Bilanz nach Bioabfall-Offensive: Jeder Vierte will eine grüne Tonne haben

dzMehr Gebührengerechtigkeit

Schwarz, Gelb, Blau – und jetzt kommt Grün dazu. Die Müllabfuhr GWA hat eine erste Zwischenbilanz der bei Bürgern nicht unumstrittenen Biotonnen-Kampagne gezogen. Die Mehrheit ist noch unentschieden.

Kamen

, 19.12.2019, 18:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Druck auf mutmaßliche Alibikompostierer zeigt Wirkung: Drei von vier Haus- und Wohnungseigentümern, die zur Bestellung einer Biotonne aufgefordert wurden, haben sich inzwischen bei der Müllabfuhr zurückgemeldet. Das teilte die Entsorgungsfirma GWA am Donnerstag mit.

Rund 2500 Bürger ohne grüne Tonne wurden nach eigenen Angaben von der GWA und der Stadt Kamen angeschrieben. Nun liegt eine Zwischenbilanz der „Kampagne für eine bessere Bioabfallverwertung“ vor: Demnach haben knapp 600 der Adressaten eine Biotonne beantragt, also ungefähr jeder Vierte. Die ersten Biotonnen seien bereits ausgeliefert, erklärte das Unternehmen. Der Großteil kommt im März 2020.

Hotline

Beratung zur Biotonne

  • Fragen zum Thema „Biotonne/Eigenkompostierung“ beantwortet die GWA bis zum 23. Dezember und dann wieder ab 2. Januar unter Tel. 02303/284-200 oder per E-Mail an abfallberatung@gwa-online.de.
  • Es gibt die Möglichkeit, sich eine Tonne mit Nachbarn zu teilen.
  • Die Berater sind montags bis donnerstags von 8.30 Uhr bis 17 Uhr und freitags von 8.30 bis 15 Uhr erreichbar.

Etwas mehr als 500 Bürger wollen ohne Biotonne bleiben und selbst kompostieren. Dazu haben sie einen Antrag auf Befreiung vom sogenannten Anschlusszwang gestellt – in einem relativ umständlichen Verfahren, das für Kritik sorgte. Ob der Antrag genehmigt und ihr Nachweis für eine fachgerechte Kompostierung auf dem eigenen Grundstück anerkannt wird, erfahren sie nach der Prüfung Anfang 2020 durch einen Bescheid aus dem Rathaus.

Mehr als die Hälfte der angeschriebenen Immobilienbesitzer hat der GWA noch keinen Antrag vorgelegt, das sind insgesamt etwa 1400 Menschen. Davon haben sich ungefähr 475 bereits bei bei einer Hotline beraten lassen, während ungefähr 925 überhaupt noch keine Reaktion gezeigt haben. Diese Zahlen lassen sich aus den Angaben der GWA ableiten. Knapp 600 Anträge für eine Biotonne, etwas mehr als 500 für Kompostierung – „mit diesen Werten liegen wir im erwarteten Bereich und damit voll im Plan“, sagte Andreas Hellmich, Leiter der GWA-Abfallberatung.

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Wer keine Biotonne haben will und deshalb das bisherige Anschreiben ignoriert hat, wird damit wahrscheinlich nicht erfolgreich sein. Für die Eigentümer, die sich noch nicht zurückgemeldet haben, sei im Januar ein Erinnerungsschreiben geplant. Wer die Schreiben weiter ignoriert, bekommt letztlich automatisch eine Biotonne vor die Tür gestellt – und muss dann die entsprechende Gebühr von 59 Euro bzw. 104 Euro pro Jahr für die kleine bzw. große Biotonne bezahlen.

Es gibt auch etliche Kamener, die ihre neue Biotonne möglichst schnell haben wollen – und nicht erst im vorgesehenen Zeitraum im März 2020. Deshalb stelle die GWA Kommunal bereits jetzt neue Biotonnen auf. Aufgrund der großen Nachfrage kann es sein, dass Tonnen aus dem ersten Rutsch erst Mitte bis Ende Januar geliefert werden. „Jede bestellte Biotonne wird so schnell wie möglich ausgeliefert“, erklärte Prokurist Thomas Baader.

In Kamen sind bislang 6447 grüne Tonnen mit einem Volumen von 80 Litern und 2414 Biotonnen mit einem Volumen von 140 Litern im Umlauf – das sind insgesamt 8861 Tonnen. Durch die jetzt neu bestellten etwas mehr als 500 Tonnen erhöht sich die Anzahl auf mehr als 9361 Biotonnen oder rund sechs Prozent. Untersuchungen ergaben, dass sogenannte Alibikompostierer zu viel Biomüll in die schwarze Restmülltonne werfen. Dadurch entstünden unnötige Mehrkosten für die Verbrennung zu Lasten aller Gebührenzahler. Die Kampagne für mehr Biotonnen soll so auch der Gebührengerechtigkeit dienen.

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