Bürger wollen Zebrastreifen, aber Rathaus meldet Zweifel an

dzSicherheit für Fußgänger

Bürger fordern Zebrastreifen für die Lünener Straße und die Westenmauer in Kamen. Die Stadtverwaltung zweifelt an der Machbarkeit – und will auf andere Weise für mehr Sicherheit auf den Überwegen sorgen.

Kamen

, 29.11.2019, 13:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

Keine Zebrastreifen für die Lünener Straße und die Westenmauer, aber eine andersartige Optimierung der Fußgängerüberwege: Das ist die vorläufige Antwort der Stadtverwaltung auf zwei Bürgervorschläge. Der oberste Stadtplaner Dr. Uwe Liedtke und Fachbereichsleiter Matthias Breuer halten die Einrichtung eines Zebrastreifens an den beiden Straßen für wahrscheinlich nicht umsetzbar. Sie haben den Planungs- und Straßenverkehrsausschuss des Stadtrats über den Zwischenstand einer Prüfung der Bürgeranregungen informiert.

Bürger wollen Zebrastreifen, aber Rathaus meldet Zweifel an

Querungshilfe auf der Lünener Straße in Höhe der Einmündung Weddinghofer Straße (hinten). © Stefan Milk

Die Anwohnerin Margita Oebbecke hat einen Zebrastreifen für die Verkehrsinsel an der Lünener Straße, Höhe Weddinghofer Straße/Gertrud-Bäumer-Straße, angeregt. Dort verläuft ein Schulweg zwischen der Gartenstadt und der Friedrich-Ebert-Schule.

Liedtke erläuterte verschiedene Möglichkeiten, den Überweg zu optimieren, zum Beispiel eine Verbreiterung der Verkehrsinsel und eine aufwändige Verschwenkung der Fahrbahn. „Die Situation ist nicht ganz so einfach“, sagte er und bat um Verständnis, dass die Prüfung noch andauere. Es bedürfe einer Abstimmung mit dem Landesstraßenbaubetrieb und der Polizei. „Gleichwohl muss da was passieren, soll auch und wird auch“, sagte Liedtke.

Die Ausführungen des Ersten Beigeordneten machten den Ausschussmitgliedern kaum Hoffnung, dass ein Zebrastreifen kommt. Denis Aschhoff (SPD) sagte: „Wir hätten gern einen Zebrastreifen, wissen aber, dass er wahrscheinlich nicht realisierbar ist. Ich bin für eine Vorschlag, der die Sicherheit an der Stelle voranbringt.“ Anke Dörlemann (Grüne) erwähnte, um die Notwendigkeit einer breiteren Verkehrsinsel zu begründen, dass sie dort einmal ein Fahrrad-Anhänger-Gespann gesehen haben, das nicht auf die Verkehrsinsel passte. Liedtke sagte: „So eine Querungshilfe gibt es nicht.“

Bürger wollen Zebrastreifen, aber Rathaus meldet Zweifel an

Gepflasterte Querungshilfe auf der Westenmauer in Höhe des ehemaligen Hauses Recker. © Stefan Milk

120 Kamener fordern per Unterschriftenliste, dass auf dem inneren Altstadtring („Westenmauer“) in Höhe der Gaststätte „Pizzahaus Da Pippo“ ein Zebrastreifen eingerichtet wird. Dazu sagte Liedtke: „Zebrastreifen wird wahrscheinlich nicht gehen, nicht will wir es nicht wollen, sondern weil es nicht zulässig ist. Wir werden die Querung mit großer Wahrscheinlichkeit optimieren können, aber weder mit Ampel noch mit Zebrastreifen.“ Als Beispiel nannte Liedtke eine Beleuchtung.

Gegen die Zebrastreifen sollen verkehrsrechtliche Gründe sprechen, die nicht ausführlich erläutert wurden. Ein Ergebnis der Prüfungen und Alternativvorschläge werden nach Angaben von Fachbereichsleiter Matthias Breuer frühestens in der nächsten oder übernächsten Sitzung vorliegen. Der Ausschuss tagt wieder am 13. Februar und 23. April. Die Verfasser der Bürgeranregungen über einen Zwischenstand informiert werden.

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