Betrüger wussten fast alles über den Heeren-Werver – nur die Bankdaten fehlten

dzPhishing-Anrufe

Dass Betrüger andere Nummern missbrauchen, um an persönliche Kundendaten zu gelangen, ist nicht neu. In einem aktuellen Fall aus Kamen wussten die Betrüger aber schon allerhand. Eine Warnung.

Heeren-Werve

, 26.03.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Die Nummer stimmte, sie hatten meine Kundennummer, das Geburtsdatum und die Adresse.“ Als Herbert Lehmann den Anruf von Unitymedia in der vergangenen Woche entgegennahm, ahnte er zunächst nichts von dem Betrug. „Sogar die Nummer stimmte. Es war eine Kölner Nummer von Unitymedia“, berichtet der Heeren-Werver. Der Anrufer habe ihn von Änderungen des Angebotes erzählt und gefragt, ob er zufrieden sei.

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Doch dann wurde Lehmann hellhörig: Und zwar als der Anrufer ihn nach seinen Bankdaten fragte. Lehmann hakte nach und schließlich legte die Person am anderen Ende auf.

Lehmann habe dann bei Unitymedia angerufen und den Vorfall gemeldet. „Die haben gesagt, dass sie nie jemanden anrufen“, sagt Lehmann, der völlig zurecht skeptisch war. Weil der Betrug anfangs aber so gut getarnt war, möchte er die Kamener und freilich auch alle anderen warnen.

„Geben sie Ihre Kundendaten nicht ohne guten Grund weiter!“

Auch Volker Petendorf, Konzernsprecher von Vodafone, zu dem Unitymedia mittlerweile gehört, warnt vor solchen sogenannten Phishing-Anrufen. „Bei solchen Anrufen gilt grundsätzlich der Rat an die Angerufenen: Seien Sie kritisch und geben Sie Ihre Kundendaten nicht ohne guten Grund weiter!“

Erkennen könne man solche Anrufe, wenn der Anrufer ohne erkennbaren Grund nach persönlichen Daten fragt, wie auch im Falle von Herbert Lehmann, an dubiosen Gründen für den Anruf oder an Ungehaltenheit, wenn der Angerufene nicht die gewünschten Angaben macht. Auch das hat Lehmann erlebt. Als er die Bankdaten nicht herausrückte, war der Anrufer nicht mehr so freundlich wie zuvor.

Petendorf appelliert an die Kunden, steht kritisch zu sein und nach Gründen zu fragen. Nie solle man das Kunden-Kennwort oder Kundendaten leichtfertig am Telefon mitteilen. Und sollte es doch passiert sein, sollte man das Kennwort nach dem Anruf sofort ändern.

Bundesnetzagentur über Phishing-Anrufe informieren

Des weiteren kann man die Bundesnetzagentur über ein Online-Formular über den Anruf informieren. Vodafone könne das nicht für seine Kunden übernehmen, weil nur der Betroffene dazu berechtigt ist, erklärt Petendorf.

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Solche Anrufe gebe es schon seit Jahren, sagt Petendorf. Das weiß auch Lehmann, ihn habe jedoch überrascht, dass sogar die Nummer von Unitymedia im Display erschienen ist und seine Daten offenbar bekannt waren. Während gefälschte Nummern häufiger vorkommen, haben die Betrüger meist keine realen Kenntnisse. „Manchmal haben die Kriminellen allerdings bereits einen Teil der Daten erfischt, die sie für kriminelle Machenschaften benötigen.“ Das war in Lehmanns Fall offenbar so. Der Heeren-Werver hat aber glücklicherweise genau richtig gehandelt – und blieb kritisch.

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