Chinesischer Granit wurde vor über zehn Jahren in der Kamener Fußgängerzone verbaut – hier bei einer Präsentation im Jahr 2006 anlässlich der Sanierung der Bummelmeile. © Archiv
Willy-Brandt-Platz

Corona-Lieferstau: Kamen wartet aus Granit aus China für Fußgängerzone

Für die Ausbesserung des Willy-Brandt-Platzes in Kamen ist Granit aus China bestellt worden. Weil sich die Lieferung verzögert, kann die Stadt die Bauarbeiten vorerst nicht abschließen.

Zunächst nur noch einmal wird der Wochenmarkt auf der Adenauerstraße stattfinden. Danach können die Händler ihre Stände wieder wie gewohnt auf dem Willy-Brandt-Platz aufbauen. Wegen Sanierungsarbeiten mussten sie die Fläche einige Wochen lang auslassen, das vorläufig letzte Mal am Freitag (31. Juli), bevor es am Dienstag (4. August) wieder zurück zum Stammplatz geht.

Die Stadt Kamen kündigte die Rückkehr des Wochenmarkts am Mittwoch an, konnte aber noch keinen erfolgreichen Abschluss der Sanierungsarbeiten melden. „Bei den Arbeiten wurden defekte Lichtleisten gegen Metallintarsien ausgetauscht und die gebrochenen Ablaufrinnen sollten eigentlich ersetzt werden“, teilte die Verwaltung am Mittwoch mit. Doch eine ausbleibende Material-Lieferung macht den Zeitplan hinfällig.

Die Bauarbeiter sollen Granit aus China einbauen, um die Arbeiten zu vollenden. „Leider hat Corona auch die internationalen Lieferketten durcheinandergewirbelt und so kommt es zu Lieferverzögerungen beim für die Sanierung der Rinnen benötigen Granitsteinen aus China“, heißt es in der Mitteilung.

Wann die bestellte Warte eintrifft, ist derzeit nicht absehbar. Unter Umständen könne es sein, dass die Lieferung erst im Oktober oder später erfolge, „was wiederum bedeutet, dass eine Sanierung der Rinne aufgrund der kühleren Temperaturen im Herbst sicher erst im Frühjahr kommenden Jahres erfolgen kann“, heißt es in der Mitteilung.

Warum ausgerechnet chinesischer Granit bestellt wurde, liegt auf der Hand. Mit einem Belag dieser Herkunft, wurde in den Jahren 2005 bis 2008 die Kamener Fußgängerzone im Rahmen einer großflächigen Sanierung ausgelegt. Der qualitativ hochwertige Stein gilt auch heute noch als „top“ und sorgt für ein freundliches Erscheinungsbild, währen die Lichtleisten auf dem Willy-Brandt-Platz als Flop der Millionen-Investition in eine attraktive Innenstadt gelten.

Beim Stichwort „chinesischer Granit“ dürften auch Erinnerungen an den damaligen Arbeitsbesuch einer Kamener Verwaltungsdelegation in China wach werden, die sich damals von der Güte der ausgesuchten Steine vor Ort überzeugte, was anschließend für Kritik sorgte.

Mit einem erneuten Umzug des Wochenmarkts ist dann zu rechnen, wenn die bestellten Steine voraussichtlich im Frühjahr eingebaut werden. Eine erneute China-Reise ist nicht erforderlich.

Über den Autor
Redaktion Kamen
Jahrgang 1973, aufgewachsen im Sauerland, wohnt in Holzwickede. Als Redakteur seit 2010 rund ums Kamener Kreuz unterwegs, seit 2001 beim Hellweger Anzeiger. Ab 1994 Journalistik- und Politik-Studium in Dortmund mit Auslandsstation in Tours/Frankreich und Volontariat bei den Ruhr Nachrichten in Dortmund, Lünen, Selm und Witten. Recherchiert gern investigativ, zum Beispiel beim Thema Schrottimmobilien. Lieblingssatz: Der beste Schutz für die liberale Demokratie ist die Pressefreiheit.
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Carsten Fischer
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