Bürgerinitiative zur Bad-Rettung darf marode Kleinschwimmhalle besichtigen

dzBetreiber reagiert

Die Bürgerinitiative zum Erhalt der Kleinschwimmhalle in Heeren-Werve darf sich ein eigenes Bild vom technischen Zustand des Bads machen – sowohl vor Ort als auch anhand von Unterlagen.

Kamen

, 12.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Die Gemeinschaftsstadtwerke (GSW) haben kein Interesse daran, der Bürgerinitiative zum Erhalt der Kleinschwimmhalle Informationen über den Zustand des Stadtteilbads vorzuenthalten. Das hat Geschäftsführer Jochen Baudrexl als Reaktion auf die sogenannte Weihnachtsmail der Bürgerinitiative versichert. Darin hatte Sprecher Burkhard Allebrodt eine Offenlegung des Sanierungsaufwands gefordert und behauptet, die GSW hätten sich bislang unkooperativ verhalten.

Glaubt man dem GSW-Chef, dann rennt die Initiative mit ihren Forderungen eine Tür ein, die schon lange offen steht. „Ich habe kein Problem damit, einen fachgerechten Rundgang mit der Initiative durch die Kleinschwimmhalle zu machen“, sagte er dem Hellweger Anzeiger. Genauso habe er auch schon Politikern angeboten, sich ein eigenes Bild von dem Bad und den Technikräumen zu machen. Einige hätten davon schon Gebrauch gemacht.

Bürgerinitiative zur Bad-Rettung darf marode Kleinschwimmhalle besichtigen

Kleinschwimmhalle in Heeren-Werve.

Wenn die Bürgerinitiative in ihrer Weihnachtsmail eine Offenlegung des Sanierungsaufwands fordert, meint sie damit das sogenannte Constrata-Gutachten, das vor vier Jahren allen GSW-Freizeiteinrichtungen im Paket einen Sanierungsaufwand von 27,6 Millionen Euro bescheinigte, davon 2,4 Millionen Euro für das Heerener Bad. Baudrexl will der Initiative den Einblick in eine demnächst vorliegende aktualisierte, spezielle Kamener Fassung ermöglichen. Es sei für ihn eine „absolute Selbstverständlichkeit“, dass alle Entscheidungsgrundlagen öffentlich werden. Da sei er sich mit Bürgermeisterin Elke Kappen (SPD) einig.

Baudrexl erläutert, dass das Gutachten gerade auf den neuesten Stand gebracht wird, bezogen auf das Hallenbad Kamen-Mitte, das Freibad Kamen und die Kleinschwimmhalle Heeren-Werve. Das Hallenbad Methler wird nicht betrachtet, da es nicht der Stadt oder den GSW gehört.

Die technische Bestandsaufnahme fußt bislang noch auf Baupreisen aus dem Jahr 2012. Außerdem sei darin noch nicht ein erhöhter Sanierungsaufwand für das Freibad Kamen enthalten, der erst später im Rahmen der Kombibad-Planung an dem Standort festgestellt wurde, so Baudrexl.

Das aktualisierte Gutachten wird 2019 als Entscheidungsgrundlage bei der Frage dienen, ob die vorhandenen Bäder in Kamen saniert werden oder ob die Anfang November vorgestellten Neubaupläne für ein Kombibad in Kamen-Mitte realisiert werden. In beiden Fällen gehe es um zweistellige Millionenbeträge, die mit „öffentlichen Dokumenten unterfüttert“ werden, so Baudrexl. Der Neubau eines Kombibads kostet einer Schätzung des Architekturbüros Geising & Böker zufolge bis zu 23,6 Millionen Euro netto bzw. 28,1 Millionen Euro brutto.

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Dem Eindruck der Bürgerinitiative, die GSW hätten etwas zu verbergen, tritt der GSW-Chef entgegen. „Bürgermeisterin Kappen und ich sind und einig, dass die nicht ganz einfache Entscheidungsfindung, ob ein Kombibad gebaut wird oder ob die alten Bäder saniert werden sollen oder welche Variante auch immer, transparent stattfinden soll“, sagte Baudrexl. „Das haben wir auch gezeigt, als wir den Entwurf des Architekten für das Kombibad öffentlich gezeigt haben.“

Baudrexl verweist auf eine Ankündigung der Bürgermeisterin bei dem öffentlichen Präsentationstermin Anfang November. Zur Entscheidungsfindung soll es demnach 2019 auch interfraktionelle Workshops geben sowie Gespräche mit Sportvereinen. Die Information der Bürgerinitiative könne in dieses Verfahren eingebunden werden.

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Irritiert zeigte sich Baudrexl „von der Tonspur“ der Weihnachtsmail. Darin werde der falsche Eindruck von einem Gespräch zwischen ihm und der Initiative im Jahr 2016 gezeichnet. Die Initiative behauptet, dass Baudrexl damals deutlich gemacht habe, dass die GSW nicht bereit seien, den Sanierungsbedarf offen zu legen. Baudrexl bestreitet das zwar nicht, betont aber, das es bei dem Gespräch vor allem um eine von der Initiative befürchtete plötzliche Schließung gegangen sei.

Was er damals gesagt habe, gelte immer noch: „Ich zünde jeden Tag eine Kerze an, damit das Bad in naher Zukunft nicht durch eine wirtschaftlich nicht zu vertretende Reparatur geschlossen werden muss.“

Zudem bekräftigt der GSW-Chef: „Wir werden die Kleinschwimmhalle nicht kalt wegen eines vermeintlich kleinen technischen Mangels schließen. Wenn dieses Bad geschlossen wird, dann nur aufgrund eines politischen Beschlusses.“

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