Coronavirus im Kreis Unna: So reagieren die Krankenhäuser

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Die Krankenhäuser in Kamen und Unna bereiten sich auf den Fall vor, dass eine Coronavirus-Epidemie in der Region ausbricht. Normale Stationen würden dann zu Isolierstationen umgewidmet.

Kamen, Unna

, 03.03.2020, 04:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Hellmig-Krankenhaus in Kamen ist in einem internen Notfallplan des übergeordneten Klinikum Westfalens als Standort für eine Infektionsstation vorgesehen. „Es gibt ein Notfallkonzept für den Fall, dass es zu einer größeren Zahl von Corona-Erkrankungen kommt“, sagte Klaus-Peter Wolter, Sprecher des knappschaftlichen Klinikverbunds mit zwei Standorten in Dortmund und je einem in Lünen und Kamen. Zuvor war am Montag der erste bestätigte Coronavirus-Fall im Kreis Unna bekannt geworden.

Die erkrankte Unnaerin (61) wird derzeit im Klinikum Dortmund behandelt, das nicht mit dem Klinikum Westfalen zu verwechseln ist. Das Klinikum Dortmund ist mit einer speziellen Isolierstation ausgestattet – und damit auch für die stationäre Aufnahme von Covid-19-Erkrankten geeignet. Im Kreis Unna verfügt lediglich das Marien-Hospital in Lünen über einen speziellen Bereich für die Isolierung von Patienten.

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Das Klinikum Westfalen ist darauf vorbereitet, unter bestimmten Bedingungen ebenfalls eine oder mehrere provisorische Isolierstationen einzurichten. „Wir sind auf den Fall eingestellt, dass es mehr Covid-19-Patienten gibt, als Betten in den speziellen Abteilungen am Klinikum Dortmund und am Marien-Hospital zur Verfügung stehen“, erklärte Klinikum-Westfalen-Sprecher Wolter. Dann würde auch das Klinikum Westfalen schwere Covid-19-Fälle aufnehmen. „Es geht dann nicht um leichte Fälle mit etwas Husten, wo eine häusliche Quarantäne das Mittel der Wahl ist.“

Notfallkonzept: Stationen zu Isolierstationen umwidmen

Das Notfallkonzept am Klinikum Westfalen sieht vor, stufenweise isolierte Bereiche zu schaffen, die über einzelne Isolierzimmer hinausgehen: zuerst am Knappschaftskrankenhaus in Dortmund-Brackel, dann am Hellmig-Krankenhaus in Kamen. Das bedeutet, dass ein bestimmter Bereich in dem Krankenhaus freigemacht wird für die Aufnahme von Covid-19-Erkrankten. Alle anderen Patienten, die in den dortigen Betten liegen, würden dann in andere Stationen des jeweiligen Krankenhauses verlegt. Von diesem Szenario ist das Klinikum Westfalen aber derzeit weit entfernt.

Isolierstationen verfügen über einen Vorraum, der als Schleuse dient. Neben der Basishygiene, die im Krankenhaus üblich ist, gelten dort verschärfte Schutzvorkehrungen zugunsten der immungeschwächten Patienten.

Der erste bestätigte Coronavirus-Fall im Kreis Unna hat bislang keine Auswirkungen auf das Hellmig-Krankenhaus in Kamen. Das 207-Betten-Haus arbeite normal weiter und führe beispielsweise alle geplanten Operationen, „zum Beispiel die Knie-OP“, durch, sagte Klinikum-Sprecher Wolter. Über die Absage geplanter Operationen müsse man erst nachdenken, wenn wirklich eine isolierte Station benötigt werde. Der Nachschub von Desinfektionsmitteln und Schutzkleidung ist gesichert. „Wir haben keine Probleme, uns ausreichend zu versorgen“, so der Sprecher.

Normaler Betrieb im Katharinen-Hospital und im Evangelischen Krankenhaus Unna

In Unna, wo die Erkrankte sich im Katharinen-Hospital meldete, läuft der Krankenhausbetrieb ebenfalls normal weiter. Gerüchte, wonach das Katharinen-Hospital geplante Operationen am Montag abgesagt habe, weil es zwei weitere Verdachtsfälle gebe, dementierte Pressesprecherin Karin Riedel auf Anfrage unserer Redaktion am Montagmittag: „Wir haben am Montag einzelne geplante Operationen abgesagt. Dabei handelt es sich aber ausschließlich um Einzelfälle, in denen man mit der geplanten OP warten kann. Dies geschah in Absprache mit den jeweiligen Patienten und vor dem Hintergrund, dass wir so viele Menschen wie möglich schützen wollen. Und maximaler Schutz bedeutet so wenig Kontakt wie möglich.“

Der Krankenhausbetrieb läuft sowohl im Katharinen-Hospital als auch im Evangelischen Krankenhaus Unna weiter wie gewohnt.

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