Containerbrände in Kamen: Feuerwehrmann entpuppt sich als mutmaßlicher Feuerteufel

dzBrandserie

Die Kamener Feuerwehr musste auffallend oft Papiercontainer löschen. Nun wurde ein Feuerteufel auf frischer Tat ertappt. Jemand, der die Brände eigentlich löschen sollte, hat sie vermutlich gelegt.

Südkamen

, 19.08.2019, 15:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ob bei seiner Ausbildung etwas schiefgelaufen ist oder er sich profilieren wollte, weil er wusste, wo es brennt, weiß man nicht. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass ein junger Feuerwehrmann mindestens fünf Mal Papiercontainer am Schönen Fleck anzündete.

Die Polizei hat nach einer Vielzahl Containerbränden in Kamen bereits lange nach einem Täter gesucht. Wie genau, verriet Polizeisprecherin Vera Howanietz nicht. Die Polizei sei jedenfalls „nicht untätig gewesen.“

Nachdem es am späten Sonntagabend in Südkamen erneut zu einer Brandlegung an einem Altpapiercontainer am Schönen Fleck/Unnaer Straße gekommen war, hat die Polizei den 20-Jährigen vorläufig festgenommen. Er wurde „auf frischer Tat ertappt“, sagt Howanietz.

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Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Südkamen ist ein Feuerteufel

Der Kamener ist ein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr in Südkamen. Er gestand laut Polizei, in fünf Fällen den mehrfach angegriffenen Container angezündet zu haben. Ob er auch für andere Containerbrände verantwortlich ist, sagte Howanietz nicht. „Die Ermittlungen laufen.“ Der Kamener wurde nach seiner Vernehmung mangels Haftgründen aus dem Polizeigewahrsam entlassen.

In Kamen wurden in diesem Jahr bereits 37 Container in Brand gesteckt. Teilweise mussten die Feuerwehrleute mehrmals pro Woche ausrücken, um brennende Container zu löschen. Zu Schaden kamen dabei nur die Container und die Einsätze waren meist in unter einer Stunde zu bewältigen. Doch für die Feuerwehrleute entwickelten sich solche Einsätze schon zu einer traurigen klassischen Routine.

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Kamener ist nicht der erste Feuerwehrmann, der Feuer legt

Laut Vera Howanietz ist der Kamener nicht der erste Feuerwehrmann, der Feuer gelegt hat. Was für Gründe ausgerechnet ein Feuerwehrmann haben könnte, ein Feuer zu legen, weiß auch Feuerwehrleiter Rainer Balkenhoff nicht. „Die Ausbildung ist darauf ausgelegt, Feuer zu löschen, nicht zu legen.“

Was für eine Strafe den jungen Mann nun erwartet, entscheidet ein Richter, sagt Vera Howanietz. Sie erklärt, dass es sich in diesem Fall um Sachbeschädigung nicht um Brandstiftung handele. Laut Paragraf 303 StGB „Sachbeschädigung“ kann derjenige, der rechtswidrig eine fremde Sache beschädigt oder zerstört, mit einer Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit einer Geldstrafe bestraft werden.

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