Bürgerinitiative bekommt doch Einblick in Sanierungsgutachten

dzKehrtwende

Erfolg für die Bürgerinitiative zum Erhalt der Kleinschwimmhalle Heeren-Werve: Die Gemeinschaftsstadtwerke (GSW) halten ein altes Sanierungsgutachten nicht länger unter Verschluss.

Kamen

, 13.03.2019, 17:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine E-Mail mit sieben Anhängen wurde am Mittwoch aus der GSW-Zentrale verschickt. Der Inhalt ist ein Entspannungssignal an die „Bürgerinitiative zum Erhalt der Kleinschwimmhalle“ und bedeutet eine offenere Informationspolitik von GSW-Chef Jochen Baudrexl.

Noch Ende Februar hatte der GSW-Chef bei der Präsentation eines aktuellen Sanierungsgutachtens zum Zustand der Bäder eine „Misstrauenskultur“ beklagt und damit darauf angespielt, dass die Bürgerinitiative per Antrag nach dem Informationsfreiheitsgesetz den Einblick in eine frühere Fassung des Gutachtens gefordert hatte. Der GSW-Chef hatte das abgelehnt.

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Nun die Wende: Die E-Mail enthält eine Pressemitteilung mit dem Titel „GSW begegnen unsachlicher Diskussion mit Transparenz“, dazu in Anhängen das Altgutachten aus dem Jahr 2014, so weit es sich auf das Hallenbad Kamen-Mitte, das Freibad Kamen-Mitte und die Kleinschwimmhalle Heeren-Werve bezieht. Das Gutachten war 2014 lediglich in einer Zusammenfassung veröffentlicht worden, jetzt kann sich die Bürgerinitiative ein Gesamtbild machen - und es mit der Ende Februar vorgestellten Neufassung vergleichen.

Sanierung kostet 24,3 Millionen Euro netto

Die Sanierung aller Bäder (ohne das Hallenbad Methler) würde laut der aktuellen Fassung zusammen rund 24,3 Millionen Euro netto kosten - und damit 2,8 Millionen Euro mehr als der Neubau eines Ganzjahresbads. Fünf Jahre zuvor waren die Sanierungskosten der Altbäder noch rund 35 Prozent niedriger geschätzt worden, was sich laut Gutachterin Daniela Kersting von der Beraterfirma Constrata unter anderem mit zwischenzeitlichen Baukostensteigerungen sowie nachträglich festgestellten Mängeln erklären lässt.

GSW-Chef Baudrexl verbindet die jetzige Veröffentlichung mit Kritik an der Bürgerinitiative. „Es verwundert schon, dass die Solidität des aktuellen Sanierungsberichts in Zweifel gezogen wird, ohne den vereinbarten Termin der Besichtigung des Bades und die Diskussion mit der Gutachterin abzuwarten“, heißt es in der Pressemitteilung. Die Bürgerinitiative hat in Kürze einen Besichtigungstermin.

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Beitrag zur Überwindung des Misstrauens

Warum der GSW-Chef das Gutachten nun doch herausrückt, wird mit der Sorge erklärt, dass die Diskussion „um ein nicht mehr entscheidungsrelevantes Gutachten“ geeignet sei, den anstehenden „transparenten Entscheidungsfindungsprozess zu überlagern und eine sachliche Debatte zu erschweren“. Man wolle einen Beitrag zur Versachlichung und Überwindung des Misstrauens leisten „und den von der Bürgermeisterin eingeschlagenen transparenten Prozess zu unterstützen“. Der Stadtrat steht vor der Entscheidung, ob ein Kombibad in Kamen-Mitte gebaut wird oder vorhandene Bäder (außer das Hallenbad Methler) saniert werden. Mit einer Entscheidung wird bis Mitte 2019 gerechnet.

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