Zwei Wochen lang tut sich auf der Bahnstrecke Dortmund-Hamm gar nichts. Die Deutsche Bahn stellt vom 9. bis 26. Oktober wegen wichtiger Arbeiten den Verkehr ein.

Kamen, Dortmund

, 18.09.2020, 12:01 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Bahnstrecke zwischen Dortmund und Hamm wird in den Herbstferien für zwei Wochen gesperrt. Kein Zug rollt zwischen dem 9. und 26. Oktober auf der 13 Kilometer langen Strecke.

Die Bahn nutzt die sogenannte Sperrpause für wichtige Arbeiten auf der viel genutzten Pendlerstrecke, auf der an normalen Tagen 20.000 Fahrgäste unterwegs sind. „Die Modernisierung der Strecke Dortmund – Hamm geht in die nächste Phase“, kündigte am Freitag Bahnsprecher Stefan Deffner an.

Kamen spielt bei der Sperrung eine bedeutende Rolle

Kamen spielt bei der Sperrung eine bedeutende Rolle. Es wird nicht nur die Oberleitung zwischen Bahnhof und Südkamener Straße auf einer Strecke von rund zwei Kilometern Länge erneuert.

Auch die Vorbereitungen für die Beseitigung des dort schienengleichen Bahnübergangs für die Südkamener Spange werden vorangetrieben. Deffner: „In dieser Zeit ist die Strecke für den Zugverkehr gesperrt, denn die Experten der Bahn arbeiten an vier Baustellen gleichzeitig: an neuen Oberleitungen, Lärmschutzwänden in Hamm sowie am Bau einer Eisenbahnüberführung.“ Außerdem finden letzte Arbeiten zur Modernisierung des Kamener Bahnhofs statt – dort wird der Wetterschutz auf dem Mittelbahnsteig erneuert.

Die Linienübersicht des Ersatzverkehrs, dessen Fahrpläne vom 9. bis 26. Oktober gelten.

Die Linienübersicht des Ersatzverkehrs, dessen Fahrpläne vom 9. bis 26. Oktober gelten. © Deutsche Bahn AG

Auswirkungen auf den Nah- und Fernverkehr

Die Sperrung wird in diesen zwei Wochen Auswirkungen auf den Nah- und Fernverkehr haben. „Das ist eine große Herausforderung“, sagt Thomas Ressel, der als Abteilungsleiter Planung im Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) ein Ersatzkonzept ausgearbeitet hat.

Lediglich die Linie RE3 rollt weiter, allerdings nicht über Kamen, sondern über eine nördlich verlaufende Güterzugstrecke zwischen Dortmund und Hamm. An den Bahnhöfen Kamen, Methler, Nordbögge, Dortmund-Scharnhorst, Dortmund-Kurl rollen Busse als sogenannter Schienenersatzverkehr.

Die beiden Linien A und B sind 20-minütlich getaktet, eine davon schnell mit nur zwei Zwischenstopps in Kamen und Nordbögge, die andere mit Anfahrt aller Bahnhöfe zwischen Dortmund und Hamm – außer Nordbögge.

Ressel sieht genügend Flexibilität, falls ein Bus zu einer Fahrzeit nicht ausreicht. „Wenn es notwendig ist, können auch mehr eingesetzt werden.“ In Kamen ist ein Umstieg zwischen den beiden Buslinien möglich.

Die Züge des Fernverkehrs zwischen Dortmund und Hamm werden umgeleitet und verkehren mit geänderten Fahrzeiten. Die Reisezeiten verlängern sich um bis zu 20 Minuten. Zum Teil entfallen Halte in Düsseldorf Hbf, Düsseldorf Flughafen und in Duisburg.

