Nach Kritik an Christian Anders‘ Auftritt in Kamen: So wütend reagiert sein Management

dzStadthalle Kamen

Das Konzert von Christian Anders in der Kamener Stadthalle wurde von der Antifa kritisiert. Das Management bezieht Stellung und stochert dabei wütend in der Vergangenheit mehrerer Parteien herum.

Kamen

, 25.10.2019, 15:28 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Es geht bei dem Konzert ausschließlich um die Musik von Christian Anders“, sagt Jens Naujokat von der Agentur Viva Concepts. Seine Agentur hat die Kamener Stadthalle angemietet, in der der Schlagersänger am Samstag auftreten wird.

Die Stellungnahme, die das Management als Antwort auf die Kritik von Antifa-Gruppen veröffentlichte ist jedoch weniger harmlos als die Worte Naujokats.

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Naujokat veröffentlichte am Donnerstagnachmittag die Stellungnahme des Anders-Managements. Unter anderem steht darin, dass im Rahmen dieser Veranstaltung vorgetragenen Lieder keine politischen Botschaften vermitteln.

Es folgen verschiedene Punkte, in denen das Management offenkundig nicht nur darauf abzielt, das Image Anders‘ reinzuwaschen, sondern konkret Parteien und Medien angreift.

So sollen linke Parteien größere Zeitungen beeinflusst haben, „um den Leumund von Christian zu beschmutzen“. Das sei „schon deswegen absurd, da Christian Anders jüdische Vorfahren hat.“

Konkret nimmt das Management in seiner Stellungnahme auf die Absage des Auftrittes in der Wittener Startgalerie Stellung. Es kritisiert die Wittener Politik, die die Bemühungen der Center-Managerin, mit einem prominenten Namen Kunden zu locken, kaputt gemacht haben soll: „Was die Wittener Politik sonst so tut, um für Gewerbeansiedlung attraktiv zu sein? Beispielsweise übertrifft die Stadt bei der Grundsteuer alle anderen großen Städte.“

Management kritisiert Die Linke, SPD und Die Grünen

Es folgen Zeilen, mit denen das Management die Parteien, die den Boykottaufruf unterzeichnet haben sollen, teils unter der Gürtellinie attackiert. Es nennt konkrete Beispiele aus der Vergangenheit Der Linken, der SPD und der Grünen.

„Statt in Christians Vergangenheit herumzuschnüffeln, wäre es nicht

sinnvoll, hier mal die wirklich unerträglichen Pädophilie-Vorwürfe etc. umfangreich

auszuräumen. Erst vor wenigen Tagen hat Renate Künast wieder einmal diese skandalöse Grünen-Geschichte in einem Fernsehinterview abgewiegelt“, wettert das Management beispielsweise gegen die Grünen.

Freie Meinungsäußerung solle weiterhin erlaubt bleiben und nicht in einen aktuellen Zusammenhang wie dem Attentat von Halle in einen Zusammenhang gestellt werden, so das Management.

Im letzten Absatz der Stellungnahme lenkt es die Diskussion auf Rapper, deren „tief rassistische Texte im Rap- und Rockmusikbereich ohne weiteres geduldet und gesellschaftlich anerkannt werden.“ Und schließlich darauf, dass kaum noch Schlager im Radio liefen: „Dort, wo Christian Anders gesungen hätte, können die Menschen im Radio keinen Schlager hören, weil der größte deutsche Rundfunksender diese beliebte Musikrichtung aus dem Programm

genommen hat. Ist DAS nicht menschenverachtend?“

Folgt eine Klage des Managements?

Die Antwort des Managements umfasst drei wütende Seiten. Ob es sich damit zufrieden gibt oder womöglich weitere, rechtliche Schritte folgen, steht noch in den Sternen.

Christian Anders sei gerade auf Promotiontour und stehe auf vielen Bühnen. „Darauf konzentriert er sich jetzt“, sagt Jens Naujokat. In der nächsten Woche wolle sich das Management noch einmal konkret Gedanken über die kritische E-Mail der Antifa machen. Dass das Management gegen die Verfasser vorgeht, schließt er nicht aus.

Die Antifa-Gruppen des Kreises Unna forderten am Donnerstag die Stadthalle Kamen öffentlich dazu auf, das Konzert abzusagen. Die Verfasser begründen ihre Forderung damit, dass Anders ein Verschwörungstheoretiker sei und antisemitische Positionen vertrete. Für die Stadthalle kam diese Forderung zu spät – sie wird das Konzert so kurzfristig nicht absagen.

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