verordnung regelt den Schutz von Tieren beim Transport. Danach sind alle an dem Transport sowie am Be- und Entladen Beteiligten für das Wohl der Tiere verantwortlich. Dazu gehören beispielsweise der Transportunternehmer, der Fahrer und auch das Personal auf Märkten und Schlachthöfen. „Alle Beteiligten müssen angemessen geschult sein“, heißt es dazu auf der Website des Kreises Unna. „Insbesondere die Fahrer und Betreuer müssen einen Befähigungsnachweis besitzen.“

Mitte Dezember mussten Kräfte des Veterinäramts des Kreises Unna zu einem spektakulären Unfall – ebenso auf der A2 – ausrücken, als ein Schweinetransporter aus dem Kreis Unna auf einen Tanklastzug geprallt war. Geladen hatte der Laster 100 Schweine und vier Rinder. Die Tiere wurden bei dem Zusammenstoß nicht verletzt, allerdings ein Feuerwehrmann beim anschließenden Einsatz.

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