Die Züge des Fernverkehrs zwischen Dortmund und Hamm werden umgeleitet und verkehren mit geänderten Fahrzeiten. Die Reisezeiten verlängern sich um bis zu 20 Minuten. Zum Teil entfallen Halte in Düsseldorf Hbf, Düsseldorf Flughafen und in Duisburg. © Deutsche Bahn AG

Frühere und spätere Abfahrzeiten ab Dortmund

Umgeleitet werden muss auch der Fernverkehr, wie Karlheinz Breitenbach aus der DB-Abteilung Fernverkehr erläutert. 20 Minuten länger dauert die Fahrt mit den Schnellzügen, weil auch sie über die Güterzugstrecke umgeleitet werden. Deswegen fahren alle Fernzüge nach der Baustelle, die Richtung Düsseldorf unterwegs sind, ab Dortmund 20 Minuten später ab. Und alle Fernzüge, die vor der Baustelle in Richtung Hannover/Berlin unterwegs sind, 20 Minuten früher.

Damit bleiben die IC/ICE-Abfahrzeiten ab Hamm in Richtung Hannover/Berlin unangetastet, während man sich in Dortmund auf frühere und spätere Abfahrzeiten einstellen muss. Zum Teil entfallen Halte in Düsseldorf Hbf, Düsseldorf Flughafen und in Duisburg, so Breitenbach.

Für die Fernverkehrslinie Richtung Dresden und Einzelzüge Richtung Erfurt/Gera gilt: Diese Züge werden über Hagen und Unna umgeleitet, der Halt in Dortmund entfällt.

Die Änderungen, so Breitenbach, seien bereits in die Fahrpläne, Auskunfts- und Buchungssysteme eingearbeitet. Nur wer vor mehr als drei Monaten gebucht habe, sollte vorsichtshalber seine Reisedaten noch einmal über den DB-Navigator überprüfen.

Rote Fußspuren, sogenannte Footsteps, zeigen den Bahnkunden den Weg, wie sie die Busse für den Ersatzverkehr finden.

Rote Fußspuren, sogenannte Footsteps, zeigen den Bahnkunden den Weg, wie sie die Busse für den Ersatzverkehr finden. © Deutsche Bahn

Bahnkunden werden an den Bahnhöfen geleitet

Die Busse für den Schienenersatzverkehr zu finden, erscheint an den Bahnhöfen in Kamen und Methler und auch an den anderen drei kleinen Haltepunkten in Nordbögge, Scharnhorst und Kurl weniger schwierig. An den deutlich größeren Bahnhöfen in Dortmund und Hamm sollen symbolische Fußabdrücke, die die Bahn als „Footsteps“ bezeichnet, auf die Böden geklebt werden, damit sich die Bahnkunden nicht verlaufen.

Zusätzliches Servicepersonal, sogenannte „Reisendelenker“, sind im Einsatz, die vor Ort Auskunft geben. „Wir fahren das volle Programm. Und das sind erprobte Dinge“, so Ressel.

Der gestern ausschnittsweise veröffentlichte Fahrplan der Ersatzbusse, die alle 20 Minuten fahren sollen.

Der gestern ausschnittsweise veröffentlichte Fahrplan der Ersatzbusse, die alle 20 Minuten fahren sollen. © Deutsche Bahn

Investitionsvolumen von mehr als 33 Millionen Euro

Die Investitionen für Oberleitung, Lärmschutz in Hamm und den Bau der Eisenbahnüberführung an der Südkamener Straße haben ein Investitionsvolumen von mehr als 33 Millionen Euro. „Es ist inzwischen geübte Praxis, einzelne Projekte in einem großen Paket zu bündeln. Diese Arbeiten führen wir dann gleichzeitig während einer Sperrung aus“, so Achim Albrecht, Leiter Investitionsplanung der DB Netz AG in Hamm. „Der Vorteil liegt auf der Hand: Während der Vollsperrung der Strecke bekommen wir viel mehr geschafft, als bei vielen kurzen Sperrungen oder bei eingleisigem Betrieb. Die Einschränkungen für Reisende sind in der Summe, gerade in den Ferien, viel geringer.“

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