Coronakrise: Ikea schließt Filiale im Kamen-Karree

dzWirtschaft

Ikea fährt die Schranken herunter und schließt. Das Möbelhaus im Kamen-Karree stellt vorerst den Betrieb ein – so wie alle 53 Häuser der schwedischen Möbelkette in Deutschland. Das sagt Marktleiterin Jutta Iskalla.

Kamen, Unna

, 17.03.2020, 12:37 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zuerst wurde vorige Woche das bekannte Småland, die Kinderbetreuung mit dem Bällebad, gesperrt. Nun ist das komplette Möbelhaus Ikea im Kamen-Karree geschlossen – die Schranken vor dem Parkplatz sind heruntergefahren und Absperrkegel stehen auf der Zufahrt.

Mit der Schließung aller Filialen in Deutschland reagierte die schwedische Möbelkette am Dienstag auf die Coronakrise – und folgte mit der sofortigen Schließung den Leitlinien von Bund und Ländern. „Einrichtungshaus bis auf Weiteres geschlossen“, steht auf einem Schild neben der Zufahrt zur Filiale im Kamen-Karree.

Marktleiterin Jutta Iskalla

Marktleiterin Jutta Iskalla © Stefan Milk

„Wie lange wir geschlossen haben, wissen wir noch nicht“
Jutta Iskalla

Ikea schließt: 360 Mitarbeiter betroffen

Weil die Entscheidung erst kurz vor Ladenöffnung bekannt gegeben wurde, bemerkten einige Kunden die Neuigkeit erst, als sie mit dem Auto vorfuhren. Ein Verkehrschaos blieb aus, auch weil der Dienstag kein Haupteinkaufstag ist. „Das hat ganz gut funktioniert“, sagte Marktleiterin Jutta Iskalla.

Die rund 360 Mitarbeiter waren am Dienstagmorgen wie üblich zur Arbeit erschienen, um dann festzustellen, dass kein Verkauf stattfindet. Schon am Vortag waren Beschränkungen zu erkennen. Ein Sicherheitsdienst sprach Kunden vorsorglich an. Dessen Mitarbeiter wiesen zum Beispiel darauf hin, Abstand zu anderen Menschen zu halten. Ein genauer Blick galt dem automatischen Kundenzähler. „Wäre es zu voll geworden, hätten wir den Eingang zugemacht“, sagte Iskalla.

Nach der Schließung stellte sich für das Ikea-Team die Frage, wie das Haus ganz oder teilweise in den Dornröschenschlaf versetzt wird – und die Pflanzen im Glashaus gehegt werden. Für das Verkaufspersonal gibt es nun wenig zu tun, während die Lagermitarbeiter eventuell noch die Übergabe online bestellter Ware (Click & Collect) übernehmen. „Die Möglichkeiten für Homeoffice sind bei uns begrenzt“, sagte Iskalla. „Wir prüfen, ob es ein Online-Angebot für Mitarbeiter für Schulungen gibt.“

Onlineshop bleibt geöffnet

Für alle, die in der Coronakrise jetzt mehr Freizeit haben, fällt ein Bummel bei Ikea definitiv flach. Was auffiel: Die Kunden, die am letzten Öffnungstag noch da waren, hätten auffällig viel gekauft. „Wir hatten einen doppelt so hohen Kassenbon“, sagte Iskalla. Nun hören die Kassen im Kamen-Karree auf zu klingeln, und im Personalbereich hinter dem Restaurant kann kein sechsstelliger Tagesumsatz mehr per Lautsprecherdurchsage ausgerufen werden. Nur der Onlineshop bleibt aktiv. Iskalla: „Wie lange wir geschlossen haben, wissen wir noch nicht.“

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Für wichtige Hinweise
Corona-Bürgerdienste für Senioren: Die Informationen landen direkt im Briefkasten
Hellweger Anzeiger Coronavirus
In der Krise wachsen: Fernunterricht der Musikschule ermöglicht Freiheit und Eigenständigkeit