Himmel ohne Flugzeuge: Für Spaziergänger wunderschön, für den Flughafen Dortmund dramatisch

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Das Coronavirus legt den Flugverkehr lahm, am Flughafen Dortmund herrscht gähnende Leere. Ein Hobbyfotograf aus Kamen hat festgehalten, was das mit dem Himmel macht – mit und ohne Corona.

Kreis Unna

, 07.04.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Heinrich Ehresmann aus Kamen ist als Hundebesitzer täglich zwei, drei Mal zum Gassigehen unterwegs, und mit seinem Smartphone gelingen ihm dabei häufiger schöne Schnappschüsse. Eine der jüngsten Aufnahmen, die er mit unserer Redaktion geteilt hat, zeigt einen wunderschönen Himmel über Südkamen kurz nach Sonnenaufgang.

Das Besondere daran: Der Himmel auf dem Foto, das Ehresmann am 6. April um 8.06 Uhr aufnahm, ist nicht nur frei von jeglicher Wolke, sondern auch frei von Kondensstreifen.

„Himmel ohne Corona“ hat Heinrich Ehresmann dieses Foto vom 2. Juni 2019 betitelt. Es wurde ebenfalls nahe dem Schulze-Berger Busch in Südkamen aufgenommen.

„Himmel ohne Corona“ hat Heinrich Ehresmann dieses Foto vom 2. Juni 2019 betitelt. Es wurde ebenfalls nahe dem Schulze-Berger Busch in Südkamen aufgenommen und zeigt ein ganz anderes Bild: Der Himmel ist voller Kondensstreifen, die ungezählte Flugzeuge hinter sich her ziehen. © Heinrich Ehresmann

Vergleichsfoto zeigt einen Himmel voller Kondensstreifen

Ganz anders sieht das auf dem Foto aus, das Ehresmann zum Vergleich mitgeschickt hat. Es stammt seinen Angaben zufolge vom 2. Juni 2019, 10.06 Uhr – und ist Zeugnis eines regen Flugverkehrs über Südkamen.

Eine ältere Aufnahme Heinrich Ehresmanns zeigt im Hintergrund das Kohlekraftwerk Bergkamen-Heil – und einen Himmel voller Kondensstreifen.

Eine ältere Aufnahme Heinrich Ehresmanns zeigt im Hintergrund das Kohlekraftwerk Bergkamen-Heil – und einen Himmel voller Kondensstreifen. © Heinrich Ehresmann

„Hier kann man plastisch sehen, was Corona bewirkt“, kommentiert Ehresmann die Bilder, und fügt im Gespräch mit unserer Redaktion hinzu: „Was die Politik nicht schafft, das schafft Corona: saubere Luft und klarer Himmel.“ Vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie habe er bisweilen 18 Flugzeuge am Himmel anhand ihrer Kondensstreifen identifizieren können.

Eine weitere tolle Landschaftsaufnahme von Heinrich Ehresmann: Der höchste Punkt in Südkamen.

Eine weitere tolle Landschaftsaufnahme von Heinrich Ehresmann: Der höchste Punkt in Südkamen. © Heinrich Ehresmann

Keine Abflüge und Ankünfte am Dortmunder Flughafen

Was manch einen mit Blick auf den Klimaschutz freuen dürfte, bedeutet für den Flughafen Dortmund freilich eine zunehmend existenzbedrohende Situation. Ein Blick auf die Abflüge und Ankünfte am Dienstag, 7. April, offenbart: Alle Flüge wurden annulliert.

Dieser Ausschnitt der geplanten und annullierten Abflüge vom Flughafen Dortmund am Dienstag, 7. April, zeigt: Der Flugverkehr am Airport kommt in der Corona-Krise fast völlig zum Erliegen. Am Mittwoch, 8. April, finden sich derzeit noch einige wenige Flüge, die nicht annulliert sind.

Dieser Ausschnitt der geplanten und annullierten Abflüge vom Flughafen Dortmund am Dienstag, 7. April, zeigt: Der Flugverkehr am Airport kommt in der Corona-Krise fast völlig zum Erliegen. Am Mittwoch, 8. April, finden sich derzeit noch einige wenige Flüge, die nicht annulliert sind. © Screenshot: Kohues

Die Corona-Krise könnte den Airport einen zweistelligen Millionen-Betrag kosten. Rufe nach finanzieller Unterstützung durch den Staat werden laut. Ansonsten würden Flughäfen wie Dortmund, Münster/Osnabrück oder Weeze am Niederrhein die Krise nicht überstehen, heißt es in einem Brandbrief betroffener Kommunen ans Land NRW, den unter anderem der Dortmunder Oberbürgermeister Ullrich Sierau unterzeichnet hat.

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Für die 440 Mitarbeiter des Flughafens werde Kurzarbeit angemeldet, kündigte Flughafenchef Udo Mager an diesem Dienstag im Gespräch mit dem Dortmunder Lokal-Radio 91.2 an. Demnach sollen die Flughafen-Beschäftigten schon in diesem Monat, spätestens aber im Mai kurzarbeiten. Aus eigener Kraft, so Mager, werde der Flughafen die Corona-Krise nicht meistern können.

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