Bündnisgrüne fordern Abkehr von millionenschwerem Kamener Bäder-Neubau

dz„Harakiri“ droht

Das offizielle Finanzierungskonzept steht noch aus, dennoch wissen die Bündnisgrünen bereits genug für eine Festlegung: Sie fordern eine Abkehr von dem Millionenprojekt eines Bäder-Neubaus.

Kamen

, 11.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Die Frage, wie stark der städtische Haushalt durch den Neubau eines Ganzjahresbades belastet würde, hat mehrere Ratsfraktionen in den Haushaltsberatungen beschäftigt. Auch wenn sich das mögliche Millionenprojekt im gerade beschlossenen städtischen Haushalt für 2019 noch nicht widerspiegelt, kamen die Politiker an dem Thema nicht vorbei – so frisch sind die Anfang November präsentierten Pläne für ein sogenanntes Kombibad mit prognostizierten Gesamtkosten von bis zu 23,6 Millionen Euro netto bzw. 28,1 Millionen Euro brutto.

Anfang 2019 wird von Bürgermeisterin Elke Kappen (SPD) die Vorlage ein Finanzierungskonzept erwartet. „Der Prüfauftrag, den wir der Verwaltung gegeben haben, eine mögliche Finanzierung eines neuen Bads zu errechnen oder Sanierungsalternativen zu prüfen, zeigt unseren festen Willen Vereins-, Schul- und Freizeitschwimmen in unserer Stadt zu erhalten“, erklärte SPD-Fraktionsvorsitzender Daniel Heidler.

„Wir halten das für finanzpolitisches Harakiri.“
Anke Dörlemann (Bündnis 90/Die Grünen)

Noch bevor überhaupt ein Konzept vorliegt, haben die Bündnisgrünen offenbar eigene Berechnungen angestellt. Für Fraktionschefin Anke Dörlemann passt es nicht zusammen, wenn die Stadt auf der einen Seite im Haushaltssicherungskonzept mit einer erhöhten Gewinnausschüttung der Gemeinschaftsstadtwerke (GSW) plant, aber auf der anderen Seite ein „Schwimmbad für 30 Millionen“ baut. Das sei ein Viertel des Gesamthaushalts. „Wir halten das für finanzpolitisches Harakiri. Hier müssen wir im Sinne unserer Bürgerinnen und Bürger, die unseren Haushalt tragen, nach kostengünstigeren Lösungen suchen“, sagte Dörlemann und forderte die SPD auf, das „kostspielige Neubauprojekt“ zu stoppen.

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So sehen die Pläne für das Kamener Kombibad aus

