Corona-Ausbruch bei Tönnies erreicht Vahle: Zwei Infizierte und freiwillige Testungen

dzViruskrise

Zwei Vahle-Mitarbeiter haben sich mit Corona infiziert. Die Brüder haben sich über den Vater, der bei Tönnies arbeitet, angesteckt. Zuvor gab es keinen Fall bei Kamens größtem Arbeitgeber.

Kamen

, 29.06.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwei Mitarbeiter des Kamener Technologie-Unternehmens Vahle haben sich mit dem Coronavirus angesteckt. „Die Betroffenen haben sich über ein Familienmitglied infiziert, welches bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück mit dem Virus in Kontakt gekommen ist“, teilte Unternehmenssprecher Philipp Weber auf Anfrage der Redaktion mit.

Das Unternehmen reagierte sofort, unter anderem mit Testungen auf freiwilliger Basis, die an diesem Montag durchgeführt wurden. Durch ein ausgeklügeltes Hygienekonzept war bei Kamens größtem Arbeitgeber bisher kein Corona-Fall registriert worden.

Ohne Symptome in häusliche Quarantäne

Bereits am 19. Juni, so erläutet Weber, „wurden die Betroffenen zusammen – ohne vorliegende Symptome – in häusliche Quarantäne geschickt.“ Bei den beiden Mitarbeitern handelt es sich um Brüder, deren Vater, der bei Tönnies arbeitet, auf das Virus getestet wurde.

Nachdem das Gesundheitsamt am vergangenen Mittwoch, 24. Juni, eine Infektion des Vaters feststellte, wurde umgehend auch für alle Kontaktpersonen der Brüder, die bei Vahle arbeiten, häusliche Quarantäne angeordnet – eine Zahl nicht mehr als im einstelligen Bereich. Am Donnerstag, 25. Juni, und am darauffolgenden Freitag, 26. Juni, erhielten auch die beiden Brüder ein positives Testergebnis.

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Virus hat schon zuvor Einfluss auf die betriebliche Lage genommen

Das Virus hatte schon zuvor Einfluss auf den Betrieb des Unternehmens genommen, das für seine High-Tech-Stromschienen bekannt ist: Wegen sinkender Auftragseingänge in Zeiten der Pandemie wird deswegen zurzeit über den Abbau von bis zu 100 Arbeitsstellen verhandelt.

Die Krise habe einen schon zuvor geplanten Umstrukturierungsprozess, der über eine längere Phase angelegt war, „brandbeschleunigt“, wie Geschäftsführer Achim Dries im Gespräch mit der Redaktion sagte, als der Stellenabbau angekündigt wurde. Der nächste Gesprächstermin ist an diesem Dienstag vorgesehen.

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Präventive Maskenpflicht in den Produktionsstätten

Nicht nur bei diesen Gesprächen, sondern im Gesamtunternehmen greift auch weiterhin das Hygienekonzept, zu dem regelmäßige „Corona-Calls“ zur Abstimmung der Maßnahmen zählen, wie Weber erläutert: Zum Schutz der gesamten Belegschaft hat Vahle soweit wie möglich alle Büro-Arbeitsplätze, etwa 280 an der Zahl, ins Homeoffice verlegt und in den Produktionsstätten eine präventive Maskenpflicht angeordnet. Die freiwilligen Coronatests am Montag wurden auf Firmenkosten in Kooperation mit dem Werksarztzentrum angeboten.

Bisher vor allem Bergkamen vom Corona-Ausbruch betroffen

Bisher war im Kreis Unna vor allem Kamens Nachbarstadt Bergkamen vom Corona-Ausbruch bei Tönnies betroffen. Mehr als 100 Menschen stehen dort in Zusammenhang mit den Masseninfektionen bei der Fleischfabrik Tönnies unter Quarantäne.

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