Baustelle der Superlative: 2500 Fertigteile für neue Logistikhalle

dzWirtschaft

Der neue Kamener Logistikriese startet als Riesenpuzzle aus Betonteilen. Für eine 576 Meter lange Halle stehen jetzt die ersten tragenden Säulen. Weiter geht es mit Teamwork von Oberpfälzern und Niederrheinländern.

Kamen

, 10.03.2020, 17:31 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bislang konzentrierte sich die Arbeit auf der wohl größten Gewerbe-Baustelle der Region auf den Untergrund. Entwässerungsrohre wurden zunächst verlegt und das Fundament wurde vorbereitet. Seit wenigen Tagen wächst die vom Projektentwickler P3 geplante Riesenhalle nun in die Höhe.

Unweit der A1 in Kamen, zwischen dem E-Commerce-Dienstleister Arvato und dem Hornbach-Baumarkt, steht neuerdings ein Spalier aus rund zwei Dutzend Betonsäulen. Die ersten aufgestellten Stützen vermitteln einen vorläufigen Eindruck von den Dimensionen, die die 576 Meter lange Halle nach ihrer Fertigstellung einnehmen wird.

Der Projektentwickler P3 hat den Generalunternehmer Max Bögl mit dem Bau der Halle beauftragt. Das Unternehmen mit Sitz in Sengenthal bei Neumarkt in der Oberpfalz ist eine Branchengröße mit Milliardenumsatz und 6500 Mitarbeitern an 35 Standorten. Die Bayern sind unter anderem in den Bereichen Hochbau, Mobilität, Erneuerbare Energien, Wohnungen und Projektentwicklung tätig. Erst vor zwei Wochen besuchte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) die Firmenzentrale.

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Max Bögl hat ein eigenes Hallensystem entwickelt. „Vereinfacht kann man sich die Konstruktion wie einen Baukasten aus einzelnen Bausteinen vorstellen“, erklärt Firmensprecher Patrick Fanderl. „Die jeweiligen Bestandteile wie Stützen oder Träger passen stets präzise ineinander und lassen sich beliebig miteinander verbinden und erweitern.“

Am Standort Kamen entsteht bis 2021 eine neunteilige Halle mit insgesamt 82.000 Quadratmetern Fläche. 1.838 Betonfertigteile mit einem Gesamtgewicht von 16.090 Tonnen werden an der Henry-Everling-Straße auf der ehemaligen Metro-Fläche zusammengesetzt. Das Dach fügt sich aus 653 Stahl-Fachwerkbindern mit einem Gesamtgewicht von rund 1.500 Tonnen zusammen.

Teamwork von Max Bögl

Die Halle ist kein alleiniges Produkt made in Oberpfalz. Die benötigten Betonfertigteile stammen aus dem Werk im niederrheinischen Hamminkeln – also rund 100 Kilometer von der Baustelle. Aus Sengenthal kommt die Stahldachkonstruktion. Dort liegt eines von insgesamt sieben eigenen Werken in Deutschland. Kollegen mehrerer Standorte, darunter Köln, sind an dem Kamener Projekt beteiligt.

Herausfordernd an dem Projekt ist die Entwicklung auf einem „Brownfield“, also einer vorher bebauten Fläche. Bereichsleiter Andreas Meyer erklärt: „Für die entsprechende Aufbereitung des Grundstücks mit einer alten Industriebrache musste ein ausgeklügeltes Gründungskonzept erstellt werden.“

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