Obwohl viele Kitas derzeit an Corona zu knabbern haben, beteiligen sie sich wieder an einer Spendenaktion für Bedürftige in Rumänien. Der Awo-Arbeitskreis Humanitäre Hilfe ist überwältigt.

Kreis Unna

, 22.11.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Wir sind stolz darauf, dass sich so viele Einrichtungen trotz Corona-Beeinträchtigungen an der Aktion beteiligen.“ Peter Resler ist in diesen Tagen fleißig dabei, Päckchen zu sammeln. Über 100 Geschenke hat er schon in Kitas, Seniorenheimen und anderen Einrichtungen abgeholt. Resler vom Arbeitskreis Humanitäre Hilfe der Awo ist froh, dass Corona die Weihnachtspaket-Aktion nicht ausbremsen kann. Auch wenn sie anders ablaufen wird als in den vergangenen Jahren.

Jetzt lesen

Eigentlich sollte der Ortsverein, den die Awo in der rumänischen Stadt Toplet gegründet hat, die Päckchen in Deutschland abholen. „Aber das fällt nun ins Wasser. Die haben auch eine Art Lockdown, alles ist geschlossen“, berichtet der Kamener. Es stellte sich dann die Frage, wie die Weihnachtsgeschenke, die jedes Jahr für Kinder und Senioren in Rumänien gepackt werden, ihren Weg dorthin finden können.

Leerer Lkw bringt Spenden und Geschenke nach Toplet in Rumänien

„Wir haben jetzt in die Trickkiste gegriffen. Ein Leer-Transport einer rumänischen Spedition soll Ende des Monats die Päckchen dorthin bringen“, so Resler. In dem Lastwagen sollen dann nicht nur Weihnachtsgeschenke transportiert werden, sondern noch weitere Spenden.

Peter Resler strahlt: Unverhofft ergab sich im Juli eine Möglichkeit, die Hilfsgüter trotz Corona auf den Weg nach Toplet zu bringen. Nun soll wieder ein Lkw, der sonst leer nach Rumänien gefahren wäre, Weihnachtsgeschenke dorthin bringen.

Peter Resler strahlt: Unverhofft ergab sich im Juli eine Möglichkeit, die Hilfsgüter trotz Corona auf den Weg nach Toplet zu bringen. Nun soll wieder ein Lkw, der sonst leer nach Rumänien gefahren wäre, Weihnachtsgeschenke dorthin bringen. © Peter Resler

Aus dem Mühlbachhaus in Heeren hat der Hilfsverein eine alte Küche gespendet bekommen und von einer Tagespflege in Unna ein elektrisches Pflegebett, Rollatoren und mehr. Auch aus einem Haushalt in Unna durfte sich der Verein Dinge mitnehmen, die die Bedürftigen in Rumänien gebrauchen können.

„Es sind schon zwei Garagen voll“, sagt Resler stolz. Doch es werden weiter Spenden und Weihnachtsgeschenke angenommen. Bei letzteren ist es wichtig, die Zielgruppe auf dem Päckchen zu markieren (z.B. Mädchen oder Junge, Alter oder Senioren). Schön wäre laut AWO auch eine Weihnachtskarte mit Absender und Weihnachtsgruß.

Kein Geld, dafür lieber Spiele, Kleidung und Süßigkeiten

Beim Packen sollten die strengen Zollvorschriften berücksichtigt werden. So sollten Spender keine verderblichen Lebensmittel einpacken, keine Medikamente, Geld, Alkohol, Zigaretten oder Spielsachen, die mit Zauberei zu tun haben. Auch elektronische Geräte sollten nicht in den Päckchen landen.

Auch die Fröndenberger Kita Hirschberg beteiligt sich an der Hilfsaktion.

Auch die Fröndenberger Kita Hirschberg beteiligt sich an der Hilfsaktion. © privat

Schön wären stattdessen für Kinder Spiel- und Schulsachen, Kleidung, Hygieneartikel wie Zahnpasta, Shampoo und Co. und natürlich auch Süßigkeiten. Bis auf Schul- und Spielsachen freuen sich auch die bedürftigen Senioren über diese Dinge. Doch auch Lebensmittel wie Reis, Nudeln, Öl und Co. sind gern gesehen. Der Arbeitskreis Humanitäre Hilfe holt die Päckchen und Spenden übrigens ab.

Die Menschen aus dem Dorf Toplet freuen sich über jede Hilfe, sie haben in den vergangenen 25 Jahren aber auch gelernt, sich selbst zu helfen. So lange gibt es den Kreis Humanitäre Hilfe schon, den Resler damals als Awo-Geschäftsführer unterstützt hat und für den er sich nun als Rentner ehrenamtlich engagiert.

Auslöser des Humanitären Kreises war eine Hungersnot in Moskau

Angefangen habe alles mit einer Hungersnot in Moskau. Drei, vier Jahre gingen Transporte mit Hilfsmitteln nach Russland. „Aber irgendwann wurde es zu gefährlich und wir haben die Transporte eingestellt.“ Kurz darauf sahen Awo-Mitglieder, die zur Kur in Rumänien waren, wie hilfsbedürftig die Menschen dort sind.

Jetzt lesen

Seitdem unterstützt der Kreis die Menschen in Toplet. „Wir helfen nicht nur, sondern leisten Hilfe zur Selbsthilfe“, sagt Resler. Der Ortsverein, der mithilfe des Awo-Kreises in Toplet gegründet wurde hat laut Resler die gleiche Satzung wie die Awo in Deutschland und hilft den Menschen direkt vor Ort.

Es gibt Begegnungsstätten, Kinder werden zur Schule gebracht und vieles mehr. Zuletzt schafften sich die Schulen mit finanzieller Hilfe aus Deutschland Whiteboards an und auch einen Spielplatz gibt es dort mittlerweile. Resler und die anderen Ehrenamtlichen können also mit Stolz auf die vergangenen 25 Jahre blicken. Und sie sind längst noch nicht fertig mit Helfen.

Spenden und Päckchen werden noch angenommen Wer etwas für die Menschen in Rumänien spenden oder ein Weihnachtspäckchen packen möchte, kann sich noch bei Peter Resler unter Tel. (0152) 52691060 oder per Mail ak-hh@awo-rle.de melden. Spenden werden noch bis mindestens 25. November angenommen. Da noch nicht feststeht, wann genau der Transport nach Rumänien startet, werden eventuell auch später noch Spenden angenommen.
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Corona-Update Kamen
Zweiter Corona-Todesfall in Kamen – und viele weitere Schüler in Quarantäne
Hellweger Anzeiger Shopping in Kamen
Verkaufsoffener Sonntag in Kamen in letzter Sekunde abgesagt: Das sagen die Händler
Hellweger Anzeiger Neue Mitte Heeren
Kein Wetter für Restarbeiten: Märkische Straße wird wieder für Verkehr freigegeben