Coronavirus in der Kita seiner Frau: Kamener SPD-Chef stellt sich unter Quarantäne

dzPolitik und Gesundheit

Der Kamener SPD-Parteichef Denis Aschhoff hat alle seine Termine abgesagt – weil seine Frau als Kita-Leiterin in Zusammenhang mit drei Bergkamener Coronavirus-Fällen unter häuslicher Quarantäne steht. Aschhoff bleibt freiwillig zu Hause.

Kamen

, 09.03.2020, 12:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Auswirkungen von drei Coronavirus-Fällen in Bergkamen reichen bis in die Kamener Politik. SPD-Ratskandidatin Alexandra Bartosch und ihr Mann, SPD-Stadtverbandsvorsitzender Denis Aschhoff, bleiben vorerst zu Hause.

Bartosch ist auf Anordnung des Kreisgesundheitsamt in Quarantäne geschickt worden. Als Leiterin des Kindergarten Arche Noah in Rünthe zählt Bartosch zu den möglichen Kontaktpersonen eines an Covid-19 erkrankten Kita-Kinds. Ihr Mann Denis Aschhoff hat sich selbst freiwillig und aus Vorsicht unter Quarantäne gestellt und bleibt seiner Arbeit als Vertriebler bei einem medizinischen Großhandel fern.

Symptomfrei zu Hause

Dem Paar geht es gesundheitlich gut. „Wir sind beide völlig symptomfrei“, sagte Aschhoff am Montag. Die Beiden müssen jetzt abwarten, bis durch ein Testergebnis Klarheit herrscht, ob Bartosch mit dem Coronavirus infiziert ist. Sie leitet den evangelischen Kindergarten Arche Noah, der nach dem Bekanntwerden der Coronavirus-Infektion eines Kinds am Samstag vom Kreisgesundheitsamt geschlossen wurde. Der Betrieb ist vorläufig bis zum 18. März eingestellt.

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Teilnahme an Veranstaltungen abgesagt

SPD-Parteichef Aschhoff hat vorläufig die Teilnahme an allen Veranstaltungen und Terminen abgesagt, unter anderem an einer für Montagabend geplanten Mitgliederversammlung der SPD Kamen-Mitte. Er ist Sachkundiger Bürger im Behindertenbeirat und im Planungs- und Straßenverkehrsausschuss. Ernsthafte Sorgen, dass seine Frau und er sich angesteckt haben, macht er sich nach eigenen Worten nicht. „Vor dem Virus habe ich keine Angst“, sagt er. Allerdings macht er sich seine Gedanken über die wirtschaftlichen Auswirkungen der Epidemie. Ganze Betriebe könnten eventuell lahmgelegt werden.

Alexandra Bartosch wurde von der SPD Südkamen für einen der beiden Südkamener Wahlkreise nominiert. Die Kamenerin leitet die Kita Arche Noah in Rünthe und ist in Kamen politisch aktiv.

Alexandra Bartosch wurde von der SPD Südkamen für einen der beiden Südkamener Wahlkreise nominiert. Die Kamenerin leitet die Kita Arche Noah in Rünthe und ist in Kamen politisch aktiv. © Privat

Voll ausgerüstet mit Desinfektionsmitteln

Wegen seines beruflichen Hintergrunds ist Aschhoff zu Hause „voll ausgerüstet“. Es gebe genug Desinfektionsmittel im Haus. Das Wichtigste sei, sich immer die Hände zu waschen, um eine Übertragung des Coronavirus zu verhindern. Was noch nicht verfügbar gewesen sei, sei ein Coronavirus-Schnelltest, der ihm und seiner Frau binnen Stunden Entwarnung gibt. Solche Schnelltests existieren mittlerweile.

Weiterhin vier bestätigte Fälle im Kreis Unna

Im Kreis Unna gibt es bislang nur in Unna und Bergkamen bestätigte Covid-19-Fälle. Die Erkrankung einer 61 Jahre alten Frau aus Unna wurde am 1. März vom Kreisgesundheitsamt bestätigt. Dazu kommen noch die drei am Samstag, 8. März, bestätigten Fälle von drei Bergkamenern. Dabei handelt es sich um einen Vater und zwei Kinder, die die Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule in Heil und die Kita Arche Noah in Rünthe besuchen. Die Einrichtungen sind vorläufig geschlossen. Zudem wurde eine Klasse der Freiherr-von-Ketteler-Schule wegen möglicher Kontakte zu dem Kita-Kind unter Quarantäne gestellt.

Wir haben den Text um eine Klarstellung zur Verfügungbarkeit des Schnelltests aktualisiert.
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