Bürgermeisterin: Geisterhaus-Besitzer soll Wohnungen sanieren

dzAppell aus dem Rathaus

Die Eigentümerin soll „ihrer Verantwortung gerecht werden“ und einen leer stehenden Wohnblock in einen akzeptablen Zustand versetzen. Das fordert Bürgermeisterin Elke Kappen (SPD) in einer Stellungnahme zum sogenannten Kamener Geisterhaus.

Kamen

, 15.02.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie kann das Kamener Geisterhaus wieder in ein ordentliches Wohnhaus verwandelt werden? 32 Drei-Zimmer-Wohnungen in dem achtgeschossigen Objekt an der Blumenstraße 5 stehen leer.

Sofern der Eigentümer Degag/Altro Mondo keine Sanierung startet, könnte ein Dritter oder die öffentliche Hand versuchen, das Haus zu erwerben. Dafür gibt es Vorbilder in anderen Städten. Doch auch Kamen hat Erfahrung darin, mit öffentlichem Geld Schrottimmobilien zu revitalisieren. Hunderttausende Euro Fördergeld flossen in die Reaktivierung des ehemaligen Karstadt-Standorts in der Fußgängerzone.

Antwort dauert zwei Wochen

Fragen rund um das Geisterhaus und weitere Fragen rund um die benachbarten Altro-Mondo-Häuser, zum Ergebnis von Kontrollen und zum Stand der Mängelbeseitigung stellte die Redaktion bereits am 28. Januar schriftlich im Rathaus. Zwei Wochen vergingen, bis die Stadt Kamen am Freitag zumindest die Teilfragen zum Geisterhaus beantwortete, während sie Fragen zu anderen Altro-Mondo-Objekten vorerst unbeantwortet ließ.

„Unseren Informationen nach steht die Immobilie nicht zum Verkauf“, heißt es in der Stellungnahme zum Haus Blumenstraße 5. „Von daher stellt sich für die Stadt Kamen auch nicht die Frage, diese zu erwerben.“ Die Stadt würde es aber sehr begrüßen und unterstützen, wenn beispielsweise Wohnungsbaugesellschaften die Immobilie übernehmen und reaktivieren würden. Eine stillgelegte Immobilie trage nicht zur Attraktivität eines Wohnviertels bei. Guter und bezahlbarer Wohnraum sei wichtig für eine Stadt, die ihren Bürgerinnen und Bürgern ein attraktives Wohn- und Lebensumfeld bieten möchte. Hierzu gehöre eine attraktive Quartiers- und Wohnraumentwicklung.

Jetzt lesen

Die Bürgermeisterin lässt sich in der Stellungnahme mit einem Appell an die „Eigentümerin“ zitieren, ohne Altro Mondo beim Namen zu nennen. Offenbar sind plötzlich Datenschutzbedenken im Rathaus aufgetaucht. Elke Kappen appelliert an die Immobilienfirma, „ihrer Verantwortung gerecht zu werden, das Haus zu sanieren, die Wohnungen in einen attraktiven Zustand zu versetzen und zu einem bezahlbaren Preis zu vermieten“.

Bei Auffälligkeiten am Geisterhaus – offener Bauzaun, ungesicherte Zugänge, herumliegender Sperrmüll – hat die Stadtverwaltung in den vergangenen Monaten die Eigentümerin kontaktiert und diese schriftlich aufgefordert, die Mängel zu beheben. Die Umsetzung sei von der Stadt kontrolliert worden. Zuletzt war es relativ ruhig um das Geisterhaus.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Verkehrssicherheit
Gefährlicher Überweg vor Edeka: „Autofahrer kommen angebrettert wie verrückt“
Hellweger Anzeiger Medikamente
Rezept vom Arzt: Statt auf Papier bald aufs Handy oder gleich online an die Apotheke
Meistgelesen