Brüllendes Känguru klagt über Autos mit „Emissionshintergrund“

dzComedy in der Konzertaula

Das Altonaer Theater lässt das Känguru aus den bekannten „Känguru-Chroniken“ durch die Kamener Konzertaula hüpfen und bekommt dafür viel Applaus.

von Alexandra Prokofev

Kamen

, 25.11.2018, 14:04 Uhr / Lesedauer: 1 min

Marc Uwe sitzt auf seiner weichen Wohnzimmercouch. Auf dem Boden verteilt liegen Reste einer Schnapspralinen-Schachtel. Und plötzlich klingelt es an der Tür und im Türfenster erscheint eine merkwürdige Silhouette. So beginnen die absurden „Känguru-Chroniken“ nach Marc Uwe Kling, die Regisseur Hans Schernthaner auf die Bühne der Konzertaula bringt.

Der Kleinkünstler Marc Uwe (gespielt von Stephan Möller-Titel) führt ein ganz normales Leben. Bis eines Tages ein kommunistisches Känguru (Jannik Nowak) bei ihm einzieht. Warum heißt es „rechts vor links“ und nicht „links vor rechts“ und recht haben, statt links haben? Modern und bissig werden Probleme der Gesellschaft aufgegriffen und humorvoll kritisiert. Von Nazi-Demonstrationen über Probleme der Ausländerbehörden bis hin zu Fahrzeugen mit „Emissionshintergrund“.

Und das mit einer großen Nähe zum Publikum. Wenn Marc Uwe mit einem Wasserglas umher wedelt, bekommen die ersten Reihen einige Tropfen ab. Und als das Känguru im „Ministerium für Produktivität“ laut „Scheißverein“ brüllt, schreien die Besucher kräftig mit.

Jede Szene wird musikalisch begleitet. Von Uwe-Marc, einem eleganten Musiker in schwarzem Frack (gespielt von Florian Miro). Jeder Schritt der Protagonisten ist auf die Live-Musik abgestimmt und macht die Komik und Absurdität komplett.

Zwei weitere Schauspieler zeigen sich im Theaterstück als wandelfähig. Katrin Gerken überzeugt unter anderem als depressive Mitarbeiterin der Arbeitsagentur, engagierte Barkeeperin oder als versnobte Verlegerin. Johannes Merz spielt neben einem Polizisten einen Pegida-Anhänger, einen Psychiater mit Geistesstörung und einen kapitalistischen Pinguin.

Einen roten Faden scheint es nicht zu geben. Mal sind Marc-Uwe und das Känguru vor Gericht, mal sitzen sie betrunken im Treppenhaus der Wohnung. Trotzdem wird das Publikum von Anfang bis Ende gut unterhalten. Und viel zu schnell winkt das Känguru zum Abschied durch das Türfenster.

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