Hubert Hüppe mit CDU-Chef und -Kanzlerkandidat Armin Laschet bei der Aufstellung der Landesliste zur Bundestagswahl in Düsseldorf. © CDU
Bundestagswahl 2021

CDU-Kandidat Hubert Hüppe: Ist Listenplatz 21 wirklich „hervorragend“?

Als „hervorragendes Ergebnis“ feiert die CDU den Listenplatz 21 von Hubert Hüppe auf der Landesliste zur Bundestagswahl. Aber ist es das wirklich? Das sagt Hüppe selbst dazu.

Am 26. September ist Bundestagswahl. Dann will Hubert Hüppe (64) aus Werne wieder dahin, wo er bis 2017 schon über viele Jahre war: ins Parlament nach Berlin. Der 64-Jährige ist erneut Direktkandidat der CDU im Wahlkreis Unna I, der von Bergkamen bis Schwerte reicht. Für den Einzug in den Bundestag muss Hüppe entweder die meisten Stimmen im Wahlkreis auf sich vereinen (was ihm ob der bisherigen traditionellen SPD-Übermacht noch nie gelang) oder darauf hoffen, dass die Reserveliste seiner Partei bis zu seinem Platz zieht.

Seit der Vertreterversammlung der Landes-CDU in Düsseldorf ist klar: Hüppe steht auf Platz 21. Und damit vier Plätze vor Arnd Hilwig, dem Bewerber für Lünen, Selm, Werne und Hamm im Wahlkreis Hamm/Unna II. Der CDU-Kreisverband Unna versandte dazu eine Pressemitteilung mit dem Satz: „Die beiden CDU-Direktkandidaten für den Kreis Unna erzielten hervorragende Ergebnisse.“

Wer in Betracht zieht, dass Hubert Hüppe bei der Bundestagswahl 2017 auf Platz 18 der Landesliste stand und damit den Einzug ins Parlament verpasste, kann sich freilich die Frage stellen, ob der jetzige Platz 21 tatsächlich eine hervorragende Ausgangsposition darstellt.

Hubert Hüppe setzte sich bei der Wahl zur Aufstellung des Bundestagskandidaten der CDU im Wahlkreis Unna I mit großer Mehrheit gegen Jan Hoffmann durch.
Hubert Hüppe setzte sich bei der Wahl zur Aufstellung des Bundestagskandidaten der CDU im Wahlkreis Unna I mit großer Mehrheit gegen Jan Hoffmann durch. © Kevin Kohues © Kevin Kohues

Hüppe selbst sagt auf Nachfrage, dass er es nicht so genau wisse. Positiv sei jedenfalls, dass er unter den CDU-Kandidaten des Ruhrgebiets von Platz 6 auf Platz 4 gerutscht sei. „Die Ruhrgebietler sind traditionell diejenigen, die am meisten auf die Liste angewiesen sind“, erklärt Hüppe, und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Weil es im Ruhrgebiet immer noch viele Menschen gibt, die unverständlicherweise SPD wählen.“

„Promis“ mit guten Chancen auf Direktmandate stehen vor Hüppe

Dass er beim letzten Mal einen besseren Platz auf der Landesliste hatte, müsse man aber in Relation setzen zu den Kandidaten, die vor ihm stehen. Diesmal seien viele Prominente auf vordere Listenplätze gesetzt wurden, sagt Hüppe. Hinter dem CDU-Vorsitzenden und Kanzlerkandidaten Armin Laschet stehen weitere „Promis“ wie Bundesbildungsministerin Anja Karliczek, Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak. Laschet kandidiert zwar nicht in einem Wahlkreis, doch einige andere wie Karliczek oder Spahn dürften ihre Wahlkreise direkt gewinnen, so dass Platz 21 am Ende vielleicht gar nicht so schlecht ist.

Hüppe spricht von seinem „besten Netto-Ergebnis“ bei der Listenaufstellung, doch verlassen könne er sich darauf keineswegs. „Es ist ja alles andere als klar, wie die Liste zieht“, gibt er zu bedenken. Wenn die SPD weiter so schwächeln würde und mehr Unionsabgeordnete ihre Wahlkreise direkt holen, könnte es auch sein, dass die Liste am Ende gar nicht zieht.

Hüppe setzt auf Sieg im Wahlkreis und erwartet einen Dreikampf

Das Beste wäre aus Hüppes Sicht natürlich der direkte Einzug über den Wahlkreis. Er habe den Abstand zu seinem SPD-Kontrahenten Oliver Kaczmarek über die vielen Jahre schließlich kontinuierlich verringert. „Ich bin mit 30 Prozent Unterschied angefangen, beim letzten Mal 2017 waren es aber nur noch 7 Prozent“, sagt Hüppe, der 1991 erstmalig in den Bundestag eingezogen war.

Fest steht für ihn, dass die Konstellation diesmal offener denn je ist. Mit einer immer schwächeren SPD und erstarkenden Grünen. „Ich glaube, dass es diesmal zu einem Dreikampf kommt“, sagt Hüppe mit Blick auf sich selbst sowie seine Mitbewerber Oliver Kaczmarek aus Kamen (SPD, seit 2009 direkt gewählter Abgeordneter) und Michael Sacher (Grüne) aus Unna.

Über den Autor
Chef vom Dienst
Jahrgang 1982. Aufgewachsen im Münsterland. Nach dem Politik-Studium in Münster über Dortmund ins schöne Holzwickede. Verheiratet, Familienvater. Seit 2000 Journalist, seit 2010 beim Hellweger. Mag das Ruhrgebiet, Currywurst und gut gemachte Nachrichten – digital und gedruckt.
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Kevin Kohues
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