Es war ein herzlicher Empfang und eine Reise in eine neue Welt: Die Teilnehmer der Bürgerreise ins türkische Bandirma hatten eine schöne Zeit. An diesem Samstag sind sie zurückgekehrt.

Kamen

, 16.06.2019 / Lesedauer: 4 min

Herzlichkeit lebt: Die Städtepartnerschaft mit der türkischen Stadt Bandirma steht auf einem festen Fundament. Das bekräftigten beide Seiten, als die 17 Teilnehmer der Bürgerreise der Stadt Kamen am Mittwoch im Rathaus der türkischen Stadt offiziell empfangen wurden. Sowohl Kamens Bürgermeisterin Elke Kappen als auch ihr türkischer Gastgeber Tolga Tosun betonten die Bedeutung der intensiven Freundschaft zwischen beiden Städten, die in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden soll. Zwischen Kamen und Bandirma bestehen seit 1999 partnerschaftliche Bande. Bandirma liegt am Südufer des Marmarameeres auf der Strecke zwischen Izmir und Istanbul in der Bucht von Bandirma.

Die Hafenstadt ist nach Istanbul mit 145.000 Einwohnern die zweitgrößte Hafenstadt am Marmarameer. In der Westtürkei gelegen, ist sie ein Zentrum der Geflügelzucht, die Stadt bietet aber auch ein nahegelegenes Naturschutzgebiet, das zahlreichen Vögeln Zuflucht bietet.

Teilnehmer der Bürgerreise erkunden Bandirma und sind zu Gast im Rathaus

Die Teilnehmer der Bürgerreise hatten sich am Samstag vor einer Woche auf den Weg in die türkische Metropole Istanbul gemacht. Dort hat die Gruppe unter anderem die Prinzeninseln im Marmarameer besucht. Von Istanbul aus setzten sie dann am Dienstag mit dem Schiff in die Kamener Partnerstadt Bandirma über. Bei ihrer Ankunft in der Partnerstadt wurde die Reisegruppe herzlich mit Blumen empfangen. In Bandirma gab es ein paar Termine – doch auch das Kennenlernen einer neuen Stadt und einer neuen Kultur kam nicht zu kurz.

Am Mittwoch standen neben dem Empfang im Rathaus ein gemeinsames Abendessen mit dem Bürgermeister und den Spitzen aus Verwaltung und Politik auf dem Programm. Darüber hinaus nutzten die Teilnehmer der Bürgerreise den Aufenthalt, um die Partnerstadt und die Umgebung kennenzulernen. Und da gibt es so einiges. In Bandirma erwarteten die Teilnehmer Attraktionen wie wie die antike Siedlung Panormos, das alte Kastell Bandirma Kale oder die Kirche Hagia Trias.

Bürgerreise: Kamener erkunden Bandirma und lernen neuen Bürgermeister kennen

Als Gastgeschenk erhielt Elke Kappen ein Modell des Schiffes „Bandirma“, mit dem der türkische Staatsgründer Atatürk 1919 von Istanbul nach Tosun gefahren ist. © privat

Tolga Tosun ist der neue Bürgermeister von Bandirma

Der Empfang in Bandirmas Rathaus war das erste Aufeinandertreffen von Bürgermeisterin Kappen und ihrem türkischen Amtskollegen. Tosun wurde bei den Kommunalwahlen Ende März mit 58,44 Prozent der Stimmen ins Amt gewählt. Tolga Tosun ist Mitglied der sozialdemokratisch orientierten kemalistischen CHP, die im Parlament in Ankara in der Opposition sitzt. Tosun löst Dursun Mirza ab, der ebenfalls der CHP angehört und sich nicht mehr zur Wahl stellte.

Der neue Bürgermeister wurde 1980 in Bandirma geboren. Er ist Rechtsanwalt und Vorstandsvorsitzender eines Familienunternehmens aus dem Bausektor und bekleidet schon seit einigen Jahren politische Ämter. Seit 2011 ist er Provinz- und Distriktdelegierter und seit 2014 auch Mitglied im „Metropolitan Municipality Council“ der türkischen Provinz Balikesir, zu der Bandirma gehört. Seit 2009 ist er Mitglied im Gemeinderat seiner Heimatstadt. Während Bandirmas Bürgermeister seiner Kamener Amtskollegin als Gastgeschenk ein Modell des Schiffes „Bandirma“ überreichte, mit dem der türkische Staatsgründer Atatürk 1919 von Istanbul nach Tosun gefahren ist, hatte Elke Kappen eine Spende für einen Kindergarten im Gepäck.

Bürgerreise: Kamener erkunden Bandirma und lernen neuen Bürgermeister kennen

Bandirma ist eine türkische Hafenstadt mit rund 145.000 Einwohnern. © Privat

Vertreter der „Parlamentariergruppe Türkei“ zu Gast in Kamen

Die Aktivitäten im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen Kamen und Bandirma finden vor dem Hintergrund der herausfordernden politischen Rahmenbedingungen der deutsch-türkischen Beziehungen auch das Interesse der „Parlamentariergruppe Türkei“ des nordrhein-westfälischen Landtags. In dieser fraktionsübergreifenden Gruppe sind Abgeordnete organisiert, die sich für freundschaftliche Kontakte zwischen Nordrhein-Westfalen und der Türkei engagieren.

Am Donnerstag 29. August werden Vertreter dieser Parlamentariergruppe die Stadt Kamen besuchen, um sich über den aktuellen Stand der Städtepartnerschaft zu informieren. Themen hierbei werden unter anderem die aktuellen Aktivitäten und die Beziehungen im Rahmen der Städtepartnerschaft sowie die Veränderungen sein, die sich durch die innenpolitischen Prozesse in der Türkei ergeben haben. Hieran werden seitens der Stadt Kamen auch Mitglieder des Freundeskreises Bandirma-Kamen teilnehmen. Und auch Vertreter der Moscheevereine und der Deutsch-Türkischen Begegnungsstätte sind laut Stadtsprecher Peter Büttner eingeladen.

Kamen hat sieben Partnerstädte

Das Netz von Kamens sieben Partnerstädten erstreckt sich über Tausende Kilometer und umfasst zwei Kontinente: Israel (Eilat), Schweden (Ängelholm), Polen (Sulecin), die Türkei (Bandirma), Frankreich (Montreuil-Juigné) sowie die Bundesländer Rheinland-Pfalz (Unkel) und Brandenburg (Beeskow).

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