„Böhmizug“ ist entgleist, aber an der SPD im Kreis Unna lag das nicht

dz#Neustart19 mit Böhmermann

Jan Böhmermann ist mit seiner Kampagne für den SPD-Vorsitz gescheitert. Aber ist er auch SPD-Mitglied geworden? Die Sozialdemokraten im Kreis Unna würden ihn für den Kommunalwahlkampf einspannen.

Kamen, Unna

, 02.09.2019, 13:19 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die versuchte Blitzkandidatur des Satirikers Jan Böhmermann („Neo Magazin Royale“) für den SPD-Bundesvorsitz ist gescheitert, aber als SPD-Mitglied im Kreis Unna wäre er willkommen. An den Genossen zwischen Ruhr und Lippe hat es jedenfalls nicht gelegen, dass Böhmermann laut Medienberichten schon an der ersten formellen Hürde gescheitert sein soll: SPD-Mitglied zu werden.

SPD-Unterbezirkschef und Bundesvorstandsmitglied Oliver Kaczmarek aus Kamen hat sich jetzt mit Humor zur Kampagne „#Neustart19“ des Satirikers geäußert. Auf Anfrage erklärte der Bundestagsabgeordnete am Sonntagabend: „Wir hatten diverse Anfragen von SPD-Mitgliedern, die sich um den SPD-Parteivorsitz bewerben wollten und sich an uns mit der Bitte um Unterstützung gewandt haben. Ein Jan Böhmermann war nicht darunter.“

„Böhmizug“ ist entgleist, aber an der SPD im Kreis Unna lag das nicht

SPD-Bundesvorstandsmitglied Oliver Kaczmarek zur Frage, wer den SPD-Bundesvorsitz übernehmen soll: „Da fände ich es nicht richtig, wenn ich als Vorstandsmitglied den Mitgliedern quasi noch sagen würde, wen sie wählen sollen.“ © Stefan Milk

Kurz vor Ablauf der Bewerbungsfrist hieß es am Wochenende, dass ein SPD-Ortsverein in Köthen in Sachsen-Anhalt für die Aufnahme Jan Böhmermanns in die Partei gestimmt habe. Da Böhmermann aber in Köln und nicht in Köthen wohnt, galt die Aufnahme als unwirksam. Ohne Mitgliedschaft fehlte Böhmermann eine von mehreren Voraussetzung für eine Kandidatur. Dazu zählt auch die Unterstützung von mindestens fünf Unterbezirken, einem Bezirk oder einem Landesverband. Zudem favorisiert die SPD eine Doppelspitze. Eine öffentliche Erklärung Böhmermanns, ob er nun SPD-Mitglied geworden ist oder nicht, steht noch aus.

Der SPD-Unterbezirk Unna würde Böhmermann aus einem anderen Grund mit offenen Armen aufnehmen. „Wenn dieser sich in der SPD im Kreis Unna engagieren möchte, ist er herzlich willkommen“, erklärte Vorsitzender Kaczmarek. „Wir gucken dann mal, wie wir sein Engagement und seine Ideen für die Sozialdemokratie in den Kommunalwahlkampf einbringen können. Für den Parteivorsitz können wir ihn nach Fristablauf nicht mehr nominieren.“

SPD-Bundesvorsitz

Die Kandidaten

Im Wettbewerb um den künftigen Vorsitz der SPD treten acht Duos und ein Einzelbewerber gegeneinander an. Sie werden sich bei Regionalkonferenzen vorstellen, ein Termin ist am Samstag, 28. September, 10.30 Uhr, in der Kamener Stadthalle. Ein Livestream der Veranstaltung im Internet ist geplant.
  • Bundesfinanzminister Olaf Scholz und Klara Geywitz, bisher Brandenburger Landtagsabgeordnete
  • Ex-NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans und die Bundestagsabgeordnete Saskia Esken
  • Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius und Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping
  • Gesine Schwan, Vorsitzende der SPD-Grundwertekommission, und Parteivize Ralf Stegner.
  • Europa-Staatsminister Michael Roth und Ex-NRW-Familienministerin Christina Kampmann
  • die Bundestagsabgeordneten Karl Lauterbach und Nina Scheer
  • Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange und der OB von Bautzen, Alexander Ahrens
  • Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis und Verdi-Chefökonom Dierk Hirschel
  • Bundestagsabgeordneter Karl-Heinz Brunner aus Bayern

18. Regionalkonferenz am 28. September in Kamen

Seit Sonntag steht fest, dass insgesamt acht Kandidatenduos und ein Einzelbewerber für den SPD-Bundesvorsitz kandidieren. Diese werden sich bei 23 Regionalkonferenzen vom 4. September bis 12. Oktober vorstellen. Kamen ist die 18. Stadt, in der der Kandidatentross erwartet wird. Die Regionalkonferenz für das östliche Ruhrgebiet findet am Samstag, 28. September, ab 10.30 Uhr in der Stadthalle Kamen statt. Die SPD hat die Halle mit 800 Stühlen gebucht. „Wir haben unter mehreren Locations gewonnen“, freut sich Event-Manager Markus Lücke.

Kaczmarek nennt noch keine Favoriten für den SPD-Bundesvorsitz

SPD-Unterbezirkschef Kaczmarek hat nach eigenen Worten noch kein persönliches Favoritenduo. „Wir haben als Parteivorstand die Entscheidung den Mitgliedern übergeben, und da fände ich es nicht richtig, wenn ich als Vorstandsmitglied den Mitgliedern quasi noch sagen würde, wen sie wählen sollen“, erklärte er. Mit Ex-Landesfamilienministerin Christina Kampmann, dem Kölner Bundestagsabgeordneten Karl Lauterbach sowie Ex-NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans gibt es im Bewerberfeld drei Kandidaten aus NRW, die sich jeweils mit einem Tandempartner um den SPD-Bundesvorsitz bewerben.

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