Das Ende des Baustopps an der Margaretenkirche kommt 2019 per „Microtunneling“

dzHeikle Kanalbaustelle

Das Risiko für das Baudenkmal musste erst ausgeschlossen werden: Nach mehr als einem Jahr Stillstand auf der Kanalbaustelle an der Margaretenkirche ist nun eine Fortsetzung in Sicht.

Kamen

, 06.11.2018, 15:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit mehr als einem Jahr ist nach einem Baustopp unklar, wie es auf der Kanalbaustelle an der denkmalgeschützten Margaretenkirche weitergeht. Nun hat der Stadtentwässerungsbetrieb Kamen ein alternatives Bauverfahren gefunden und Zweifel an einer Gefahr für das Gotteshaus ausgeräumt.

Die Stadt Kamen gab am Dienstag bekannt, dass die Kanalbauarbeiten ab April 2019 im sogenannten Microtunneling-Verfahren fortgesetzt werden. Das ist insofern eine Überraschung, als es im April 2018 hieß, dass es bei dem geplanten und ausgeschriebenen Verfahren im Dielenpressverbau („Pressbox“) bleibe. Die Kanalbauarbeiten waren im Sommer 2017 zuerst wegen Zweifeln am Pressbox-Verfahren gestoppt worden.

Heikle Mission

Die Kanalbauarbeiten sowie die anschließende Wiederstellung des Kirchplatzes sollen nun voraussichtlich bis November 2019 dauern. Ursprünglich sollten sie längst beendet sein. Der Stadtentwässerungsbetrieb begann 2016 mit Kanalbauarbeiten im alten Dorf Methler. Zwischen Gantenbach und Otto-Prein-Straße wird auf einer Baulänge von insgesamt 190 Metern ein öffentlicher Mischwasserkanal erneuern. Mittendrin liegt der Lutherplatz mit der Margaretenkirche, an der die Rohre dicht vorbeiführen. Das bedeutet eine heikle Mission für die Kanalbauer.

Die Stadt geht auf das Hin und Her in einer ausführlichen Erklärung ein. Von Beginn habe der Schutz des historischen Bauwerkes im „absoluten Fokus“ gestanden, sodass die Entscheidung für eine Bauweise in direkter Umgebung der Kirche im „Dielen-Press-Verfahren“ (DPV) getroffen worden sei. Bei diesem Verfahren werden die Verbaudielen in den Boden gepresst und nicht gerammt.

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Im Mai 2017 habe die Kanalbaufirma Bedenken gegen diese Bauweise erhoben, so die Stadt weiter. Um das Bauwerk keiner Gefährdung auszusetzen, seien die Arbeiten ausgesetzt und weitergehende Baugrunduntersuchungen sowie Statikberechnungen beauftragt worden. „Auch nach erfolgten Gegenprüfungen dieser Untersuchungen konnten Restzweifel nicht ausgeräumt werden“, heißt es. Diese Restrisiken entstünden beim Ziehen der verbauten Dielen, da der eingefüllte Flüssigboden nicht so schnell abbinden könne, dass möglicherweise kein ausreichender Gegendruck aufgebaut werden könne. Dieser Gegendruck müsse gegen das Eigengewicht des Kirchenbauwerks, das auf den Boden einwirke, erzeugt werden.

Die Restzweifel gehen zwar laut Stadt gegen Null, sodass DPV „bei nahezu jedem anderen Gebäude ohne Bedenken eingesetzt“ worden wäre, doch bei diesem einzigartigen, jahrhundealten Bauwerk, bei dem insbesondere die Belastbarkeit der Fundamentierung nicht abschließend beurteilbar sei, „verbietet sich allerdings, auch nur das kleinste Risiko einzugehen“.

„Keine Risiken“

Die Stadt Kamen habe daher nach Beratung mit Fachleuten entschieden, ein „Microtunneling“-Verfahren einzusetzen, dass ebenfalls Erschütterungen im unmittelbaren Kirchenumfeld „weitestgehend vermeidet und beim Rückbau und Verfüllen der Baugruben keine Risiken für die Kirche beinhaltet“.

Kirchen- und Stadtvertreter hatten sich in den vergangenen Wochen getroffen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Bürgermeisterin Elke Kappen (SPD) sagt auch jetzt eine enge Absprache mit der Kirchengemeinde und größtmögliche Rücksicht auf die Belange der Gemeinde zu.

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