Bilanz für Severinsmarkt: Mit einer Sache waren Schausteller und Stadt gar nicht zufrieden

dzKirmes in Kamen

Der Severinsmarkt in Kamen ist längst Tradition. Schausteller und Stadt sind mit der diesjährigen Performance zufrieden. Für eine sehr gute Note fehlte aber etwas Entscheidendes.

23.10.2019, 13:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Das Wetter machte ihnen einen Strich durch die Rechnung.“ Schausteller Patrick Arens war zwar persönlich nicht auf dem Severinsmarkt in der Kamener Innenstadt, weiß aber ganz genau, wie die Kirmes für seine Kollegen gelaufen ist. Als Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Schausteller und Marktkaufleute steht er in engem Kontakt zu den anderen Schaustellern.

Und die ärgerten sich vor allem darüber, dass es am Samstag und Sonntag viel regnete. „Am Montag waren sie mit dem Wetter zufrieden“, sagt Arens. Eine ähnliche Bilanz zieht die Stadt. Insgesamt sei sie mit der Kirmes zufrieden, sagt Stadtsprecher Rüdiger Büscher. Der Auf- und Abbau habe reibungslos funktioniert, die Plätze für größere Fahrgeschäfte waren belegt, sodass keine Lücken entstanden und gut besucht war die Kirmes zumindest am Montag. An dem Familientag habe die Kirmes dank Sonne einen besseren Zuspruch erlebt als am Samstag und Sonntag, sagt Büscher.

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Vonseiten der Stadt lief alles glatt – bis auf eine Panne: Der Flugsimulator vor der Sparkasse fiel am Samstag wegen eines technischen Defekts aus. Der Schausteller ist laut Büscher bis Sonntagabend geblieben und habe die Beleuchtung angelassen, damit keine Lücke im Kirmesbild entsteht. Nach Absprache mit der Stadt sei er am Montag aber doch abgereist, damit sein Fahrgeschäft bis zum nächsten Wochenende wieder funktionsfähig ist.

Trotz Regens: Schausteller kommen auch nächstes Jahr wieder

Als der Regen so auf die Innenstadt nieselte und die Schausteller zeitweise einsam auf mutige Kirmesbesucher warteten, hätte man sich leicht fragen können, ob sie jemals wieder kommen werden. Aber das steht gar nicht in Frage. „Es ist eine solide Kirmes. 80 Prozent sind Stamm-Beschicker“, sagt Arens. Sie kämen schon seit Jahren nach Kamen.

Die Besucher reize es, wenn sie Jahr für Jahr genau wissen, wo es zum Beispiel die beste Bratwurst oder die leckersten gebrannten Mandeln gibt, sagt Arens. Doch auch neue Reize müssten für eine erfolgreiche Veranstaltung gesetzt werden. „Die Karussells wechseln sich ab, das hat die Stadt gut organisiert“, lobt Arens.

So wirbelte in diesem Jahr die riesige Schaukel namens „Rocket“ seine Besucher in die Höhe. Das aufgeregte Schreien seiner Mitfahrer schallte vor allem am Montag über den ganzen Markt.

Bilanz für Severinsmarkt: Mit einer Sache waren Schausteller und Stadt gar nicht zufrieden

Einige trauten sich trotz Regen zur Kirmes – mit Regenjacke und Schirm bewaffnet. © Borys P. Sarad

Das ist der Grund dafür, dass die Fahrpreise so hoch sind

Obwohl eine „gute Bratwurst“ nie aus der Mode kommt, verändert sich das Angebot auf Jahrmärkten mit der Zeit. Dass bei vielen Menschen immer öfter vegane und vegetarische Produkte auf dem Teller landen, bemerkt man auch beim Gang über Märkte, Kirmessen und Weihnachtsmärkten.

Auch wird das Angebot exotischer. „Es gibt mexikanische und spanische Speisen, Schafskäse und wo es früher nur gebrannte Mandeln gab, gibt es mittlerweile Nüsse aus aller Welt“, sagt Arens.

Bilanz für Severinsmarkt: Mit einer Sache waren Schausteller und Stadt gar nicht zufrieden

Patrick Arens ist ein Schausteller aus Dortmund. Obwohl er schon seit Jahren nicht mehr selbst auf dem Severinsmarkt in Kamen war – sondern parallel auf einer anderen Veranstaltung – weiß er, dass die Kamener Kirmes stabile Besucherzahlen hat. © Peter Bandermann

Eine Entwicklung, über die auch die Schausteller selber nicht allzu glücklich sind, sind die steigenden Preise. Vor allem große Achterbahnen zahlen Unmengen – alleine für den Transport.

Bei normal großen Fahrgeschäften könne der Transport laut Arens schon 3000 bis 4000 Euro kosten. Das Drumherum werde für Schausteller immer teurer. Fahrer und Mitarbeiter müssen bezahlt werden, Brennstoff werde teuer und auch die Anschaffungspreise stiegen. „Und die Leute wundern sich dann, warum eine Fahrt 6 oder 7 Euro kostet“, sagt Arens. Die Schausteller selbst können dafür aber nichts. Für sie springt am Ende nicht mehr heraus.

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