Das Architekturbüro Geising & Böker hat im Auftrag der Gemeinschaftsstadtwerke Kamen-Bönen-Bergkamen einen Entwurf für ein ganzjähriges nutzbares "Kombibad" in Kamen vorgelegt.
07.11.2018
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Das Architekturbüro Geising & Böker aus Vechta hat im Auftrag der Gemeinschaftsstadtwerke Kamen-Bönen-Bergkamen einen Entwurf für den Neubau eines ganzjährig nutzbaren "Kombibads" in Kamen vorgelegt.
Vorgesehener Standort für den Neubau eines ganzjährig nutzbaren "Kombibads" in Kamen ist das Gelände des heutigen Freibads Kamen.
Das Architekturbüro Geising & Böker aus Vechta hat im Auftrag der Gemeinschaftsstadtwerke Kamen-Bönen-Bergkamen einen Entwurf für den Neubau eines ganzjährig nutzbaren "Kombibads" in Kamen vorgelegt.
Das Architekturbüro Geising & Böker aus Vechta hat im Auftrag der Gemeinschaftsstadtwerke Kamen-Bönen-Bergkamen einen Entwurf für den Neubau eines ganzjährig nutzbaren "Kombibads" in Kamen vorgelegt.
Das Architekturbüro Geising & Böker aus Vechta hat im Auftrag der Gemeinschaftsstadtwerke Kamen-Bönen-Bergkamen einen Entwurf für den Neubau eines ganzjährig nutzbaren "Kombibads" in Kamen vorgelegt.
Das Architekturbüro Geising & Böker aus Vechta hat im Auftrag der Gemeinschaftsstadtwerke Kamen-Bönen-Bergkamen einen Entwurf für den Neubau eines ganzjährig nutzbaren "Kombibads" in Kamen vorgelegt.© Geising & Böker
Das Architekturbüro Geising & Böker aus Vechta hat im Auftrag der Gemeinschaftsstadtwerke Kamen-Bönen-Bergkamen einen Entwurf für den Neubau eines ganzjährig nutzbaren "Kombibads" in Kamen vorgelegt.© Geising & Böker
Das Architekturbüro Geising & Böker aus Vechta hat im Auftrag der Gemeinschaftsstadtwerke Kamen-Bönen-Bergkamen einen Entwurf für den Neubau eines ganzjährig nutzbaren "Kombibads" in Kamen vorgelegt.© Geising & Böker
Das Architekturbüro Geising & Böker aus Vechta hat im Auftrag der Gemeinschaftsstadtwerke Kamen-Bönen-Bergkamen einen Entwurf für den Neubau eines ganzjährig nutzbaren "Kombibads" in Kamen vorgelegt.© Geising & Böker
Das Architekturbüro Geising & Böker aus Vechta hat im Auftrag der Gemeinschaftsstadtwerke Kamen-Bönen-Bergkamen einen Entwurf für den Neubau eines ganzjährig nutzbaren "Kombibads" in Kamen vorgelegt.© Geising & Böker
Technische Daten des Neubaus: Das Architekturbüro Geising & Böker aus Vechta hat im Auftrag der Gemeinschaftsstadtwerke Kamen-Bönen-Bergkamen einen Entwurf für den Neubau eines ganzjährig nutzbaren "Kombibads" in Kamen vorgelegt.© Geising & Böker/GSW
Gegenüber einem früheren Grobentwurf des Gutachterbüros GMF ist Grundfläche der aktuellen Planung größer geworden. © Geising & Böker/GSW
Der Vergleich der bisherigen Grobplanung und des jetzt vorgelegten Entwurfs. Das Architekturbüro Geising & Böker aus Vechta hat im Auftrag der Gemeinschaftsstadtwerke Kamen-Bönen-Bergkamen einen Entwurf für den Neubau eines ganzjährig nutzbaren "Kombibads" in Kamen vorgelegt.© Geising & Böker
Aktuelle Kostenschätzungen: Das Architekturbüro Geising & Böker aus Vechta hat im Auftrag der Gemeinschaftsstadtwerke Kamen-Bönen-Bergkamen einen Entwurf für den Neubau eines ganzjährig nutzbaren "Kombibads" in Kamen vorgelegt.© Geising & Böker/GSW

Klaus-Dieter Grosch (Linke/GAL) geht auf Basis des sogenannten Constrata-Gutachtens von 2014 von einem Sanierungsbedarf von 13 Millionen Euro für den langfristigen Erhalt der Kamener Bäder inklusive Methler aus. Im nächsten Jahr müsse die Abwägung erfolgen: „Sanierung oder neu bauen? Beides wird Millionen kosten.“ Vorher legt sich seine Fraktion nicht fest, will erst einmal abwarten.

Während Helmut Stalz (Freie Wähler/FDP) in seiner Haushaltsrede ebenfalls auf die offene Bäderfrage einging und mahnte, dass Kamen sich „kein Luxusbad“ leisten könne, ließ Ralf Eisenhardt (CDU) das Thema Bäder unerwähnt. Sofern die Christdemokraten das Thema in ihren Haushaltsberatungen streiften, dringt damit vorerst nichts nach außen.

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Das Kombibad nach Plänen des Architekturbüros Geising & Böker aus Vechta ist so ausgelegt, dass es alle bisherigen Kamener Wasserflächen ersetzen könnte. Das erfüllt die Bürgerinitiative für den Erhalt der Kleinschwimmhalle Heeren-Werve mit Sorge. Sie hat sich vorigen Freitag in einem offenen Brief an GSW-Chef Jochen Baudrexl gewandt und eine Offenlegung des Sanierungsaufwands des Stadtteilbads gefordert. Der Energieversorger und Badbetreiber kündigte am Montag eine baldige Stellungnahme an.

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