Beim Auftritt in Kamen ist Lucas Rieger aufgeregter als bei „The Voice of Germany“

dzKultur Open Air

Fast ein Jahr ist es her, dass Lucas Rieger bei „The Voice of Germany“ auftrat. Die Kamener haben ihn auch in der Corona-Pause nicht vergessen. Das zeigt sein Konzert auf dem Minigolf-Platz.

von Klaus-Dieter Hoffmann

Kamen

, 19.09.2020, 11:06 Uhr / Lesedauer: 2 min

„MiniGolfPark, Weitschussbahn#7. Es ist Tag Sieben und es hat noch nicht geregnet“, freute sich Bernd Böhne, als er am Freitagabend auf der Kleinkunstbühne an Bahn7 das zahlreich anwesende Publikum beim Kamener Kultur Open Air 2020 begrüßte. Denn nicht nur wettertechnisch ist es bisher für den Initiator der neuen Open-Air-Kultur-Reihe ziemlich gut gelaufen.

Richtig gut gefühlt haben dürfte sich auch Lucas Rieger, der an diesem Abend als Stargast eingeladen war, liegt doch eine etwas wechselvolle Zeit hinter dem Kamener Multi-Talent. Nachdem er im Herbst 2019 Drittplatzierter bei der TV-Sendung „The Voice of Germany“ wurde, ging es für ihn erwartungsgemäß gleich raketenmäßig steil nach oben. Bis dann die Corona-Pandemie auch Lucas Rieger unsanft zum Nichtstun verdammt hatte und dieser seine Auftritts-Planungen erst einmal ad acta legen durfte.

Zum ersten Mal kamen die erlaubten 130 Zuschauer

Wie stark die Anziehungskraft von Lucas Rieger aber nach fast sechs Monaten Bühnenabstinenz immer noch wirkt, machte dieser dann am Freitagabend mehr als deutlich, als beim Kultur-Open-Air im Post-Park zum ersten Mal das zulässige Maximum von 130 Zuhörern erreicht wurde.

„Ich freue mich riesig, hier heute singen zu dürfen“, offenbarte ein gutgelaunter Lucas Rieger dem Publikum. „Hier bin ich zu Hause, hier schlägt mein Herz.“ Und genau aus dem Grund sei er nun auch um einiges aufgeregter, als bei „The Voice of Germany“.

Aus der Rockabilly-Band wird ein Duo

Um mit Rücksicht auf die Nachbarschaft die Lautstärke ein wenig zu drosseln, hatte Lucas Rieger für diesen Auftritt sogar seine Begleitband, das Kieler Rockabilly-Trio „Biggs B Sonic“, das eigentlich aus Drummer Bastian Gregor, Kontrabassisten Claus Aktoprak und dem erstklassigen Gretsch-Gitarristen Karsten Jordt besteht, kurzerhand zum „Lucas Rieger Duo“ abgespeckt.

Den Schwerpunkt der musikalischen Bühnenshow von Rieger und Jordt bildeten die absoluten Blues-Klassiker, angefangen bei Elvis Presleys „Heartbreak-Hotel“ bis hin zu Big Mama Thornton und ihrem „Hound Dog“.

Allerdings konnte man es beim Rockabilly-Outfit der beiden Musiker, mit Pomade und Vintage-Dress, schnell erahnen, dass auch der Rock & Roll an diesem Abend garantiert nicht zu kurz kommen dürfte.

Um die Bühne hierfür stilvoll auszustaffieren, sei er sogar auf der Suche nach passenden Accessoires über einen Flohmarkt gezogen, erzählte Rieger. Dabei entpuppte sich die dort erworbene Tiffany-Lampe als eine Art Seismometer, denn je mehr die beiden Musiker in Fahrt kamen, um so mehr fing diese an zu flackern, bis sie irgendwann den Geist aufgab.

Ein ganzes Arsenal an Musikinstrumenten

Keine Frage, dass Lucas Rieger natürlich auch sein ganzes Arsenal an Musikinstrumenten mit dabei hatte, von den Gitarren angefangen, über die Mundharmonika bis hin zur satt klingenden Hammondorgel, auf der er dann mit „Green Onions“ von Booker T. & the MG’s das Publikum begeisterte.

Hits von den Blues-Brothers, wie „Everybody Needs Somebody“, „Hit The Road Jack“ von Ray Charles oder gar das erneut fetzige „Got My Mojo Working“ aus „Voice of Germany“ sorgten regelmäßig für tosenden Applaus beim Publikum und rissen Karsten Jordt sogar dazu hin, Lucas Rieger als den „Mr. Mojo Working“ zu titulieren. Keine Frage, dass das Publikum die beiden Musiker am Ende erst nach zwei Zugaben von der Bühne ließ.

Das Kultur-Open-Air geht am Samstag, 19. September, mit Reinhard Fehlings „Terz ff“ und 30 Jahren Kamener Musikgeschichte weiter. Am Sonntag, 20. September, liest Bernhard Büscher, das Piano-Vocal-Projekt macht Musik.
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