Bürgermeisterin Elke Kappen (SPD) demonstriert durch eine Ausweitung ihrer Sprechstunden mehr Bürgernähe. Derweil hat sie ihre Webseite abgeschaltet – und eine persönliche Präsenz in sozialen Medien fehlt.

Kamen

, 10.09.2019, 15:43 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die eigene Internetseite ist für Bürgermeisterin Elke Kappen (SPD) offenbar ein Wahlkampf-Instrument, das ausgedient hat. Wer mehr als ein Jahr nach der Bürgermeisterwahl die Adresse „www.elke-kappen.de“ aufruft, stößt auf eine weiße Fläche mit einer Textmeldung: „Bitte einen kleinen Moment... Sie werden gleich weitergeleitet.“

Ziel mit geringem Informationswert

Wo sich Bürger im Wahlkampf über die SPD-Kandidatin und ihre Positionen informieren konnten, befindet sich jetzt eine Durchgangsstation zu einem Ziel mit geringem Informationswert. Denn die Weiterleitung führt zu einer dürren Bürgermeisterin-Rubrik auf der Homepage der Kamener SPD. Die Sozialdemokraten präsentieren dort lediglich ein Foto von Elke Kappen und ihre Dienst- und Mailadresse: Rathausplatz 2, 59174 Kamen, elke.kappen@stadt-kamen.de. Weitere Informationen über die 56-Jährige und ihre Positionen zu aktuellen Themen gibt es an dieser Stelle nicht, noch nicht einmal einen Verweis auf das Grußwort der Bürgermeisterin auf der Internetseite der Stadt Kamen.

Bürgernähe gibt es bei Bürgermeisterin Elke Kappen nur offline

„Sie werden weitergeleitet.“ Bürgermeisterin Elke Kappen hat Bürgern auf ihrer Homepage nichts mitzuteilen und leitet zur SPD weiter. © Marcel Drawe

Der abgetakelte persönliche Internetauftritt und Kappens fehlende Dienstpräsenz in sozialen Medien wollen nicht so recht passen zu der Bürgernähe, die die Bürgermeisterin in diesen Tagen durch eine Ausweitung ihrer Sprechstunden demonstriert. Erstmals am 9. November 2018 hatte Kappen eine „Bürgersprechstunde“ während des Kamener Wochenmarkts im Pavillon auf dem Willy-Brandt-Platz angeboten. Das Angebot monatlicher Sprechstunden außer in Ferienpausen wurde seitdem aufrecht erhalten, blieb aber auf Kamen-Mitte beschränkt. Das hat sich nun durch die Einführung von Sprechstunden in den Stadtteilen geändert.

Sprechstunden in den Stadtteilen

Bereits am 4. September lud Kappen zur ersten Bürgersprechstunde ins Bürgerhaus Methler ein. Am Montag (9.9.) folgte ein Gesprächsangebot im Stadtteilbüro Heeren – und am Mittwoch, 25. September, ab 17 Uhr, können Bürger die erste Bürgerin im Johannes-Buxtorf-Haus an der Perthesstraße in Südkamen sprechen.

In Kamen-Mitte stand Kappen am Dienstag (10.9.) für Fragen und Anregungen zur Verfügung. Weitere Termine sind zu den üblichen Zeiten dienstags während des Wochenmarkts am 8. Oktober, 12. November und 10. Dezember jeweils von 11 bis 12 Uhr angekündigt.

Fazit der Bürgermeisterin-Sprechstunden

Kappen zieht ein positives Fazit der ersten Stadtteil-Sprechstunden. Jeweils zwischen fünf und zehn Bürgerinnen und Bürger tauchten auf und sprachen verschiedene Themen an. Einige machten der Bürgermeisterin konkrete Vorschläge für Verbesserungen vor Ort, zum Beispiel: Ist es möglich, auf dem Spielplatz an der Bergstraße eine Schaukel zu versetzen? Kann in der neuen Mitte in Heeren ein Wasserspender aufgestellt werden? Auch die Sorge vor Gesundheitsgefahren durch den Ausbau des 5G-Mobilfunknetzes sei angesprochen worden. Darüber hinaus würden die Sprechstunden gern von Neubürgern genutzt, um sich über das Leben in Kamen zu informieren. Eingegangene Vorschläge würden nun in der Stadtverwaltung bearbeitet.

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Facebook und Twitter wie bei Roland Schäfer

Was Kappen jetzt noch für Bürgernähe im Netz fehlt, ist ein digitaler, persönlicher Kommunikationskanal zu den Bürgern, der über das bloße Veröffentlichen einer E-Mail-Adresse hinausgeht. Wie das funktionieren könnte, zeigt etwa der Bergkamener Bürgermeister Roland Schäfer (SPD), der nicht nur eine persönliche Homepage betreibt, sondern auch bei Facebook und Twitter aktiv und ansprechbar ist. Auf diesen Kanälen nimmt er auch zu aktuellen politischen Themen Stellung, wie etwa der Räumung von Häusern gegen den Willen der Eigentümer.

Stadtverwaltung und Bürgermeisterin künftig per „App“

Warum baut die Bürgermeisterin zwar ihre analogen Kommunikationskanäle zum Bürger aus, schaltet sich aber online ab bzw. gar nicht erst ein? Kappen betont in ihrer Antwort auf diese Frage, dass ihr der „persönliche Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern sowie das direkte Gespräch“ wichtig seien. Die Präsenz in den Ortsteilen ermögliche auch älteren Bürgerinnen und Bürgern den Austausch direkt vor Ort. Der „Ausbau digitaler Kommunikationsmöglichkeiten mit der Stadtverwaltung insgesamt und auch der Bürgermeisterin“ sei in Arbeit. Stadtverwaltung und Bürgermeisterin würden in naher Zukunft „unter anderem auch per App“ erreichbar sein.

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