Drogen aus Hellmig-Krankenhaus: Mitarbeiter gesteht Diebstahl

dzAber in geringer Menge

Ein Mitarbeiter des Hellmig-Krankenhauses hat den Diebstahl von Fentanyl gestanden. Aber nicht in der Menge, die ihm zur Last gelegt wurde. Das Medikament ist gefährlicher als Heroin.

Kamen

, 28.08.2019, 12:13 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Mitarbeiter des Hellmig-Krankenhauses, der das Medikament „Fentanyl“ gestohlen haben soll, hat gestanden. Allerdings nicht in dem Umfang, der ihm zu Last gelegt wurde. Das teilte Henner Kruse von der Staatsanwaltschaft Dortmund auf Anfrage der Redaktion jetzt mit.

Der Anästhesiepfleger aus Schwerte hatte offenbar mehrere Ampullen des unter das Betäubungsmittelgesetz fallenden Medikaments gestohlen. Die Droge ist noch gefährlicher als Heroin und schon in geringen Mengen tödlich.

Glimpfliche Strafe nach dem Fentanyl-Diebstahl

Für den 37-jährigen Pfleger ist der Diebstahl von Betäubungsmitteln damit relativ glimpflich ausgegangen. Das Verfahren ist bereits am 4. Juli gegen die Zahlung von 500 Euro an die Staatskasse eingestellt worden, wie jetzt bekannt wurde. Die Zahlung ist bereits erfolgt. Das Urteil ist rechtskräftig.

Kruse begründet die Entscheidung damit, dass der Mann aus Schwerte bisher nicht vorbestraft ist und geständig war und zudem erhebliche Konsequenzen zu verkraften hat - wie den Arbeitsplatzverlust im Krankenhaus und wegen der fristlosen Kündigung eine zusätzliche Sperre durch das Arbeitsamt, was einen zusätzlichen finanziellen Verlust bedeutet.

Es sei zudem nicht nachzuweisen gewesen, dass er so viele Ampullen gestohlen habe, wie angenommen wurde. Die Rede war von 70 Fentanyl-Ampullen zu je zehn Millilitern und weiteren Medikamenten, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen. „Er hat Taten eingeräumt, aber nur einen Bruchteil der angegebenen Menge“, so Kruse. Die Zahl der verschwundenen Medikamente war nicht öffentlich genannt worden.

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Mitarbeiter war erst wenige Monate im Dienst

Der 37-Jährige war nur drei Monate lang im Hellmig-Krankenhaus beschäftigt, hatte aber, so Krankenhaus-Sprecher Klaus-Peter Wolter, entsprechende Qualifikationen durch seine Ausbildung als Anästhesiepfleger erworben. Dass der Fall so schnell entdeckt worden sei, spreche dafür, dass die Sicherheitsstrukturen gegriffen hätten. Nachdem der Vorfall bemerkt worden sei, habe man die zuständigen Stellen, sprich: die Polizei, sofort informiert. Das Krankenhaus konnte belegen, dass es seiner Kontrollpflicht ausreichend nachgekommen sei. Seitdem man sich von dem Mitarbeiter getrennt habe, so sagte er am Mittwoch, habe es keine Vorkommnisse mehr gegeben. Über den Abschluss des Verfahrens gegen den ehemaligen Mitarbeiter habe man bisher keine Information erhalten.

„Fentanyl“ ist wie berichtet ein Opioid, das als Schmerzmittel zur Sucht führen kann. Vor allem in den USA ist das Mittel verrufen; Tausende Drogentote werden darauf zurückgeführt. Einer von ihnen: Popstar Prince. Zuletzt machte das Mittel zudem Schlagzeilen, weil es in Nebraska bei einer Hinrichtung eingesetzt wurde.

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