Diese Flickenteppiche sollen einer glatten Asphaltschicht weichen: Sanierungsabschnitte auf Jahn-, König- und Dürerstraße (von links). © Stadt Kamen
Neue Asphaltdecke

Corona-Sonderprogramm: Kamen will drei Straßen sanieren

Ein Corona-Sonderprogramm versetzt Kamen in die Lage, drei kaputte Straßen abschnittsweise zu sanieren. Vize-Verwaltungschef Uwe Liedtke hat jetzt einen konkreten Vorschlag vorgelegt.

Die Jahnstraße und die Königstraße in Methler sowie die Dürerstraße in Kamen-Mitte haben etwas gemeinsam: Schlaglöcher, Risse und einen Asphalt-Flickenteppich. Die Fahrbahn ist abschnittsweise so kaputt, dass die Stadtverwaltung nun eine Sanierung der Schadstellen eingeleitet hat. Ein Corona-Investitionspaket des Landes NRW macht das Projekt möglich.

Die Mitglieder des Planungs- und Straßenverkehrsausschusses erfuhren vorigen Donnerstag in einem Schreiben aus dem Rathaus, dass die Stadtverwaltung Fördermittel für die Straßensanierung bei der Bezirksregierung Arnsberg angemeldet hat. Kamen stehen aus dem sogenannten Sonderprogramm „Erhaltungsinvestitionen für kommunale Verkehrsinfrastruktur Straßen und Radwege“ mit einem Gesamtvolumen von 50 Millionen Euro maximal 99.300 Euro zu.

Sonderprogramm reicht für 170 Meter Straße

Vize-Verwaltungschef Uwe Liedtke erklärt in dem Rundbrief, der der Redaktion vorliegt, wo wieviel Asphaltdecke erneuert wird, insgesamt knapp 1000 Quadratmeter. Dies entspricht umgerechnet einem sechs Meter breiten und knapp 170 Meter langen Straßenabschnitt. Mehr Straßen sind durch das Sonderprogramm nicht drin, ein Nachschlag wegen der hohen Nachfrage unwahrscheinlich, wie die Stadtverwaltung auf Nachfrage bei der Bezirksregierung erfahren hat.

  • Die Jahnstraße in Methler bekommt auf zwei Abschnitten – im Bereich der Einmündung Heidkamp (150 Quadratmeter) und vor den Hausnummern 33/35 (100 Quadratmeter) – eine neue Asphaltdecke.
  • Die Königstraße, die parallel zur Jahnstraße in Methler verläuft, wird auf freier Strecke zwischen den Siedlungen von Westick und Kaiserau saniert (150 Quadratmeter).
  • Die Dürerstraße in Kamen-Mitte, die unter anderem zur Minigolfanlage am Postpark sowie zur Feuerwache führt, bekommt ab der Einmündung Sesekedamm auf einer Länge von rund 100 Metern (550 Quadratmeter) eine neue Oberfläche.

Die Auswahl der Straßen erfolgte nach „eingehender Sichtung und Begutachtung“ der Straßenzustände. Die Stadtverwaltung beziffert die Sanierungskosten in kurzer Zeit auf 113.750 Euro, sodass abzüglich der Förderung von 99.300 Euro noch 14.450 Euro Eigenanteil von der Stadt aufzubringen sind. Die Sanierung der drei Straßen soll noch in diesem Jahr umgesetzt werden, vorbehaltlich der Genehmigung durch die Bezirksregierung. Davon unabhängig ist bereits aus einem städtischen Programm eine Ausbesserung von sechs Straßenabschnitten (Kirchplatz, Lehmberge, In der Körne, Holunderweg, Schleppweg und Rosenstraße) vorgesehen.

SPD regt „Verkehrsberuhigung“ an

Die SPD Methler schlägt unterdessen vor, die Sanierung der Jahn- und Königstraße mit einer „Verkehrsberuhigung“ zu verknüpfen. Die Sozialdemokraten befürworten die Einführung einer Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h, wie einer am Dienstag verschickten Pressemitteilung zu entnehmen ist. „In beiden Straßen gibt es viel Fuß- und Radverkehr, da die angrenzenden Fußballplätze des SuS Kaiserau und des FLVW dafür sorgen, dass Menschen, die die Sportplätze besuchen wollen, dort zu Fuß die Straße queren oder mit dem Fahrrad anreisen“, erklärt darin Ortsvereinsvorsitzender Joachim Eckardt.

Sollte der SPD-Vorschlag im Stadtrat durchkommen, stellt sich die Frage der konkreten Umsetzung. Zwischen der Jahnstraße im Norden und der Königstraße im Süden könnte durch wenige Schilder eine einzige große Tempo-30-Zone entstehen, denn in untergeordneten Straßen in den Wohngebieten neben dem Sportcentrum Kaiserau gilt schon jetzt Tempo 30, wobei einzelne Straßen als verkehrsberuhigte Zone ausgewiesen sind.

Über den Autor
Redaktion Kamen
Jahrgang 1973, aufgewachsen im Sauerland, wohnt in Holzwickede. Als Redakteur seit 2010 rund ums Kamener Kreuz unterwegs, seit 2001 beim Hellweger Anzeiger. Ab 1994 Journalistik- und Politik-Studium in Dortmund mit Auslandsstation in Tours/Frankreich und Volontariat bei den Ruhr Nachrichten in Dortmund, Lünen, Selm und Witten. Recherchiert gern investigativ, zum Beispiel beim Thema Schrottimmobilien. Lieblingssatz: Der beste Schutz für die liberale Demokratie ist die Pressefreiheit.
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Carsten Fischer
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