Bei der Werkschau des Künstlerbundes können Besucher Wundertüten mit Kunst kaufen

dzKünstlerbund Schieferturm

Kunst kann viele Formen und Farben haben: Einige davon stellt der Kamener Künstlerbund „Schiefeturm" in seiner Werkaustellung vor. Dabei gibt es für Besucher auch Kunst aus der Wundertüte.

Kamen

, 24.11.2019, 11:31 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Manchmal stoße ich in meinem Leben auf Themen und Menschen, die mich so berühren, dass ich sie umsetzen muss", sagt Helga Tinnefeld und zeigt auf ihr Acrylporträt der jüdischen Theologin und Philosophin Hannah Arendt, die sich unter anderem mit dem Nationalsozialismus auseinandersetzte.

Neben ihrem bunten Porträt hängt ein Bild des englischen Bildhauers Henry Moore, ganz in blau gehalten, auf der anderen Seite ist ein Bekannter von Tinnefeld zu sehen.

Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen und Platiken

Auffällig sind die kräftigen Farben der Porträts, die sich deutlich von der weißen Wand absetzen. Sie müssen nicht realistisch sein. „Ich entscheide immer ganz intuitiv und manchmal bin ich am Ende von mir selber überrascht."

Helga Tinnefeld malt schon seit etlichen Jahren und ist Mitglied des Kamener Künstlerbundes „Schieferturm", der seit diesem Samstag in seinen Atelierräumen seine besten Werke aus dem Jahr 2019 ausstellt: Ölgemälde, Zeichnungen, Aquarelle und Skulpturen aus Speckstein von zehn Künstlern schmücken die Wände der Räume in der Diesterwegschule bis Mitte Dezember.

Vielfältige Kunst

Einen Raum weiter präsentiert das Ehepaar Seim seine Werke. Karin Seim fertigt aus Specksteinen kleine Skulpturen und zeigt, wie der raue Stein mit Feilen und Schmirgelpapier so lange bearbeitet wird, bis er glatt ist und glänzt. „Ich lasse mich immer von der Form und der Musterung des Steins inspirieren, und arbeite einfach drauflos", erklärt sie.

Wenn man die Bilder ihres Mannes, Wolfgang Seim, betrachtet, stößt man auf Bekanntes: Der "Schiefe Turm" der Pauluskirche und Namensgeber des Vereins ist auf einigen Bildern wiederzuerkennen, aus unterschiedlichen Perspektiven und in verschiedenen Farben. Im Gegensatz dazu finden sich auf der anderen Raumseite Bilder aus dem Urlaub.

Künstler treffen sich mindestens einmal im Monat

Jetzt können diese Eindrücke auch von den Besuchern der Werkschau und den anderen Mitgliedern betrachtet werden - dort, wo sich die Künstler regelmäßig treffen. Der mit Farbklecksen übersäte Boden des Ateliers zeigt, dass hier auch gemalt wird.

"Wir versuchen, uns mindestens einmal im Monat zu treffen um uns untereinander auszutauschen und über unsere Arbeiten zu sprechen", sagt Peter Bucker. Er war dabei, als der Künstlerbund 1998 gegründet wurde, mittlerweile treffen 16 Künstler und ihre Arbeiten zusammen, von Gemälden bis zu Skulpturen und Plastiken. „Jeder von uns hat einen eigenen Stil und so können wir eine ganze Bandbreite an Bereichen abdecken", sagt er.

Kunsttüten für den guten Zweck

Eine Besonderheit der Werkschau: Seit rund 10 Jahren verkauft der Künstlerbund kleine Kunsttüten, die von den Künstlern gefüllt und verziert werden. Dabei handelt es sich um Wundertüten: Der Inhalt ist eine Überraschung. „Selbst ich weiß nicht, was die Tüten enthalten", erklärt Bucker und muss lachen. "Ich war gar nicht dabei, als wir sie mit kleinen Kunstwerken befüllt haben."

Eine Tüte kostet 15 Euro, dabei geht ein Teil des Erlöses an den Verein "Pro Mensch", der Geflüchteten in Kamen Hilfe bietet. Der Grund dafür ist nicht zufällig, denn der Kontakt kam über den aus Syrien geflüchteten Burhan Issa zustande, der in Kamen zu einem Mitglied des Künstlerbundes wurde und Mosaike herstellt. „Die Zusammenarbeit mit ihm war eine tolle Zeit und wir hoffen, dass er in Zukunft wieder nach Kamen kommt und mit uns arbeitet", sagt Bucker.

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