Corona-Helden machen jetzt die Teststelle dicht

Redakteur
Es wird nicht nur getestet, sondern auch nachgesorgt. Eine alleinerziehende Mutte erhält zurzeit Hilfe von den Kräften des RV Wanderlust und Schützenvereins Methler, darunter (v.l.) Kerstin Poppke, Silvia Chytralla, Dirk Poppke und Manfred Chytralla.
Es wird nicht nur getestet, sondern im Fall der Fälle auch geholfen. Eine positiv getestete Mutter erhält Unterstützung von den Kräften des RV Wanderlust und Schützenvereins Methler, darunter (v.l.) Kerstin Poppke, Silvia Chytralla, Dirk Poppke und Manfred Chytralla. © Marcel Drawe
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Die Corona-Schnellteststelle im Vereinsheim des RV Wanderlust schließt. Der von Mitgliedern des RV Wanderlust und des Schützenvereins Methler ehrenamtlich betriebene Schnelltest-Standort wird nach mehr als sieben Monaten dicht gemacht. Das kündigte am Donnerstag Manfred Chytralla, Vorsitzender des Radsportvereins, an. 10.000 Testwillige haben sich dort in dieser Zeit auf Corona testen lassen. Wegen ihres sozialen Einsatzes wurden die Kräfte zwischenzeitlich als Corona-Helden gefeiert.

Corona-Schnelltests im Vereinsheim des RV Wanderlust: Der seit mehreren Wochen ehrenamtlich testende Verein hat schon einige Erfahrungen bei den Tests gesammelt.
Corona-Schnelltests im Vereinsheim des RV Wanderlust: Der seit mehreren Wochen ehrenamtlich testende Verein hat schon einige Erfahrungen bei den Tests gesammelt. © Marcel Drawe © Marcel Drawe

Zahl der Tests sank von monatlich 2200 auf 750

Die steigende Zahl der Geimpften und die sinkende Zahl der Testwilligen sind die Hauptgründe für die Einstellung des Angebots zum 10. Oktober. Die Anzahl der durchgeführten Tests lag in den Monaten April und Mai bei ca. 2200. Im Juni waren es ca. 1600 und im Juli und August noch 1000. „Im September werden schließlich noch 750 Tests zu Buche schlagen“, zieht Chytralla Bilanz. In dieser Zeit wurden 22 Personen positiv auf Corona getestet. 20 davon waren auch im anschließenden PCR-Test positiv, nur zwei erwiesen sich als falsch positiv. Man habe dabei geholfen, „die Infektionsketten zu unterbrechen und zur Gesunderhaltung der Dorfbewohner beigetragen“, so Dirk Poppke, Vorsitzender des Schützenvereins Methler.

Viel Freizeit in das wichtige Projekt gesteckt

Die Ehrenamtlichen haben viel Freizeit in das Angebot gesteckt. Zunächst wöchentlich 20 Stunden und seit 1. Juli 16 Stunden inklusive samstags und sonntags. Chytralla erinnert an den Einsatz für eine junge Mutter, die nach einer positiven Testung Hilfe in der Quarantäne bekam. Das Helferteam kaufte unter anderem mit Geldern aus dem in der Teststelle aufgestellten Spendenschwein Lebensmittel und Kindernahrung für die Dauer der 14-tägigen Auszeit. Chytralla lobt: „Das heißt: das ganze Dorf war an der Hilfe für die junge Mutter beteiligt.“

Vereine bewerben sich um den Kamener Heimatpreis

Die Ehrenamtlichen ließen auch die anderen Corona-Positiven nicht allein. „Die selbst initiierte Nachsorge, die in dieser Form wohl in keinem anderen Testzentrum durchgeführt wurde, kam äußerst gut an“, blickt Chytralla zurück. Die Vereinsmitglieder hätten jedes Mal Hilfe angeboten und erhielten auch etwas zurück: Viele der Getesteten, so Chytralla erfreut, hätten sich als Mitglied angeschlossen. Durch die Aktion sei der Zusammenhalt in Methler in besonderer Weise gestärkt worden. Aus diesem Grunde haben sich die beiden Vereine nun um den erstmals ausgeschriebenen Heimatpreis beworben.