Das 81-jährige Opfer aus Kamen machte bei der Polizei eine wesentliche Aussage, die zu einer schärferen Anklage gegen eine mutmaßliche Trickbetrügerin führte. © picture alliance/dpa
Betrugsmasche am Telefon

Bei Trickbetrug 24.000 Euro verloren: Opfer aus Kamen (81) belastet Angeklagte schwer

Bei einem Trickbetrug verlor eine Seniorin aus Kamen im September 2020 erspartes Bargeld in Höhe von 24.000 Euro. Dass der Angeklagten ein besonders schwerer Fall vorgeworfen werden kann, geht auf die 81-Jährige zurück.

Ein argwöhnisches Opfer aus Holzwickede hatte die Betrügerin auffliegen lassen. Ein zweites Opfer aus Kamen belastet die Frau ebenfalls schwer. Die Staatsanwaltschaft Dortmund wirft ihr daher ein besonders schweres Delikt vor.

Die Ermittler haben die zur Tatzeit 30-Jährige in der vergangenen Woche wegen des bandenmäßigen sowie gewerbsmäßigen Betruges angeklagt. Für diesen besonders schweren Fall des Betrugs wird eine viel höhere Strafe angedroht als auf den einfachen Betrug: Gefängnis zwischen sechs Monaten und zehn Jahren.

Betrug wiederholt und damit gewerbsmäßig begangen

Dass die Anklageschrift überhaupt auf gewerbsmäßigen Betrug lauten kann, ist vor allem der Zeugenaussage des 81-jährigen Opfers aus Kamen zu verdanken.

Gewerbsmäßiger Betrug liegt erst dann vor, wenn ein Täter das Delikt wiederholt begeht und sich damit eine erhebliche Einnahmequelle verschafft. Sicher nachgewiesen werden kann der Frau der Fall in Holzwickede, bei dem sie vor der geplanten Geldübergabe in flagranti ertappt und festgenommen worden.

Ein weiteres Opfer war sich bei einem Lichtbildvergleich nicht völlig sicher, ob es dieselbe Frau als Abholerin des Geldes bei einem Betrugsfall in Fröndenberg wiedererkannt hatte. „Ich bin mir eigentlich zu 80 Prozent sicher“, hatte der Senior bei der Polizei ausgesagt, als ihm mehrere Lichtbilder vorgelegt worden waren.

„Eindeutig wiedererkannt“ habe dagegen die Seniorin aus Kamen die Beschuldigte als jene Frau, der sie am 21. September 2020 an ihrer Wohnungstür 24.000 Euro Bargeld in einem Briefumschlag übergeben hatte, teilte Staatsanwalt Henner Kruse auf Nachfrage dieser Redaktion mit.

Staatsanwaltschaft geht von „größerer Bande“ aus

Der Kamenerin war vorgegaukelt worden, ihr Sohn liege mit Corona auf der Intensivstation und benötige für eine Behandlung dringend Geld.

Mit Blick auf den Fall aus Holzwickede geht die Staatsanwaltschaft daher von einer wiederholten Betrügerei aus, zumal sie der Frau einen vierten Fall in Unna vorwirft.

Die Beschuldigte selbst habe sich zu den Vorwürfen noch nicht eingelassen, so Staatsanwalt Kruse. Man gehe jedenfalls auch von „einer größeren Bande“ aus, die hinter der Masche stecke: Eine Person hatte die Opfer angerufen und eine erfundene Geschichte erzählt; die Angeklagte hatte offenbar als Abholerin der abgenötigten Geldsummen fungiert.

Aber: „Häufig kommt man nicht an die Bandenchefs“, bedauert Henner Kruse.

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Redaktion Fröndenberg
Geboren 1972 in Schwerte. Leidenschaftlicher Ruhrtaler. Mag die bodenständigen Westfalen. Jurist mit vielen Interessen. Seit mehr als 25 Jahren begeistert an lokalen Themen.
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